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Affront

Form & Grammatik

SubstantivFremdwort
Stichwort
Affront
Worttrennung
Af·front
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Affronts
Plural
die Affronts

Gebrauch: Bildungssprachlich; ein Affront gegen jemanden oder gegenüber jemandem. Nicht auf gesprochene Äußerungen beschränkt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Affront ist eine herausfordernde Kränkung oder Beleidigung. Das bildungssprachliche Wort kann sich auf eine Äußerung, eine Geste oder eine andere Handlung beziehen. Häufig wird damit beschrieben, dass jemand sich demonstrativ missachtet fühlt.

Bedeutungen

Eine herausfordernde Kränkung

Als Affront bezeichnet man etwas, das die Achtung vor einer Person oder Gruppe verletzt oder bewusst infrage zu stellen scheint. Ein scharfer Ausspruch kann so wirken, aber auch eine demonstrative Zurückweisung.

„Die Gastgeberin empfand es als Affront, dass ihr Ehrengast sie vor allen anderen ohne Gruß stehen ließ.“

Die Szene erklärt, weshalb die Handlung verletzend wirkt. Die Formulierung empfand es als Affront kennzeichnet zugleich die Sicht der Gastgeberin; sie beweist für sich genommen noch keine Absicht des Gastes.

Affront: Synonyme und andere Wörter

Kränkung und Beleidigung

Kränkung · Beleidigung · Missachtung

Kränkung betont die verletzende Wirkung. Beleidigung passt besonders, wenn jemand herabgesetzt wird. Missachtung kann auch ohne auffällige Konfrontation geschehen. Affront hebt die herausfordernde Seite hervor; nicht jede unbedachte Unhöflichkeit muss deshalb ein Affront sein.

„Sie deutet die Bemerkung als Affront.“ – „Sie deutet die Bemerkung als Beleidigung.“ Die zweite Fassung benennt die Herabsetzung allgemeiner.

Affront und Provokation

Provokation · provokant

Eine Provokation soll oder kann eine Reaktion auslösen. Dazu muss sie niemanden persönlich kränken: Auch eine zugespitzte Sachfrage kann provokant sein. Affront legt dagegen eine Verletzung der Achtung nahe.

„Die Frage war provokant.“ lässt offen, ob jemand beleidigt wurde. „Die Frage war ein Affront gegen die Gastgeberin.“ beschreibt sie ausdrücklich als persönliche Kränkung.

Beispiele und Verwendung

„Der Kommentar wertet die demonstrative Absage als Affront.“ Hier ist eine Handlung gemeint. Der Satz zeigt außerdem, wer die Handlung beurteilt: der Kommentar.

„Die Gesprächspartnerin wollte den Affront nicht auf sich beruhen lassen.“ Gemeint ist eine zuvor erlebte Kränkung. Ohne den vorausgehenden Zusammenhang bleibt offen, worin sie bestand.

Bei Vorwürfen lohnt es sich, Handlung, Wirkung und zugeschriebene Absicht zu trennen. Auch das Wort extra kann in einem Vorwurf eine Absicht unterstellen. Die bloße Bezeichnung als Affront ersetzt keine Erklärung des konkreten Vorfalls.

Grammatik und Beugung

Affront ist ein maskulines Substantiv: der Affront. Der Genitiv Singular und alle Pluralformen haben ein -s. Im Dativ Plural bleibt es bei den Affronts. Die Worttrennung lautet Af·front.

Nach gegen steht der Akkusativ: ein Affront gegen den Gastgeber. Nach gegenüber steht der Dativ: ein Affront gegenüber dem Gastgeber. Das Genus betrifft das Wort, nicht das Geschlecht einer betroffenen Person.

Affront: die vier Fälle
FallSingularPlural
Nominativder Affrontdie Affronts
Genitivdes Affrontsder Affronts
Dativdem Affrontden Affronts
Akkusativden Affrontdie Affronts

Herkunft

Affront wurde aus dem französischen affront übernommen. Dazu gehört affronter im Sinn von beleidigen oder vor den Kopf stoßen. In der Wortgeschichte steht dahinter französisch front, Stirn.

Etwas als Affront empfinden

Die Verbindung etwas als Affront empfinden nennt ausdrücklich eine Wahrnehmung oder Bewertung. „Er empfindet den fehlenden Dank als Affront.“ Damit wird seine Reaktion beschrieben. Ob der Dank absichtlich unterblieben ist, bleibt eine andere Frage.