uneinig

Uneinig: In einer Meinung, Entscheidung oder Haltung nicht miteinander übereinstimmend. Das Wort beschreibt meist eine Beziehung zwischen mehreren Beteiligten.

Was bedeutet uneinig?

Uneinig sind Personen oder Gruppen, die eine Sache unterschiedlich beurteilen oder verschiedene Lösungen bevorzugen. Sie können über ein Ziel einig sein und sich dennoch über den Weg dorthin streiten.

Uneinigkeit ist kein eigenständiger Charakterfehler. Sie kann aus unterschiedlichen Informationen, Bedürfnissen oder Werten entstehen und in einer sachlichen Diskussion geklärt werden. Für die Charakterisierung einer einzelnen Figur ist daher wichtiger, wie sie mit der Uneinigkeit umgeht.

Auf den PunktUneinig beschreibt fehlende Übereinstimmung. Die Art des Umgangs damit liefert die genaueren Charakterhinweise.

Beispiele und Verwendung

Über das Ziel waren sie einig, über den Termin jedoch uneinig.

So ist es gemeint: Die Uneinigkeit betrifft nur einen begrenzten Punkt.

Die uneinige Gruppe vertagte ihre Entscheidung.

So ist es gemeint: Es fehlt eine gemeinsame Position.

Sie blieben uneinig, hörten einander aber aufmerksam zu.

So ist es gemeint: Abweichende Meinungen schließen respektvollen Umgang nicht aus.

Typische Verbindungen: über etwas uneinig sein, sich uneinig sein, eine uneinige Gruppe, in einem Punkt uneinig bleiben.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

unentschlossen
Beschreibt fehlende Entscheidung einer Person; Uneinigkeit betrifft den Unterschied zwischen Positionen.
zerstritten
Betont einen belasteten Konflikt und ist stärker als bloße Meinungsverschiedenheit.
widersprüchlich
Kann Aussagen betreffen, die nicht zusammenpassen, ohne dass mehrere Personen beteiligt sind.

Einig und übereinstimmend sind direkte Gegenbegriffe. Friedlich ist keiner, weil auch friedliche Menschen uneinig sein können.

Uneinig in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte planen zwei Schwestern eine gemeinsame Feier. Aylin möchte draußen feiern, Nele fürchtet schlechtes Wetter. Beide wollen die Gäste bequem unterbringen. Aylin fragt nach Neles Bedenken, prüft eine überdachte Alternative und schlägt vor, den endgültigen Ort erst nach der Wettervorhersage festzulegen.

  1. Beobachtung: Die Schwestern bevorzugen unterschiedliche Orte, verfolgen aber dasselbe Ziel. Aylin nimmt die Bedenken in die weitere Planung auf.
  2. Deutung: Sie sind zunächst über den Ort uneinig. Für Aylins Charakter ist besonders ihre Bereitschaft zum Prüfen der anderen Position bedeutsam.
  3. Grenze der Aussage: Die Meinungsverschiedenheit beweist weder Feindseligkeit noch mangelnde Zusammenarbeit. Über einen dauerhaften Konflikt sagt die Szene nichts.

Musterformulierung

Aylin und Nele sind zunächst über den Ort der Feier uneinig. Aylin reagiert darauf jedoch mit Nachfragen und einem Vorschlag, der beide Anliegen berücksichtigt. Die Szene zeigt deshalb unterschiedliche Einschätzungen und zugleich eine konstruktive Form des Umgangs damit.

Der Absatz verwendet uneinig als Beziehungsbeschreibung und leitet die Charakteraussage aus dem konkreten Gesprächsverhalten ab.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·ei·nig
Verwandtes Nomen
die Uneinigkeit

Häufig steht das Wort mit über und Akkusativ: über den Termin uneinig. Es heißt eine uneinige Gruppe und zwischen uneinigen Parteien.

SteigerungBei einer einzelnen Ja-nein-Frage genügt meist uneinig. Wenn Anzahl oder Stärke der Meinungsunterschiede verglichen werden, sind Formen wie uneiniger als zuvor möglich.

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativuneinigeruneinigeuneinigesuneinige
Genitivuneinigenuneinigeruneinigenuneiniger
Dativuneinigemuneinigeruneinigemuneinigen
Akkusativuneinigenuneinigeuneinigesuneinige
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder uneinigedie uneinigedas uneinigedie uneinigen
Genitivdes uneinigender uneinigendes uneinigender uneinigen
Dativdem uneinigender uneinigendem uneinigenden uneinigen
Akkusativden uneinigendie uneinigedas uneinigedie uneinigen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein uneinigereine uneinigeein uneinigeskeine uneinigen
Genitiveines uneinigeneiner uneinigeneines uneinigenkeiner uneinigen
Dativeinem uneinigeneiner uneinigeneinem uneinigenkeinen uneinigen
Akkusativeinen uneinigeneine uneinigeein uneinigeskeine uneinigen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Die Wortbildung verneint einig, also übereinstimmend. Uneinigkeit setzt deshalb einen Bezug zwischen mehreren Standpunkten voraus. Wer sich mit sich selbst uneinig nennt, überträgt dieses Verhältnis bildlich auf die eigenen widersprechenden Wünsche oder Überlegungen.

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