vergeblich
Form & Grammatik
- Stichwort
- vergeblich
- Worttrennung
- ver·geb·lich
Vergeblich wird gewöhnlich nicht gesteigert. In ein vergeblicher Versuch ist -er eine Beugungsendung, kein Vergleich. Für Unterschiede helfen Angaben zu Dauer, Aufwand und Ziel.
Vergeblich bedeutet ohne den beabsichtigten Erfolg bleibend.
Was bedeutet vergeblich?
Ein vergeblicher Versuch erreicht sein unmittelbares Ziel nicht. Das sagt zunächst etwas über das Ergebnis, nicht über den Einsatz oder die Fähigkeiten der handelnden Person. Auch eine sorgfältig ausgeführte Suche kann vergeblich bleiben.
Vergeblich bedeutet nicht zwangsläufig, dass keinerlei Nutzen entstanden ist. Ein misslungener Versuch kann Erkenntnisse für einen späteren Schritt liefern. Deshalb sollte klar benannt werden, welches Ziel im betreffenden Satz nicht erreicht wurde.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Sie sucht vergeblich nach dem fehlenden Schlüssel.“ Das Ziel, den Schlüssel zu finden, wird bei dieser Suche nicht erreicht.
- „Der vergebliche Anruf zeigt ihm, dass er es später versuchen muss.“ Der Kontakt kommt nicht zustande; daraus kann trotzdem eine Folgerung entstehen.
- „Die Reparatur bleibt vergeblich, liefert aber einen Hinweis auf die Fehlerquelle.“ Ausbleibender unmittelbarer Erfolg und möglicher Erkenntnisgewinn werden getrennt.
Synonyme für vergeblich: passend zum Zusammenhang
Vergeblich bedeutet, dass das beabsichtigte Ziel nicht erreicht wird. Erfolglos ist häufig direkt austauschbar, vergebens passt besonders bei Verben und ohne Ergebnis betont das Ausbleiben eines Resultats. Ein vergeblicher Versuch ist jedoch nicht notwendig nutzlos: Er kann Erkenntnisse liefern, obwohl sein unmittelbares Ziel unerreicht bleibt.
| Alternative | Passender Zusammenhang | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| erfolglos | Versuche und Bemühungen | Beschreibt den ausbleibenden beabsichtigten Erfolg, ohne automatisch mangelnden Einsatz zu unterstellen. |
| vergebens | Handlungen und Versuche im Satz | Ist sehr bedeutungsnah, wird aber nicht als gebeugtes Adjektiv vor ein Nomen gesetzt. |
| ohne das erhoffte Ergebnis | Genau eingegrenzte Bemühungen | Macht den Bezug zur Erwartung ausdrücklich und lässt andere Erkenntnisse oder Nebenwirkungen offen. |
Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?
Ausgangssatz: „Sie suchte vergeblich nach einer freien Sitzgelegenheit.“
Alternative: „Sie suchte vergebens nach einer freien Sitzgelegenheit.“
Die Aussage ändert sich kaum. In beiden Fassungen bleibt offen, wie sorgfältig sie suchte und ob sie später an einem anderen Ort Erfolg hatte.
Ausgangssatz: „Der Versuch, den unbekannten Ton zuzuordnen, blieb vergeblich.“
Alternative: „Der Versuch, den unbekannten Ton zuzuordnen, blieb erfolglos.“
Die Alternative betrifft das konkrete Zuordnungsziel. Vielleicht wurden trotzdem mehrere Möglichkeiten ausgeschlossen und damit spätere Schritte erleichtert.
Nicht gleichbedeutend: Sinnlos ist stärker und bewertet den Zweck oder Nutzen. Ein zunächst erfolgloser Versuch kann sinnvoll vorbereitet sein und später weiterhelfen. Auch unmöglich folgt nicht aus vergeblich: Ein misslungener Versuch beweist nicht, dass das Ziel grundsätzlich unerreichbar ist.
Beim Formulieren: Es heißt ein vergeblicher Versuch, aber nicht ein vergebens Versuch. Beim Wechsel zu vergebens baust du um: Der Versuch war vergebens oder sie versuchte es vergebens. Erfolglos lässt sich dagegen vor dem Nomen beugen.
Für eine genaue Darstellung benenne Ziel und Zeitraum. Eine heute erfolglose Suche ist keine Aussage über alle künftigen Suchen. Wird zudem ein Grund sichtbar, etwa ein falscher Suchort, erklärt er das Ergebnis besser als eine pauschale Bewertung der Fähigkeiten oder der gesamten Anstrengung.
Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Vergebens ist bedeutungsnah, wird aber nicht wie ein Adjektiv vor einem Nomen gebeugt. Es heißt ein vergeblicher Versuch, nicht ein vergebens Versuch.
Unersprießlich verbindet geringen Nutzen mit einem unerfreulichen Verlauf. Vergeblich beschreibt zunächst das Nichterreichen eines Ziels.
Schreibweise und Grammatik
Die Schreibung lautet vergeblich mit b, auch wenn an dieser Stelle ein Laut wie p zu hören sein kann. Formen sind eine vergebliche Suche und nach vergeblichen Versuchen.
Steigerung
Vergeblich wird gewöhnlich nicht gesteigert. In ein vergeblicher Versuch ist -er eine Beugungsendung, kein Vergleich. Für Unterschiede helfen Angaben zu Dauer, Aufwand und Ziel.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | vergeblicher | vergebliche | vergebliches | vergebliche |
| Genitiv | vergeblichen | vergeblicher | vergeblichen | vergeblicher |
| Dativ | vergeblichem | vergeblicher | vergeblichem | vergeblichen |
| Akkusativ | vergeblichen | vergebliche | vergebliches | vergebliche |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | vergebliche | vergebliche | vergebliche | vergeblichen |
| Genitiv | vergeblichen | vergeblichen | vergeblichen | vergeblichen |
| Dativ | vergeblichen | vergeblichen | vergeblichen | vergeblichen |
| Akkusativ | vergeblichen | vergebliche | vergebliche | vergeblichen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | vergeblicher | vergebliche | vergebliches | vergeblichen |
| Genitiv | vergeblichen | vergeblichen | vergeblichen | vergeblichen |
| Dativ | vergeblichen | vergeblichen | vergeblichen | vergeblichen |
| Akkusativ | vergeblichen | vergebliche | vergebliches | vergeblichen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung durchsucht eine Figur mehrere Zimmer nach einem Brief. Erst am nächsten Tag erfährt sie, dass dieser gar nicht im Haus abgegeben worden ist.
Ihre Suche bleibt vergeblich, weil sich der Brief nicht am durchsuchten Ort befindet. Das Ergebnis erklärt sich durch eine falsche Annahme über den Ort, nicht durch mangelnde Sorgfalt.
Der Absatz trennt erfolgloses Handeln und persönliche Abwertung und benennt den Grund des Scheiterns.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
