überlebensfähig

Überlebensfähig: Unter den gegebenen Bedingungen in der Lage, weiterzuleben oder den eigenen Bestand zu erhalten.

Was bedeutet überlebensfähig?

Überlebensfähig bezeichnet zunächst Lebewesen, die unter bestimmten Bedingungen weiterleben können. Übertragen kann eine Organisation, ein Betrieb oder eine Einrichtung überlebensfähig sein, wenn ihre Voraussetzungen für den Fortbestand ausreichen.

Als Personenbeschreibung ist das Wort sehr weit. Praktische Fähigkeiten, Anpassung und verfügbare Unterstützung können eine Rolle spielen. Überleben ist jedoch nicht allein eine Charakterleistung: Äußere Bedingungen und Hilfe sind mitzudenken. Wer Unterstützung braucht, ist deshalb nicht weniger wertvoll oder weniger willensstark.

Auf den PunktÜberlebensfähig ist eine Fähigkeit unter bestimmten Bedingungen. Die Bedingungen sind ebenso wichtig wie die Eigenschaften einer Person.

Beispiele und Verwendung

Die Jungpflanzen waren außerhalb des geschützten Raums noch nicht überlebensfähig.

So ist es gemeint: Der Satz nennt einen konkreten Lebensraum.

Das kleine Theater blieb durch die gemeinsame Finanzierung überlebensfähig.

So ist es gemeint: Die übertragene Bedeutung betrifft den Fortbestand einer Einrichtung.

Die Erzählung zeigt sie als überlebensfähig in einer zunächst fremden Umgebung.

So ist es gemeint: Die Fähigkeit muss durch passende Handlungen und vorhandene Mittel begründet werden.

Typische Verbindungen: überlebensfähig sein, unter Bedingungen überlebensfähig bleiben, eine überlebensfähige Einrichtung.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

widerstandsfähig
Betont das Standhalten gegenüber Belastungen.
anpassungsfähig
Bezeichnet das Verändern des Verhaltens bei neuen Bedingungen und kann den Fortbestand erleichtern.
selbständig
Betrifft eigenständiges Handeln; Überlebensfähigkeit kann gerade auf Zusammenarbeit beruhen.

Unter den gegebenen Bedingungen nicht lebensfähig oder im Bestand gefährdet sind präzise Gegenbeschreibungen.

Überlebensfähig in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte muss Imani nach einem Umzug mit wenig Geld neu beginnen. Sie verschafft sich einen Überblick über feste Ausgaben, nimmt angebotene Übergangshilfe an und teilt Werkzeug mit ihren Nachbarn. Als eine Einnahme ausbleibt, verändert sie ihre Planung und spricht frühzeitig mit den Beteiligten, statt den Ausfall zu verschweigen.

  1. Beobachtung: Imani plant mit begrenzten Mitteln, nutzt Unterstützung und reagiert auf eine veränderte Voraussetzung.
  2. Deutung: Die Geschichte kann sie in diesem übertragenen Alltagssinn als überlebensfähig darstellen: Sie erhält ihre Handlungsfähigkeit unter schwierigen Bedingungen.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene ist keine Garantie für jeden weiteren Ausgang. Ihr Gelingen hängt auch an vorhandener Hilfe und verfügbaren Möglichkeiten.

Musterformulierung

Imani erscheint in der neuen Umgebung überlebensfähig, weil sie begrenzte Mittel überblickt, Unterstützung annimmt und ihre Planung anpasst. Ihre Stärke liegt dabei nicht in vollständiger Unabhängigkeit, sondern im praktischen Umgang mit den vorhandenen Möglichkeiten. Die Bedeutung der Hilfe darf bei diesem Urteil nicht ausgeblendet werden.

Der Absatz verbindet Fähigkeiten und äußere Voraussetzungen, statt Erfolg allein dem Charakter zuzuschreiben.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
über·le·bens·fä·hig
Verwandtes Nomen
die Überlebensfähigkeit

Es heißt eine überlebensfähige Pflanze und mit überlebensfähigen Strukturen. Die Steigerung vergleicht den Grad der Fähigkeit unter benannten Bedingungen.

Grundformüberlebensfähig
Komparativüberlebensfähiger
Superlativam überlebensfähigsten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativüberlebensfähigerüberlebensfähigeüberlebensfähigesüberlebensfähige
Genitivüberlebensfähigenüberlebensfähigerüberlebensfähigenüberlebensfähiger
Dativüberlebensfähigemüberlebensfähigerüberlebensfähigemüberlebensfähigen
Akkusativüberlebensfähigenüberlebensfähigeüberlebensfähigesüberlebensfähige
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder überlebensfähigedie überlebensfähigedas überlebensfähigedie überlebensfähigen
Genitivdes überlebensfähigender überlebensfähigendes überlebensfähigender überlebensfähigen
Dativdem überlebensfähigender überlebensfähigendem überlebensfähigenden überlebensfähigen
Akkusativden überlebensfähigendie überlebensfähigedas überlebensfähigedie überlebensfähigen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein überlebensfähigereine überlebensfähigeein überlebensfähigeskeine überlebensfähigen
Genitiveines überlebensfähigeneiner überlebensfähigeneines überlebensfähigenkeiner überlebensfähigen
Dativeinem überlebensfähigeneiner überlebensfähigeneinem überlebensfähigenkeinen überlebensfähigen
Akkusativeinen überlebensfähigeneine überlebensfähigeein überlebensfähigeskeine überlebensfähigen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Das Wort verbindet Überleben, ein Fugen-s und fähig. Über- gehört hier zum Verb überleben und bezeichnet kein Übermaß einer Eigenschaft.

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