partnerschaftlich
Form & Grammatik
- Stichwort
- partnerschaftlich
- Worttrennung
- part·ner·schaft·lich
- Komparativ
- partnerschaftlicher
- Superlativ
- am partnerschaftlichsten
Partnerschaftlich: Auf Zusammenarbeit, gegenseitige Achtung und Beteiligung der anderen ausgerichtet. Das Wort beschreibt den Umgang miteinander und kann private ebenso wie berufliche Beziehungen betreffen.
Was bedeutet partnerschaftlich?
Partnerschaftlich handelt jemand, der andere als Beteiligte mit eigenen Interessen ernst nimmt. Entscheidungen werden besprochen, Verantwortung wird nachvollziehbar verteilt und Einwände dürfen geäußert werden. Das Wort beschreibt damit die Qualität einer Beziehung oder Zusammenarbeit.
Partnerschaftlich bedeutet nicht, dass alle Beteiligten jederzeit genau dasselbe tun oder dieselben Kenntnisse besitzen. Aufgaben können unterschiedlich verteilt sein. Entscheidend ist, ob die Aufteilung respektvoll abgestimmt wird und ob eine Seite die andere nicht bloß als ausführendes Werkzeug behandelt.
Auch Meinungsverschiedenheiten schließen partnerschaftlichen Umgang nicht aus. Gerade im Konflikt kann er sichtbar werden: Eine Figur erklärt ihre Gründe, hört Gegenargumente an und sucht eine tragfähige Vereinbarung. Eine freundliche Oberfläche allein genügt hingegen nicht, wenn die Entscheidung tatsächlich ohne Mitsprache feststeht.
Beispiele und Verwendung
Die beiden planten den Umzug partnerschaftlich und entschieden gemeinsam über die wichtigsten Ausgaben.
So ist es gemeint: Beide Interessen fließen in die Entscheidung ein.
Sie führte das Team partnerschaftlich, obwohl sie die Verantwortung für den Zeitplan trug.
So ist es gemeint: Eine Leitungsaufgabe kann mit ernst genommener Mitsprache verbunden sein.
Der höfliche Ton war wenig partnerschaftlich, solange jede Rückfrage abgewiesen wurde.
So ist es gemeint: Freundliche Formulierungen ersetzen keine tatsächliche Beteiligung.
Typische Verbindungen: partnerschaftlich zusammenarbeiten, ein partnerschaftlicher Umgang, partnerschaftlich entscheiden, eine partnerschaftliche Beziehung.
Synonyme und Bedeutungsunterschiede
- kooperativ
- Betont die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Partnerschaftlich hebt zusätzlich die gegenseitige Anerkennung der Beteiligten hervor.
- kollegial
- Beschreibt den unterstützenden, fairen Umgang unter Kollegen. Partnerschaftlich ist nicht auf einen beruflichen Kreis begrenzt.
- entgegenkommend
- Bezeichnet das Eingehen auf Wünsche. Ein einzelnes Zugeständnis schafft noch keine insgesamt partnerschaftliche Beziehung.
bevormundend und autoritär bilden Gegenpole, wenn eine Seite die Entscheidungen der anderen dauerhaft ersetzt oder Einwände nicht zulässt.
Partnerschaftlich in einer Charakterisierung
Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.
Beispielsituation
In einer erfundenen Werkstattgeschichte möchten Daria und Jan einen zusätzlichen Auftrag annehmen. Daria kann weniger Stunden beitragen, weil sie eine Angehörige unterstützt. Jan fragt nach einem realistischen Umfang; beide teilen Aufgaben neu auf und vereinbaren, den Auftrag bei Überlastung gemeinsam zu verkleinern.
- Beobachtung: Beide berücksichtigen unterschiedliche Möglichkeiten und einigen sich auf eine überprüfbare Aufgabenverteilung.
- Deutung: Der Umgang ist partnerschaftlich, weil weder Darias Einschränkung noch Jans Arbeitsbedarf einfach übergangen wird.
- Grenze der Aussage: Die Vereinbarung muss sich im weiteren Verhalten bewähren. Eine einzelne Absprache belegt noch nicht die Qualität der gesamten Beziehung.
Musterformulierung
Daria und Jan handeln partnerschaftlich, indem sie ihre unterschiedlichen Möglichkeiten offenlegen und die Aufgaben gemeinsam neu verteilen. Die vereinbarte Überprüfung schützt beide Interessen. Ob diese Beteiligung dauerhaft trägt, hängt davon ab, wie sie später mit einer möglichen Überlastung umgehen.
Der Absatz macht die Beteiligung beider Seiten sichtbar. Er setzt ungleiche Zeitanteile nicht mit mangelnder Partnerschaftlichkeit gleich.
Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.
Grammatik und richtige Schreibweise
- Wortart
- Adjektiv (Eigenschaftswort)
- Worttrennung
- part·ner·schaft·lich
- Verwandtes Nomen
- die Partnerschaft; die Partnerschaftlichkeit
Das Adjektiv endet auf -schaftlich und wird zusammengeschrieben. Es heißt ein partnerschaftlicher Umgang oder mit partnerschaftlichen Absprachen. Die Steigerung vergleicht den Grad, in dem Mitsprache und gegenseitige Achtung verwirklicht werden.
Beugung: Welche Endung passt?
Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | partnerschaftlicher | partnerschaftliche | partnerschaftliches | partnerschaftliche |
| Genitiv | partnerschaftlichen | partnerschaftlicher | partnerschaftlichen | partnerschaftlicher |
| Dativ | partnerschaftlichem | partnerschaftlicher | partnerschaftlichem | partnerschaftlichen |
| Akkusativ | partnerschaftlichen | partnerschaftliche | partnerschaftliches | partnerschaftliche |
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der partnerschaftliche | die partnerschaftliche | das partnerschaftliche | die partnerschaftlichen |
| Genitiv | des partnerschaftlichen | der partnerschaftlichen | des partnerschaftlichen | der partnerschaftlichen |
| Dativ | dem partnerschaftlichen | der partnerschaftlichen | dem partnerschaftlichen | den partnerschaftlichen |
| Akkusativ | den partnerschaftlichen | die partnerschaftliche | das partnerschaftliche | die partnerschaftlichen |
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ein partnerschaftlicher | eine partnerschaftliche | ein partnerschaftliches | keine partnerschaftlichen |
| Genitiv | eines partnerschaftlichen | einer partnerschaftlichen | eines partnerschaftlichen | keiner partnerschaftlichen |
| Dativ | einem partnerschaftlichen | einer partnerschaftlichen | einem partnerschaftlichen | keinen partnerschaftlichen |
| Akkusativ | einen partnerschaftlichen | eine partnerschaftliche | ein partnerschaftliches | keine partnerschaftlichen |
Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.
Wortbildung und Herkunft
Partnerschaftlich ist aus Partnerschaft mit der Adjektivendung -lich gebildet. Die Wortfamilie enthält Partner und Partnerin. Der heutige Gebrauch kann jede entsprechend gestaltete Zusammenarbeit betreffen und setzt keine romantische Beziehung voraus.
