verhärmt

Verhärmt beschreibt einen durch Kummer bedrückten und davon gezeichnet wirkenden Zustand.

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Was bedeutet verhärmt?

Verhärmt wird häufig bei einer Person, ihrem Gesicht oder ihrem Ausdruck verwendet. Das Wort vermittelt den Eindruck, dass anhaltender Kummer oder Sorgen die Erscheinung prägen. Es klingt eher literarisch als alltäglich.

Damit enthält verhärmt bereits eine Deutung der sichtbaren Erscheinung. Bei einer realen Person oder einer nur äußerlich beschriebenen Figur lässt sich aus dem Aussehen allein nicht sicher auf eine bestimmte Lebensgeschichte schließen. Der Zusammenhang sollte die Deutung tragen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Nach den im Text geschilderten Sorgen wirkt ihr Gesicht verhärmt.“ Die vorangegangene Darstellung liefert einen Zusammenhang für den bedrückten Eindruck.
  • „Die Erzählerin beschreibt eine verhärmte Gestalt, nennt deren Geschichte aber nicht.“ Das Wort vermittelt eine Wirkung, ohne alle Ursachen offenzulegen.
  • „Ein müdes Gesicht ist nicht automatisch verhärmt.“ Vorübergehende Müdigkeit wird von einem durch Kummer gezeichneten Eindruck unterschieden.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Verschlafen betrifft Schläfrigkeit oder einen entsprechenden Eindruck. Verhärmt bezieht die Erscheinung stärker auf Kummer und Sorgen.

Vertränt nennt sichtbare Tränen. Verhärmt beschreibt einen weiter gefassten bedrückten Eindruck, der auch ohne Tränen bestehen kann.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet verhärmt mit ä und der Folge rmt. Formen sind ein verhärmtes Gesicht und mit verhärmter Miene. Beim Verb steht die Grundform: verhärmt wirken.

Steigerung

Die Steigerung lautet verhärmt – verhärmter – am verhärmtesten. Verglichen wird der beschriebene Eindruck; die Stärke eines unbekannten inneren Leidens lässt sich daran nicht exakt messen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativverhärmterverhärmteverhärmtesverhärmte
Genitivverhärmtenverhärmterverhärmtenverhärmter
Dativverhärmtemverhärmterverhärmtemverhärmten
Akkusativverhärmtenverhärmteverhärmtesverhärmte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativverhärmteverhärmteverhärmteverhärmten
Genitivverhärmtenverhärmtenverhärmtenverhärmten
Dativverhärmtenverhärmtenverhärmtenverhärmten
Akkusativverhärmtenverhärmteverhärmteverhärmten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativverhärmterverhärmteverhärmtesverhärmten
Genitivverhärmtenverhärmtenverhärmtenverhärmten
Dativverhärmtenverhärmtenverhärmtenverhärmten
Akkusativverhärmtenverhärmteverhärmtesverhärmten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung erlebt eine Figur über längere Zeit belastende Sorgen. Der Erzähler beschreibt anschließend ihr seltenes Lächeln und einen angespannten, bedrückten Gesichtsausdruck.

Die Figur wirkt verhärmt. Ihre veränderte Erscheinung wird im Text mit den zuvor geschilderten Sorgen verbunden und vermittelt deren anhaltende Belastung.

Die Analyse stützt die Deutung auf den erzählten Zusammenhang. Sie liest keine zusätzliche Diagnose oder unbekannte Vergangenheit allein aus einem Gesicht ab.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.