Parität
Form & Grammatik
- Stichwort
- Parität
- Worttrennung
- Pa·ri·tät
- Artikel
- die
- Genus
- Femininum
- Genitiv Singular
- der Parität
- Plural
- die Paritäten
Gleiche Anteile, Währungsverhältnisse und gerade/ungerade Eigenschaften nicht miteinander verwechseln.
Gebrauch: Plural selten; die fachliche Bedeutung und der jeweilige Vergleichsmaßstab müssen erkennbar sein.
Definition · kurz erklärt
Parität bedeutet allgemein Gleichheit oder Gleichstellung, etwa bei der Verteilung von Sitzen. In Fachgebieten wie Wirtschaft, Mathematik, Informatik und Physik besitzt das Wort unterschiedliche, genauer festgelegte Bedeutungen.
Bedeutungen
Gleichheit oder Gleichstellung
Parität kann eine Gleichheit von Anteilen, Rechten oder Stellung bezeichnen. Bei der Besetzung eines Gremiums ist oft gemeint, dass die betrachteten Seiten gleich viele Sitze erhalten. Was gleich sein soll, muss benannt werden.
„Im Ausschuss herrscht Parität: Jede der beiden Gruppen besetzt vier Sitze.“
Die Aussage betrifft hier die Zahl der Sitze. Sie beweist noch nicht, dass beide Gruppen in jeder praktischen Hinsicht denselben Einfluss haben.
Wirtschaft: ein Verhältnis zwischen Währungen
In der Wirtschaft kann Parität ein festgelegtes Austausch- oder Wertverhältnis zwischen Währungen bezeichnen. Die genaue Bedeutung hängt vom Zusammenhang ab. Der Ausdruck muss daher nicht in jedem Fachtext ein Verhältnis von eins zu eins meinen.
„Das historische Beispiel erläutert die vereinbarte Parität zwischen zwei Währungen.“
Der Satz nennt ein Verhältnis, aber noch keinen Zahlenwert. Ohne weitere Angaben lässt sich daraus kein Kurs berechnen.
Mathematik und Informatik: gerade oder ungerade
Bei ganzen Zahlen bezeichnet Parität die Eigenschaft, gerade oder ungerade zu sein. In der Informatik spielt entsprechend die gerade oder ungerade Zahl gesetzter Bits eine Rolle. Ein Paritätsbit kann die vereinbarte Geradheit oder Ungeradheit einer Bitfolge herstellen.
„Die Zahlen 8 und 12 haben dieselbe Parität; 8 und 9 haben unterschiedliche Parität.“
Hier geht es nicht um gleiche Zahlenwerte. 8 und 12 sind beide gerade, obwohl sie verschieden groß sind.
Physik: Punktspiegelung am Ursprung
In der Physik betrifft Parität das Verhalten eines Systems beziehungsweise seiner Beschreibung bei einer Punktspiegelung am Ursprung (r → −r). Eine Wellenfunktion hat gerade Parität, wenn sie bei dieser Punktspiegelung unverändert bleibt; bei ungerader Parität wechselt sie insgesamt ihr Vorzeichen.
„Der Übungstext ordnet einer Wellenfunktion gerade Parität zu, weil sie bei dieser Punktspiegelung unverändert bleibt.“
Das ist eine Symmetrieaussage. Sie darf nicht mit gleichen Sitzanteilen oder einem Währungskurs verwechselt werden.
Parität: Synonyme und andere Wörter
Gleichheit, Gleichstellung und gleiche Anteile
Gleichheit ist der weitere Ausdruck. Gleichstellung betont die gleiche Stellung oder Behandlung. Gleiche Anteile ist genauer, wenn tatsächlich eine mengenmäßige Verteilung gemeint ist. Das Adjektiv paritätisch beschreibt eine entsprechende Ordnung.
„Die Besetzung soll Parität herstellen.“ – „Beide Gruppen sollen jeweils fünf Sitze erhalten.“
Die zweite Fassung macht den hier gemeinten Maßstab ausdrücklich. Sie behauptet keine darüber hinausgehende Gleichheit.
Gleichgewicht ist nicht immer Parität
Ein Gleichgewicht kann durch unterschiedliche Beiträge oder Kräfte entstehen. Parität kann dagegen ausdrücklich gleiche Anteile verlangen. In der mathematischen oder physikalischen Verwendung wäre Gleichgewicht häufig gar kein passender Ersatz.
„Die Aufgabenverteilung wirkt ausgewogen.“ – „Beide Teams erhalten genau die Hälfte der Plätze.“
Nur die zweite Aussage legt gleiche Zahlenanteile fest.
Beispiele und Verwendung
Eine Paritätsprüfung ist keine Fehlerfreiheitsgarantie
„Die Bitfolge 1011 enthält drei Einsen; mit einem zusätzlichen Eins-Bit wird ihre Anzahl gerade.“
Bei der so vereinbarten geraden Parität kann eine Änderung genau eines Bits auffallen. Eine passende Parität beweist jedoch nicht, dass gar kein Fehler aufgetreten ist: Zwei Änderungen können die Geradheit wieder erhalten.
Den Maßstab mitliefern
„Bei den Sitzen besteht Parität, bei der Redezeit dagegen nicht.“
Die beiden Angaben widersprechen sich nicht. Sie beziehen sich auf unterschiedliche Merkmale derselben Situation.
Grammatik und Beugung
Das Nomen ist feminin: die Parität, im Genitiv der Parität. Der seltene Plural heißt die Paritäten, im Dativ den Paritäten. Die Tabelle zeigt die belegten Formen, ohne den seltenen Plural als alltäglichen Gebrauch auszugeben.
Parität ist eine Begriffsbezeichnung. Das grammatische Femininum bezeichnet keine Frau und erfordert keine männliche Personen-Gegenform.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Parität | die Paritäten |
| Genitiv | der Parität | der Paritäten |
| Dativ | der Parität | den Paritäten |
| Akkusativ | die Parität | die Paritäten |
Herkunft
Parität geht auf lateinisch paritas zurück, gebildet zu lateinisch par für „gleich“. Die gemeinsame Wortgeschichte verbindet die verschiedenen Fachverwendungen; sie macht deren heutige Bedeutungen aber nicht identisch.
