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aufsässig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
aufsässig
Worttrennung
auf·säs·sig
Komparativ
aufsässiger
Superlativ
am aufsässigsten

Häufig tadelnd. Die Steigerung vergleicht stärkeren Widerstand gegen erwartete Unterordnung; der konkrete Anlass sollte benannt sein.

Formen und Verwendung im Detail

Aufsässig bedeutet, dass sich jemand widersetzlich oder trotzig gegen eine Autorität verhält. Das Adjektiv kann eine einzelne Person oder eine ganze Gruppe beschreiben. Es hebt Widerstand gegen erwartete Unterordnung hervor und klingt häufig tadelnd.

Was bedeutet aufsässig?

Eine aufsässige Figur folgt Anordnungen nicht bereitwillig und zeigt ihren Widerstand offen. Der Eindruck kann durch wiederholten Widerspruch, absichtliche Verweigerung oder herausfordernde Bemerkungen entstehen. Welche Handlung tatsächlich vorliegt, sollte aber ausdrücklich genannt werden, denn das Wort enthält bereits eine Wertung.

Diese Wertung ist perspektivisch. Was eine Lehrperson aufsässig nennt, kann die Schülerin als berechtigte Nachfrage verstehen. Das Adjektiv beantwortet nicht, ob die Anordnung gerecht, sinnvoll oder angemessen war. Eine Darstellung wird genauer, wenn sie zwischen dem Urteil einer Autorität und der eigenen Analyse unterscheidet.

Drei Beispiele mit Erklärung

Eigene Sprachbeispiele; keine Zitate aus einem literarischen Werk.

„Der Verwalter beschimpfte die Arbeiter als aufsässig, nachdem sie eine Erklärung für die neue Regel verlangten.“

Der Satz berichtet ein fremdes Urteil. Die Nachfrage wird dadurch nicht automatisch als unberechtigt ausgewiesen.

„Mit aufsässigem Ton wiederholte der Junge, dass er die Anweisung nicht befolgen werde.“

Hier ist die Verweigerung ausdrücklich und mit einer herausfordernden Sprechweise verbunden.

„Die sonst angepasste Figur wird im letzten Kapitel aufsässig und widerspricht nun jeder Entscheidung des Vormunds.“

Der Vergleich zeigt eine Entwicklung. Erst das wiederholte Verhalten erlaubt eine weitergehende Aussage über ihre Haltung.

Ähnliche Wörter und Unterschiede

ungehorsam
Bezeichnet das Nichtbefolgen einer Anweisung. Die herausfordernde Haltung muss dabei nicht im Vordergrund stehen.
aufmüpfig
Liegt bedeutungsmäßig nahe und kann einen frech oder keck wirkenden Widerspruch hervorheben.
eigenständig
Handelt nach eigenen Überlegungen. Das muss keine bewusste Widersetzlichkeit gegen eine Autorität einschließen.

Fügsam ist ein möglicher Gegensatz, vernünftig dagegen kein zuverlässiger. Ein Widerstand kann sachlich begründet sein, während ein widerspruchsloses Befolgen wenig über die Qualität der Entscheidung verrät.

In einer Charakterisierung

Für eine Charakterisierung ist entscheidend, wie die gewählte Bezeichnung am Text nachvollziehbar wird. Achte auf das Verhältnis zwischen Figur und Autorität sowie auf den Anlass ihrer Verweigerung. Werden mehrere Befehle abgelehnt oder nur eine bestimmte Zumutung? Aus dieser Unterscheidung lässt sich eine genauere Deutung als aus einem bloßen Tadel entwickeln.

Die Figur verhält sich gegenüber dem Vormund zunehmend aufsässig: Sie verweigert wiederholt seine Anweisungen und stellt seinen Anspruch, über ihren Alltag zu bestimmen, offen infrage.

Eigene Musterformulierung. Im Aufsatz gehört die genaue Textstelle mit Seiten- oder Zeilenangabe dazu.

Herkunft und Wortbildung

Das Wort gehört historisch zur Familie von sitzen und ist mit mittelhochdeutsch sāʒe verbunden, das unter anderem eine Stellung oder einen Hinterhalt bezeichnen konnte. Das ist eine historische Beziehung; die heutige Bedeutung lässt sich nicht als bloßes Aufsitzen erklären.

Schreibung und Grammatik

Die richtige Schreibung ist aufsässig, mit ä und ss, nicht mit ß. Formen: ein aufsässiger Schüler, eine aufsässige Gruppe, ein aufsässiges Kind. Steigerung: aufsässiger, am aufsässigsten. Das zugehörige Nomen heißt Aufsässigkeit.

Die Formen vor einem Nomen richten sich nach Artikel, Fall und Zahl. Mehr dazu erklärt die Übersicht zu Adjektiven und ihrer Verwendung.

Beugungsformen von aufsässig

Vor einem Nomen verändert sich die Endung: ein aufsässiger Schüler, eine aufsässige Gruppe, ein aufsässiges Kind. Die Tabellen zeigen die Formen für alle vier Fälle. Ihre Spalten bezeichnen das grammatische Geschlecht des Nomens; der Plural gilt für alle Geschlechter.

Unbestimmter Artikelein aufsässiger Schüler
Hier trägt das Adjektiv die Endung -er.
Bestimmter Artikelder aufsässige Schüler
Mit „der“ lautet die Endung hier -e.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
aufsässig: Starke Deklination – ohne Artikel
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
Nominativaufsässigeraufsässigeaufsässigesaufsässige
Genitivaufsässigenaufsässigeraufsässigenaufsässiger
Dativaufsässigemaufsässigeraufsässigemaufsässigen
Akkusativaufsässigenaufsässigeaufsässigesaufsässige
aufsässig: Schwache Deklination – nach der, die, das
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
Nominativaufsässigeaufsässigeaufsässigeaufsässigen
Genitivaufsässigenaufsässigenaufsässigenaufsässigen
Dativaufsässigenaufsässigenaufsässigenaufsässigen
Akkusativaufsässigenaufsässigeaufsässigeaufsässigen
aufsässig: Gemischte Deklination – nach ein, eine oder kein
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
Nominativaufsässigeraufsässigeaufsässigesaufsässigen
Genitivaufsässigenaufsässigenaufsässigenaufsässigen
Dativaufsässigenaufsässigenaufsässigenaufsässigen
Akkusativaufsässigenaufsässigeaufsässigesaufsässigen

Die Formen stehen hier ohne Nomen und ohne Artikel, damit die Endungen leichter vergleichbar sind. Für die gemischte Deklination zeigt der Plural das Muster nach keine oder Possessivwörtern wie meine. Einen Plural des unbestimmten Artikels ein gibt es nicht. Substantivierte Verwendungen werden großgeschrieben.

Kurze Übung: Welche Endung passt? Mit einer aufsässig___ Gruppe …

Lösung und Erklärung anzeigen

Lösung: mit einer aufsässigen Gruppe. Nach mit steht der Dativ. Im Femininum Dativ lautet die Adjektivendung nach einer -en.

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