Kalligrafie (Kalligraphie)
Form & Grammatik
- Stichwort
- Kalligrafie
- Worttrennung
- Kal·li·gra·fie / Kal·li·gra·phie
- Artikel
- die
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Kalligrafie / der Kalligraphie
- Plural
- die Kalligrafien / die Kalligraphien; nur für Werke
Gebrauch: Kalligraphie ist eine gleichwertige Schreibvariante. Als Kunst des Schreibens ohne Plural; als einzelnes Werk zählbar. Beide tatsächlich belegten Schreibweisen und Formen gehören zu einem Artikel.
Definition · kurz erklärt
Kalligrafie, auch Kalligraphie geschrieben, ist die Kunst des schönen und künstlerisch gestalteten Schreibens. Das Wort kann außerdem ein einzelnes Werk dieser Schriftkunst bezeichnen. Die beiden Schreibweisen meinen dasselbe Wort; der Plural für einzelne Werke lautet Kalligrafien oder Kalligraphien.
Bedeutungen
Die Kunst der Schriftgestaltung
Bei der Kalligrafie werden Schriftzeichen bewusst als Formen gestaltet. Linienführung, Proportionen, Abstände und die Anordnung auf der Fläche können dabei eine künstlerische Wirkung erzeugen. Das ist mehr als die bloße lesbare Notiz einer Information. Welche ästhetischen Regeln gelten und welche Werkzeuge verwendet werden, hängt von der jeweiligen Schrifttradition und Gestaltung ab.
„Die Teilnehmerin beschäftigt sich mit Kalligrafie und achtet besonders auf den Rhythmus ihrer Linien.“
Gemeint ist die Schriftkunst als Tätigkeit und Gestaltungsbereich. Dieser Gebrauch steht ohne Plural. Die Aussage legt weder ein bestimmtes Alphabet noch eine einzige zulässige Schreibtechnik fest.
Ein einzelnes Werk der Schriftkunst
Eine Kalligrafie ist auch eine einzelne kalligrafische Arbeit. Sie kann als Werk betrachtet, ausgestellt oder gesammelt werden. Hier ist das Nomen zählbar: Man kann von einer Kalligrafie und von mehreren Kalligrafien sprechen.
„An der Wand hängen drei Kalligrafien derselben Künstlerin.“
Gezählt werden die einzelnen Arbeiten, nicht drei verschiedene Künste des Schreibens. Der Satz sagt noch nichts über ihre Größe, ihr Material oder den Inhalt der dargestellten Zeichen.
Kalligrafie: Synonyme und andere Wörter
Schreibkunst oder Schönschreiben
Schreibkunst hebt die künstlerische Gestaltung hervor. Schönschreiben kann ebenfalls passen, lässt aber im Alltag auch an eine möglichst ordentliche Handschrift denken. Kalligrafie geht über bloße Sauberkeit der Notiz hinaus und kann in zeitgenössischen Arbeiten sogar stark abstrahierende Formen annehmen.
„Sie interessiert sich für Kalligrafie.“ → „Sie interessiert sich für die künstlerische Gestaltung von Schrift.“
Die Umschreibung erklärt den Bereich, ohne ihn auf ein einziges Werkzeug oder auf das fehlerfreie Abschreiben eines Textes zu beschränken.
Schriftkunstwerk oder kalligrafische Arbeit
Für ein einzelnes Werk passen kalligrafische Arbeit oder Schriftkunstwerk. Handschrift ist allgemeiner: Sie kann die persönliche Schreibweise oder einen handgeschriebenen Text meinen, ohne dessen künstlerischen Anspruch hervorzuheben.
„Das Museum zeigt eine Kalligrafie.“ → „Das Museum zeigt eine kalligrafische Arbeit.“
Beide Fassungen können dasselbe ausgestellte Werk bezeichnen. Das Wort Manuskript würde dagegen zunächst auf einen handschriftlichen Text verweisen und nicht automatisch dieselbe Art von Kunstwerk benennen.
Beispiele und Verwendung
Kunstbereich und einzelnes Werk auseinanderhalten
„Sie erforscht Kalligrafie und untersucht dafür mehrere Kalligrafien.“
Die erste Wortform nennt den Kunstbereich, die zweite einzelne Arbeiten. Der Wechsel vom Singular zum Plural entspricht hier also auch einem Bedeutungswechsel zwischen Tätigkeit beziehungsweise Kunst und konkretem Werk.
Nicht nur möglichst leicht lesbare Zeichen
Künstlerische Schriftgestaltung kann deutlich lesbare Zeichen verwenden. Sie kann deren Formen aber auch so stark überlagern oder abstrahieren, dass die Lesbarkeit gegenüber der Bildwirkung zurücktritt. Deshalb wäre die allgemeine Definition immer besonders leicht lesbare Schrift zu eng.
„In der erfundenen Beschreibung steht die Bewegung der Schriftlinien stärker im Vordergrund als das Entziffern des Textes.“
Das Beispiel erläutert eine mögliche künstlerische Gewichtung. Es erklärt nicht jede unleserliche Notiz schon zu einer Kalligrafie.
Literarische Kalligrafie als Bild
Im Zusammenhang mit der Trümmerliteratur begegnet die Verbindung literarische Kalligraphie als kritische Bezeichnung für Schönschreiben. Dort wird die Vorstellung auf die sprachliche Gestaltung übertragen. Gemeint ist nicht die Führung einer Feder oder eines Pinsels beim Anfertigen des Manuskripts.
Grammatik und Beugung
Beide Schreibweisen sind feminin: die Kalligrafie oder die Kalligraphie. Die Genitive lauten der Kalligrafie und der Kalligraphie. Die Mehrzahl für einzelne Werke ist die Kalligrafien beziehungsweise die Kalligraphien, im Dativ den Kalligrafien beziehungsweise den Kalligraphien.
Für die Kunst des Schreibens bleibt das Wort ohne Plural. Die Tabelle zeigt die Mehrzahl deshalb nur für einzelne Werke. Kalligrafie und Kalligraphie sind Schreibvarianten desselben Nomens und keine zwei verschiedenen grammatischen Wortarten.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Kalligrafie / die Kalligraphie | die Kalligrafien / die Kalligraphien |
| Genitiv | der Kalligrafie / der Kalligraphie | der Kalligrafien / der Kalligraphien |
| Dativ | der Kalligrafie / der Kalligraphie | den Kalligrafien / den Kalligraphien |
| Akkusativ | die Kalligrafie / die Kalligraphie | die Kalligrafien / die Kalligraphien |
Kalligrafie oder Kalligraphie?
Beide Schreibweisen sind richtig. Kalligrafie verwendet f, Kalligraphie die Buchstabenfolge ph. Die Worttrennungen lauten Kal·li·gra·fie und Kal·li·gra·phie. In einem zusammenhängenden eigenen Text ist eine einheitliche Schreibweise sinnvoll; historische Zitate behalten ihre ursprüngliche Schreibung.
Herkunft
Das Wort geht auf griechisch kalligraphía zurück. Seine Bestandteile verbinden schön und schreiben. Der Herkunftsgedanke erklärt die traditionelle Bezeichnung Schönschreibkunst; die heutigen künstlerischen Erscheinungsformen sind damit nicht auf eine einzige Vorstellung von Schönheit festgelegt.
Weitere Wörter erklärt das Fremdwörterbuch.
