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selbstbewusst

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
selbstbewusst
Worttrennung
selbst·be·wusst
Komparativ
selbstbewusster
Superlativ
am selbstbewusstesten

Die Steigerung betrifft Selbstvertrauen oder sicheres Auftreten. Philosophisches Bewusstsein eines Wesens von sich selbst ist ein anderer Sinn. Ein sicherer Eindruck beweist nicht jede innere Überzeugung.

Formen und Verwendung im Detail

Vom eigenen Wert und den eigenen Fähigkeiten überzeugt und entsprechend sicher auftretend; philosophisch auch: sich seiner selbst als denkendes Wesen bewusst.

Was bedeutet selbstbewusst?

Selbstbewusst ist im allgemeinen Sprachgebrauch jemand, der seinem eigenen Wert und seinen Fähigkeiten vertraut. Das kann sich darin zeigen, dass die Person ihre Meinung klar vertritt, Aufgaben übernimmt oder ihre Grenzen benennt, ohne sich dafür grundsätzlich rechtfertigen zu müssen. Das Adjektiv beschreibt auch den Ausdruck dieser Sicherheit, etwa eine selbstbewusste Antwort. In der Philosophie kann es darüber hinaus das Bewusstsein eines denkenden Wesens von sich selbst bezeichnen.

Selbstbewusstsein ist nicht an Lautstärke, auffällige Kleidung oder ständiges Reden gebunden. Eine Person kann ruhig auftreten und dennoch sicher für ihre Anliegen einstehen. Ebenso schließt es das Eingestehen eines Fehlers nicht aus. Überheblich wirkt das Auftreten erst, wenn die eigene Bedeutung mit einer ungerechtfertigten Abwertung anderer verbunden wird. Ob hinter einem sicheren Auftreten tatsächlich inneres Vertrauen steht, lässt sich in einer Erzählung nur beurteilen, wenn die Darstellung entsprechende Einblicke gibt.

Drei Beispiele für selbstbewusst

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Sie stellte ihren Vorschlag selbstbewusst vor, erläuterte die Gründe und blieb offen für eine sinnvolle Verbesserung.“

Eigene Sicherheit und die Anerkennung anderer Beiträge werden verbunden. Das Beispiel zeigt kein Bedürfnis, jede Kritik abzuwehren.

„Er sagte selbstbewusst, dass er diese Aufgabe noch nicht beherrsche und vor der Übernahme eine Einführung brauche.“

Das Benennen einer Grenze kann Vertrauen in den eigenen Wert ausdrücken. Selbstbewusst bedeutet nicht, alle Fähigkeiten bereits besitzen zu müssen.

„Vor den Gästen trat sie selbstbewusst auf, während ihre Gedanken einen starken Zweifel am eigenen Können verrieten.“

Äußere Wirkung und inneres Erleben werden ausdrücklich getrennt. Die sichere Darstellung allein rechtfertigt hier kein Urteil über unerschütterliches Selbstvertrauen.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Selbstsicher
Ist im allgemeinen Gebrauch sehr nahe und betont ein sicheres Auftreten beziehungsweise Verhalten. Die philosophische Bedeutung von selbstbewusst ist damit nicht mitgemeint.
Arrogant
Enthält den Vorwurf der Überheblichkeit. Wer den eigenen Wert kennt, muss deshalb weder andere abwerten noch sich für unfehlbar halten.
Selbstbestimmt
Bezeichnet das Handeln nach eigenem Willen. Eine Person kann selbstbewusst auftreten und dennoch fremde Vorgaben ausführen; die Wörter betreffen verschiedene Aspekte.

Schreibung und Grammatik

Selbstbewusst wird zusammengeschrieben und mit ss geschrieben: ein selbstbewusster Auftritt, eine selbstbewusste Antwort, selbstbewusstes Handeln. Die Steigerung lautet selbstbewusster, am selbstbewusstesten. Das Substantiv heißt Selbstbewusstsein. In sie spricht selbstbewusst steht das Adjektiv adverbial; in sie ist selbstbewusst prädikativ. Für eine beobachtete Wirkung eignen sich Formulierungen wie wirkt selbstbewusst oder tritt selbstbewusst auf.

Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.

Beugung von selbstbewusst

Ein selbstbewusster Auftritt zeigt Vertrauen in den eigenen Wert. Das ist eine andere Aussage als das philosophische Bewusstsein eines Wesens von sich selbst.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativselbstbewussterselbstbewussteselbstbewusstesselbstbewusste
Genitivselbstbewusstenselbstbewussterselbstbewusstenselbstbewusster
Dativselbstbewusstemselbstbewussterselbstbewusstemselbstbewussten
Akkusativselbstbewusstenselbstbewussteselbstbewusstesselbstbewusste
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativselbstbewussteselbstbewussteselbstbewussteselbstbewussten
Genitivselbstbewusstenselbstbewusstenselbstbewusstenselbstbewussten
Dativselbstbewusstenselbstbewusstenselbstbewusstenselbstbewussten
Akkusativselbstbewusstenselbstbewussteselbstbewussteselbstbewussten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativselbstbewussterselbstbewussteselbstbewusstesselbstbewussten
Genitivselbstbewusstenselbstbewusstenselbstbewusstenselbstbewussten
Dativselbstbewusstenselbstbewusstenselbstbewusstenselbstbewussten
Akkusativselbstbewusstenselbstbewussteselbstbewusstesselbstbewussten

Herkunft und Wortbildung

Die Bildung verbindet selbst mit bewusst. Die Wortfamilie umfasst Selbstbewusstsein, das sowohl das Bewusstsein der eigenen Person als auch das Vertrauen in ihren Wert und ihre Fähigkeiten bezeichnet. Diese beiden heutigen Bedeutungen erklären, weshalb das Adjektiv im philosophischen Text etwas anderes meinen kann als bei der Beschreibung eines Gesprächsauftritts.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Paula erläutert ihre Ansicht, widerspricht einer unzutreffenden Behauptung und nimmt eine begründete Korrektur an. Ihr Auftreten wirkt selbstbewusst, weil sie ihre Position ohne Unterwerfung, aber auch ohne Abwertung anderer vertritt. Behauptet die Analyse zusätzlich inneres Selbstvertrauen, sollte sie dafür Gedanken, Selbstaussagen oder wiederkehrendes Verhalten als weitere Belege nutzen.

Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.

Selbstbewusst in der Übersicht der Charaktereigenschaften