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unrealistisch

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
unrealistisch
Worttrennung
un·re·a·lis·tisch
Komparativ
unrealistischer
Superlativ
am unrealistischsten

Formen und Verwendung im Detail

Unrealistisch: Die tatsächlichen Möglichkeiten und Bedingungen nicht ausreichend berücksichtigend.

Was bedeutet unrealistisch?

Unrealistisch ist eine Erwartung oder ein Plan, wenn er sich unter den gegebenen Bedingungen kaum oder nicht verwirklichen lässt. Häufig werden Zeit, Mittel, Fähigkeiten oder äußere Hindernisse unterschätzt. Bei einer Person bezeichnet das Wort dann ihre Einschätzung, nicht einen allgemeinen Mangel an Vernunft.

Ungewöhnliche und ehrgeizige Ziele sind nicht allein deshalb unrealistisch. Das Urteil braucht nachvollziehbare Angaben zu den Bedingungen. Ändern sich diese, kann auch die Einschätzung anders ausfallen.

Auf den PunktUnrealistisch ist ein Missverhältnis zwischen Vorstellung und Möglichkeiten. Es muss sich an konkreten Bedingungen zeigen.

Beispiele und Verwendung

Der Zeitplan war unrealistisch, weil die Lieferung erst nach dem vorgesehenen Aufbau eintreffen sollte.

So ist es gemeint: Ein überprüfbarer Widerspruch begründet die Bewertung.

Sie erwartete unrealistisch schnelle Fortschritte.

So ist es gemeint: Die erwartete Geschwindigkeit passt nicht zum notwendigen Lernprozess.

Sein Plan wirkte zuerst unrealistisch, wurde durch zusätzliche Hilfe aber machbar.

So ist es gemeint: Die Einschätzung ändert sich mit den Voraussetzungen.

Typische Verbindungen: unrealistisch planen, eine unrealistische Erwartung, unrealistische Ziele, etwas für unrealistisch halten.

Synonyme für unrealistisch: passend zum Zusammenhang

Unrealistisch nennt man eine Vorstellung, die tatsächliche Bedingungen oder erreichbare Möglichkeiten unzureichend berücksichtigt. Gemeint sein können fehlende Zeit, begrenzte Mittel oder falsche Erwartungen an Menschen. Je nach Stärke der Kritik passen wirklichkeitsfremd, nicht umsetzbar oder zu optimistisch. Ein ehrgeiziges Ziel ist jedoch nicht allein deshalb unrealistisch, weil es schwierig erscheint.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
wirklichkeitsfremdAnnahmen und VorstellungenBetont einen deutlichen Abstand zur tatsächlichen Lage und klingt meist schärfer wertend.
nicht umsetzbarKonkrete Vorhaben unter genannten BedingungenBeschränkt die Aussage auf die praktische Durchführung, statt die gesamte Vorstellung zu bewerten.
zu optimistischErwartungen an Verlauf und ErgebnisHebt hervor, dass günstige Entwicklungen zu selbstverständlich vorausgesetzt werden.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Der Zeitplan für die Reparatur ist unrealistisch.“

Alternative: „Der Zeitplan für die Reparatur ist mit den vorhandenen Ersatzteilen nicht umsetzbar.“

Die Umschreibung nennt den begrenzenden Umstand. Sie lässt offen, ob zusätzliche Teile oder ein anderer Termin das Vorhaben ermöglichen würden.

Ausgangssatz: „Ihre Erwartung einer sofortigen Einigung war unrealistisch.“

Alternative: „Ihre Erwartung einer sofortigen Einigung war zu optimistisch.“

Die zweite Fassung kritisiert die Zuversicht milder. Sie sagt nicht, dass die Person grundsätzlich den Bezug zur Wirklichkeit verloren habe.

Nicht gleichbedeutend: Ungewöhnlich, ambitioniert und unrealistisch sind keine austauschbaren Urteile. Eine neue Idee kann zunächst befremden und trotzdem tragfähig sein. Umgekehrt garantiert eine vertraute Vorgehensweise noch keinen realistischen Plan für den konkreten Fall.

