ad acta
Form & Grammatik
- Stichwort
- ad acta
- Worttrennung
- ad ac·ta
Gebrauch: Unveränderliche Wortverbindung in etwas ad acta legen. Wörtlich zu den Akten: veraltet. Übertragen als erledigt behandeln: bildungssprachlich.
Definition · kurz erklärt
Etwas ad acta legen heißt heute meist, eine Angelegenheit als erledigt zu behandeln und sie nicht weiterzuverfolgen. Die ältere wörtliche Bedeutung ist: etwas zu den Akten legen.
Bedeutungen
1. Eine Angelegenheit nicht weiterverfolgen
Bildungssprachlich bedeutet etwas ad acta legen, dass man sich mit einer Angelegenheit nicht weiter befasst und sie als abgeschlossen behandelt. Das kann einen Plan, eine Forderung oder eine Diskussion betreffen.
„Nach dem Kostenvergleich legte der Verein den Plan für einen Neubau ad acta.“
Der Verein gibt den Neubauplan nach der Kostenprüfung auf.
2. Etwas zu den Akten legen
Die ältere wörtliche Bedeutung ist, ein Schriftstück den Akten zuzuordnen oder dort abzulegen. Dieser Gebrauch gilt als veraltet; heute ist vor allem die übertragene Wendung geläufig.
„Das Schreiben wurde ad acta gelegt.“
In einem älteren Verwaltungstext kann tatsächlich die Ablage gemeint sein. Ohne Zusammenhang ist auch die übertragene Lesart möglich.
Ad acta legen: Synonyme und Unterschiede
Abhaken und nicht weiterverfolgen
Nicht weiterverfolgen beschreibt die Entscheidung oft besonders klar. Abhaken ist umgangssprachlicher: „Den Plan können wir abhaken.“ Es kann auch bedeuten, dass eine Aufgabe erfolgreich erledigt ist. Ad acta legen sagt dagegen nicht von sich aus, dass ein Ziel erreicht wurde.
Zurückstellen und aufgeben
Zurückstellen lässt eine spätere Wiederaufnahme eher offen. „Wir stellen den Antrag bis zur nächsten Sitzung zurück“ bedeutet etwas anderes als „Wir legen ihn ad acta“. Aufgeben betont das Ende eines Vorhabens. Im wörtlichen Zusammenhang passen ablegen oder zu den Akten nehmen; vernichten ist kein gleichbedeutendes Wort.
Beispiele und Verwendung
„Mit der neuen Einigung können wir den alten Streit ad acta legen.“
Die Beteiligten wollen den Streit mit der Einigung abschließen.
„Die Idee ist vorerst ad acta gelegt.“
Vorerst schränkt die scheinbare Endgültigkeit ausdrücklich ein. Eine spätere Wiederaufnahme bleibt möglich. Bei verbindlichen Mitteilungen ist „Wir verfolgen die Idee derzeit nicht weiter“ häufig eindeutiger.
Feste Verbindung
Der feste deutsche Gebrauch ist vor allem etwas ad acta legen. Die Wendung wird als Einheit verwendet.
Grammatik und Verwendung
Die Worttrennung lautet ad ac·ta. Die Wendung bleibt unverändert und wird innerhalb eines Satzes kleingeschrieben. Das Verb wird gebeugt: „legt den Vorschlag ad acta“, „legte den Vorschlag ad acta“, „hat den Vorschlag ad acta gelegt“.
Das Objekt der deutschen Verbindung steht im Akkusativ: „den Vorschlag“, „die Angelegenheit“. Die lateinischen Wörter bleiben dabei unverändert. Als Abkürzung begegnet a. a.; im allgemeinen Lesetext ist die ausgeschriebene Wendung meist verständlicher.
Herkunft
Die lateinische Fügung bedeutet „zu den Akten“. Aus der Vorstellung der Ablage erklärt sich die übertragene Verwendung für etwas, das als erledigt behandelt wird.
Weitere Begriffe findest du im Fremdwörterbuch.
