Interaktion
Form & Grammatik
- Stichwort
- Interaktion
- Worttrennung
- In·ter·ak·ti·on
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Interaktion
- Plural
- die Interaktionen
Der Zusammenhang bestimmt, ob menschliches Handeln, technische Bedienung oder eine stoffliche Wirkungsänderung gemeint ist.
Gebrauch: Aufeinander bezogenes Handeln und gegenseitige Beeinflussung; auch fachsprachlich für Wirkungsänderungen.
Definition · kurz erklärt
Eine Interaktion ist ein aufeinander bezogener Vorgang: Beteiligte handeln, reagieren oder beeinflussen sich. Das Wort wird für Menschen und technische Zusammenhänge gebraucht. In der Fachsprache kann es außerdem eine Veränderung von Wirkungen bezeichnen, etwa bei Arzneistoffen.
Bedeutungen
Aufeinander bezogenes Handeln und Reagieren
Bei einer Interaktion stehen Vorgänge miteinander in Beziehung. Zwischen Menschen kann das durch Worte, Gesten und andere Handlungen geschehen. Im technischen Zusammenhang kann etwa eine Eingabe eine Systemreaktion auslösen, auf die ein Mensch wiederum reagiert. Die bloße Anwesenheit mehrerer Personen oder Geräte beschreibt noch keinen solchen Ablauf.
„Die Lehrerin verändert nach einer Rückfrage ihre Erklärung, und der Schüler formuliert seine Frage genauer.“
Das eigene Beispiel zeigt einen wechselseitigen Bezug im Gespräch. Eine Interaktion muss weder einig noch freundlich verlaufen. Auch ein Streit kann aus aufeinander bezogenen Handlungen bestehen.
Beeinflussung von Wirkungen
Fachsprachlich kann Interaktion bedeuten, dass sich Wirkungen beeinflussen. Bei Arzneistoffen können etwa Stärke oder Dauer einer Wirkung verändert werden. Der Ausdruck bezeichnet den Zusammenhang; die genaue Veränderung muss zusätzlich beschrieben werden.
„Der Fachtext untersucht Interaktionen zwischen zwei Arzneistoffen.“
Der eigene Satz nennt einen Untersuchungsgegenstand. Er sagt weder, welche Veränderung eintritt, noch wie ein bestimmtes Arzneimittel anzuwenden wäre. Interaktion bedeutet hier keine Unterhaltung und keine bewusste Handlung.
Interaktion: Synonyme und andere Wörter
Wechselwirkung und Wechselbeziehung
Wechselwirkung betont die gegenseitige Beeinflussung. Wechselbeziehung richtet den Blick eher auf den Zusammenhang. Bei sozialen Handlungen können beide Ausdrücke passen, während im medizinischen Wirkungskontext Wechselwirkung die naheliegende deutsche Bezeichnung ist.
„Die Untersuchung beschreibt die Interaktion der Beteiligten. – Die Untersuchung beschreibt die Wechselbeziehung zwischen den Beteiligten.“
Die zweite Aussage kann einen allgemeineren Zusammenhang meinen. Soll der konkrete Ablauf aus Frage, Antwort und Reaktion beschrieben werden, ist dieser zusätzlich zu nennen.
Kommunikation und Zusammenarbeit
Kommunikation hebt den Austausch von Mitteilungen hervor. Zusammenarbeit setzt ein gemeinsames Arbeiten voraus. Eine Interaktion kann Kommunikation umfassen, bedeutet aber nicht automatisch Zusammenarbeit. Ob Menschen miteinander interagieren, sagt noch nichts über ein gemeinsames Ziel.
„Die beiden interagieren im Streit. – Die beiden arbeiten an einer Lösung zusammen.“
Im ersten Satz reagieren die Personen aufeinander; im zweiten verfolgen sie gemeinsam eine Aufgabe. Die zweite Aussage lässt sich aus dem ersten Satz allein nicht ableiten.
Interaktion und interaktiv
Das Nomen benennt den Vorgang oder Zusammenhang. Das Adjektiv interaktiv beschreibt etwa ein Angebot, das Eingaben ermöglicht und darauf reagiert. Eine technische Bedienoberfläche oder ein Interface kann einen solchen Austausch ermöglichen; die Oberfläche selbst ist nicht der gesamte Vorgang.
„Die Anwendung ist interaktiv. – Die Studie untersucht die Interaktion mit der Anwendung.“
Der erste Satz beschreibt eine Eigenschaft des Angebots. Der zweite macht den tatsächlichen Ablauf der Nutzung zum Gegenstand. Eine bewegte Darstellung ohne Eingabemöglichkeit belegt diese Eigenschaft noch nicht.
Beispiele und Verwendung
Den Vorgang konkret machen
„Die Beobachtung erfasst Blickkontakt, Rückfragen und Antworten als Teile der Interaktion.“
Die Aufzählung erklärt, woran der aufeinander bezogene Ablauf im Beispiel erkennbar ist. Welche Handlungen dazugehören, hängt von der untersuchten Situation ab.
Technische Eingabe und Reaktion
„Nach der Auswahl eines Feldes zeigt das Programm eine Rückfrage an; die Nutzerin bestätigt ihre Eingabe.“
Das eigene Beispiel beschreibt eine Mensch-System-Interaktion. Daraus folgt keine menschliche Absicht oder eigenes Verständnis des Programms.
Mehrere Vorgänge unterscheiden
„Der Bericht vergleicht die Interaktionen verschiedener Gesprächsgruppen.“
Der Plural benennt mehrere unterscheidbare Vorgänge oder Beziehungen. Wie häufig oder gelungen sie sind, bleibt offen.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Interaktion, im Genitiv der Interaktion. Der Plural lautet die Interaktionen, im Dativ den Interaktionen. Die Singularform bleibt in allen vier Fällen gleich; in der Mehrzahl steht in allen vier Fällen Interaktionen.
Die Worttrennung lautet In·ter·ak·ti·on. Die Verbindung Interaktion zwischen kann die Beteiligten nennen; Interaktion mit hebt einen Bezugspartner hervor. Interagieren ist ein eigenes Verb und interaktiv ein eigenes Adjektiv. Beide gehören nicht als Formen in die folgende Nomentabelle.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Interaktion | die Interaktionen |
| Genitiv | der Interaktion | der Interaktionen |
| Dativ | der Interaktion | den Interaktionen |
| Akkusativ | die Interaktion | die Interaktionen |
Herkunft
Das Wort enthält die lateinischen Bestandteile inter für zwischen und actio für Handlung. Der genaue Entlehnungsweg ist hier nicht als gesichert festgelegt. Aus der Herkunft der Bestandteile folgt auch nicht, dass jede heutige fachsprachliche Verwendung eine bewusste menschliche Handlung meinen muss.