Beim Formulieren: Bei nicht umsetzbar solltest du Einschränkungen wie derzeit, mit diesem Budget oder in dieser Frist erhalten. Wirklichkeitsfremd lässt sich direkt attributiv verwenden: eine wirklichkeitsfremde Annahme. Die Umschreibung verlangt entsprechend eine nicht umsetzbare Planung.

Gute Kritik verbindet das Urteil mit einem überprüfbaren Grund und einer möglichen Anpassung. Wer erklärt, dass drei Arbeitsschritte mehr Zeit benötigen, hilft weiter als jemand, der einen Entwurf bloß unrealistisch nennt. Dabei bleibt eine Prognose als Einschätzung erkennbar.

Weitere Abgrenzungen: Synonyme und Bedeutungsunterschiede
wirklichkeitsfremd
Betont eine deutliche Entfernung von tatsächlichen Verhältnissen.
optimistisch
Bezeichnet eine zuversichtliche Erwartung, die durchaus gut begründet sein kann.
utopisch
Kann sehr weit von gegenwärtigen Möglichkeiten entfernte Entwürfe bezeichnen und hat zusätzliche politische oder literarische Bedeutungen.

Realistisch, durchführbar und machbar passen je nach Aussage als Gegenbegriffe.

Unrealistisch in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte will Fara ein Stadtteilfest in zwei Tagen organisieren. Es gibt weder einen Raum noch Helfer oder die benötigte Technik. Auf den Hinweis, dass die angefragte Halle erst nächste Woche frei wird, hält sie unverändert am Termin fest. Eine kleinere Veranstaltung lehnt sie ab, ohne Alternativen zu nennen.

  1. Beobachtung: Fara berücksichtigt fehlende Voraussetzungen und eine konkrete Termingrenze nicht.
  2. Deutung: Ihre Planung ist unrealistisch, weil Umfang und Zeitrahmen unter den beschriebenen Bedingungen nicht zusammenpassen.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene widerlegt nicht ihren Einfallsreichtum oder Einsatz. Bewertet wird die Durchführbarkeit dieses Plans.

Musterformulierung

Fara schätzt die Vorbereitung des Festes unrealistisch ein. Sie hält am Umfang und Termin fest, obwohl grundlegende Mittel fehlen und der Raum nicht verfügbar ist. Die Bewertung beruht damit auf konkreten Hindernissen. Sie sagt noch nicht, ob Fara unter anderen Bedingungen erfolgreich organisieren könnte.

Der Absatz begründet das Urteil sachlich und trennt die unpassende Planung von einer pauschalen Abwertung der Person.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·re·a·lis·tisch
Wortgruppe mit Nomen
die unrealistische Erwartung

Es heißt ein unrealistischer Plan und mit unrealistischen Annahmen. Das Wort enthält die Folge realistisch unverändert.

Grundformunrealistisch
Komparativunrealistischer
Superlativam unrealistischsten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativunrealistischerunrealistischeunrealistischesunrealistische
Genitivunrealistischenunrealistischerunrealistischenunrealistischer
Dativunrealistischemunrealistischerunrealistischemunrealistischen
Akkusativunrealistischenunrealistischeunrealistischesunrealistische
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder unrealistischedie unrealistischedas unrealistischedie unrealistischen
Genitivdes unrealistischender unrealistischendes unrealistischender unrealistischen
Dativdem unrealistischender unrealistischendem unrealistischenden unrealistischen
Akkusativden unrealistischendie unrealistischedas unrealistischedie unrealistischen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein unrealistischereine unrealistischeein unrealistischeskeine unrealistischen
Genitiveines unrealistischeneiner unrealistischeneines unrealistischenkeiner unrealistischen
Dativeinem unrealistischeneiner unrealistischeneinem unrealistischenkeinen unrealistischen
Akkusativeinen unrealistischeneine unrealistischeein unrealistischeskeine unrealistischen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Unrealistisch verneint realistisch im Sinne einer angemessenen Berücksichtigung der Wirklichkeit. Gemeint ist vor allem die Beziehung zwischen einer Vorstellung und den tatsächlich vorhandenen Bedingungen.

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