schmeichlerisch

Durch übermäßiges Lob und gefällige Worte Zuneigung oder Gunst zu gewinnen suchend; oft mit dem kritischen Unterton des Sichanbiederns.

Was bedeutet schmeichlerisch?

Schmeichlerisch ist ein Verhalten, das jemanden durch lobende, besonders gefällige Worte für sich gewinnen möchte. Eine Person betont fortwährend die Vorzüge des Gegenübers, stimmt auffällig bereitwillig zu oder verpackt einen eigenen Wunsch in Komplimente. Der Ausdruck betrifft sowohl die Art des Sprechens als auch die darin erkennbare Annäherung. Er hat häufig einen kritischen Unterton.

Das Lob muss nicht in jedem Einzelpunkt falsch sein. Auch echte Fähigkeiten lassen sich übertrieben herausstellen, um eine Person günstig zu stimmen. Entscheidend ist die anbiedernde Funktion: Die Worte dienen dazu, Wohlwollen zu gewinnen. Ob dieses Ziel aus dem Text hervorgeht oder nur vermutet wird, sollte eine genaue Beschreibung unterscheiden. Ein aufrichtiger Dank und ein begründetes Lob sind nicht allein deshalb schmeichlerisch, weil sie dem anderen Freude bereiten.

Drei Beispiele für schmeichlerisch

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Bevor er um die bevorzugte Behandlung bat, sprach er schmeichlerisch von ihrem unfehlbaren Urteil und ihrer einzigartigen Großzügigkeit.“

Das auffällige Lob bereitet einen eigenen Wunsch vor. Die überhöhten Eigenschaften und der Ablauf der Szene machen die Absicht nachvollziehbar.

„Die Figur antwortet schmeichlerisch und lobt sogar den misslungenen Entwurf, sobald sie erfährt, wer ihn gezeichnet hat.“

Der Wechsel des Urteils hängt am Rang oder Einfluss des Urhebers. Das legt nahe, dass die Zustimmung vor allem dessen Gunst sucht.

„Er hielt ihren Dank zunächst für schmeichlerisch, erkannte später aber, wie genau sie seine tatsächliche Hilfe benannt hatte.“

Die Zuschreibung kann sich als ungerecht erweisen. Ein konkreter, angemessener Dank liefert eine andere Erklärung als bloßes Anbiedern.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Schmeichelhaft
Beschreibt die günstige Wirkung auf Ansehen oder Selbstgefühl. Eine ehrlich verliehene Auszeichnung kann schmeichelhaft sein, ohne dass sich jemand schmeichlerisch verhält.
Schleimig
Drückt stärkere Abneigung gegen als falsch empfundene Freundlichkeit aus. Schmeichlerisch benennt gezielter das gefällige Lob und die Suche nach Wohlwollen.
Wertschätzend
Kann aufrichtig die Leistung oder Person anerkennen. Ob Lob eine versteckte Absicht hat, lässt sich nicht allein an seiner freundlichen Form erkennen.

Schreibung und Grammatik

Schmeichlerisch wird mit -erisch geschrieben: ein schmeichlerischer Ton, eine schmeichlerische Bemerkung, schmeichlerisches Auftreten. Die Steigerung lautet schmeichlerischer, am schmeichlerischsten. In sie redet schmeichlerisch beschreibt das Adjektiv adverbial das Reden. Die Personenbezeichnungen lauten Schmeichler und Schmeichlerin. Beim Verb ist das Gegenüber ein Dativobjekt: Er schmeichelt der Vorsitzenden.

Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Die Bildung gehört zu Schmeichler und schmeicheln. Die Endung -isch kennzeichnet hier die Art eines Menschen, der schmeichelt. Duden führt das Verb auf mittelhochdeutsch smeicheln zurück, eine Weiterbildung zu smeichen, ursprünglich streichen. Die gegenwärtige Wortbedeutung richtet sich auf gefällige, anbiedernde Äußerungen.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Erst als Niklas erfährt, dass die Leiterin den Entwurf verfasst hat, ersetzt er seine Kritik durch überschwängliches Lob. Er spricht schmeichlerisch, weil sein Urteil erkennbar auf die einflussreiche Person abgestimmt wird. Die Szene kann ein Streben nach Zustimmung zeigen. Eine weitergehende Behauptung, er täusche in allen Beziehungen, würde über diesen einzelnen Beleg hinausgehen.

Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Schmeichlerisch in der Übersicht der Charaktereigenschaften