kommunikativ
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- kommunikativ
- Worttrennung
- kom·mu·ni·ka·tiv
- Komparativ
- kommunikativer
- Superlativ
- am kommunikativsten
Steigerung bei Mitteilungsfreude. Bei bloßem Bezug auf Kommunikation nicht gesteigert; eine kommunikative Aufgabe muss keine besonders gesprächige Person voraussetzen.
Bei Menschen: mitteilsam und zum Austausch mit anderen geneigt; allgemein auch die Kommunikation betreffend.
Was bedeutet kommunikativ?
Kommunikativ hat zwei miteinander verbundene Bedeutungen. Es kann allgemein alles bezeichnen, was die Kommunikation betrifft, etwa kommunikative Fähigkeiten oder eine kommunikative Aufgabe. Bei einer Person meint es häufig, dass sie mitteilsam ist, Kontakt aufnimmt und sich gern austauscht. In diesem Sinn beschreibt das Wort eine Neigung im Umgang mit anderen, nicht nur das Vorhandensein einer Fähigkeit.
Eine kommunikative Person erzählt etwa bereitwillig, stellt Fragen oder kommt leicht mit anderen ins Gespräch. Das wird oft positiv bewertet, ist aber nicht gleichbedeutend mit einer in jeder Hinsicht gelungenen Gesprächsführung. Wer viel spricht, kann andere trotzdem unterbrechen oder ihre Hinweise übergehen. Umgekehrt kann ein eher stiller Mensch sehr aufmerksam und verständlich kommunizieren. Mitteilungsfreude und Qualität des Austauschs sollten daher getrennt betrachtet werden.
Die Eigenschaft kann außerdem je nach Situation verschieden ausgeprägt sein. Jemand tritt unter vertrauten Menschen kommunikativ auf, bleibt in einer fremden Gruppe jedoch zurückhaltend. Das ist kein sprachlicher Widerspruch. Eine genaue Personenbeschreibung benennt den Rahmen, statt aus einer einzelnen geselligen Begegnung auf das Verhalten in allen Lebensbereichen zu schließen.
Drei Beispiele für kommunikativ
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Beim ersten gemeinsamen Frühstück zeigte sich Amir kommunikativ, stellte Fragen und erzählte von seinem Umzug.“
Mehrere Handlungen lassen seine Bereitschaft zum Austausch erkennen. Der Satz bezieht das Urteil auf eine konkrete Begegnung.
„Die Übung sollte die kommunikativen Fähigkeiten der Gruppe stärken, besonders das Nachfragen und das verständliche Erklären.“
Hier bedeutet kommunikativ die Kommunikation betreffend. Es wird nicht behauptet, jede Person sei besonders gesprächig.
„Nach dem langen Arbeitstag war sie weniger kommunikativ als sonst und wollte zunächst in Ruhe lesen.“
Die Vergleichsform beschreibt eine vorübergehende Veränderung der Mitteilungsbereitschaft. Sie behauptet keinen Verlust der Fähigkeit zur Verständigung.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Kommunikationsfähig
- Betont das Können. Kommunikativ kann dagegen die Lust oder Bereitschaft zum Austausch hervorheben; in manchen Zusammenhängen überschneiden sich die Wörter.
- Redselig
- Legt den Schwerpunkt auf die Menge des Sprechens. Kommunikativ kann einen wechselseitigen Austausch einschließlich Nachfragen betonen, garantiert ihn aber nicht.
- Gesellig
- Beschreibt die Freude an Gesellschaft. Gemeinsames Tun kann gesellig sein, auch wenn dabei wenig gesprochen wird.
Schreibung und Grammatik
Kommunikativ wird mit doppeltem m und der Endung -iv geschrieben. Die gebeugten Formen lauten ein kommunikativer Mensch und eine kommunikative Aufgabe. Für Mitteilungsfreude sind kommunikativer und am kommunikativsten möglich. Beim bloßen Sachbezug auf Kommunikation ist eine Steigerung meist nicht sinnvoll. Kommunikativität bezeichnet die entsprechende Eigenschaft.
Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.
Beugung von kommunikativ
Ein kommunikativer Gast ist mitteilsam; eine kommunikative Aufgabe betrifft die Verständigung. Die Grundformen passen zu beiden Lesarten, während eine bloße Bereichszuordnung nicht gesteigert wird.
Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | kommunikativer | kommunikative | kommunikatives | kommunikative |
| Genitiv | kommunikativen | kommunikativer | kommunikativen | kommunikativer |
| Dativ | kommunikativem | kommunikativer | kommunikativem | kommunikativen |
| Akkusativ | kommunikativen | kommunikative | kommunikatives | kommunikative |
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | kommunikative | kommunikative | kommunikative | kommunikativen |
| Genitiv | kommunikativen | kommunikativen | kommunikativen | kommunikativen |
| Dativ | kommunikativen | kommunikativen | kommunikativen | kommunikativen |
| Akkusativ | kommunikativen | kommunikative | kommunikative | kommunikativen |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | kommunikativer | kommunikative | kommunikatives | kommunikativen |
| Genitiv | kommunikativen | kommunikativen | kommunikativen | kommunikativen |
| Dativ | kommunikativen | kommunikativen | kommunikativen | kommunikativen |
| Akkusativ | kommunikativen | kommunikative | kommunikatives | kommunikativen |
Herkunft und Wortbildung
Das Adjektiv gehört zur Wortfamilie von Kommunikation und kommunizieren. Für das Substantiv nennt Duden lateinisch communicatio für Mitteilung und Unterredung; das Verb wird auf communicare zurückgeführt. Die gemeinsame Wortfamilie erklärt den Bezug zum Austausch, während das Adjektiv zusätzlich die Bedeutung mitteilsam entwickelt hat.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Amir sucht beim Frühstück das Gespräch, fragt nach den anderen und berichtet von eigenen Erfahrungen. Er wirkt in dieser Runde kommunikativ. Für eine weitergehende Aussage über seine Gesprächsfähigkeit wären zusätzliche Beobachtungen wichtig, etwa wie er auf Antworten und unterschiedliche Ansichten reagiert. Dadurch bleibt das Lob an die tatsächlich geschilderten Merkmale gebunden.
Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.
