Partizipation
Form & Grammatik
- Stichwort
- Partizipation
- Worttrennung
- Par·ti·zi·pa·ti·on
- Artikel
- die
- Genus
- Femininum
- Genitiv Singular
- der Partizipation
- Plural
- die Partizipationen
Teilnahme, Anhörung und Mitentscheidung können unterschiedliche Formen der Beteiligung sein; das Wort allein legt keine Befugnisse fest.
Gebrauch: Bildungssprachlich; Plural selten. Umfang und Form der Beteiligung aus dem Zusammenhang bestimmen.
Definition · kurz erklärt
Partizipation bedeutet Teilhabe, Teilnahme oder Beteiligung an einer gemeinsamen Angelegenheit. Der Ausdruck wird besonders in fachlichen und bildungssprachlichen Zusammenhängen verwendet. Wie weit die Beteiligung reicht, muss genauer beschrieben werden.
Bedeutungen
An einer gemeinsamen Angelegenheit teilhaben
Partizipation bezeichnet das Teilhaben oder Beteiligtsein. Dabei kann es etwa um eine Planung, ein Gespräch oder eine gesellschaftliche Angelegenheit gehen. Für eine genaue Aussage sind die Beteiligten, der Gegenstand und die Art ihrer Mitwirkung wichtig.
„Die Planung sieht Partizipation der Jugendlichen vor: Sie können Vorschläge einbringen und über die Raumgestaltung mitentscheiden.“
Die Ergänzung erklärt, was Beteiligung hier tatsächlich bedeutet. Die Bezeichnung allein hätte weder das Vorschlagsrecht noch die Mitentscheidung präzisiert.
Partizipation: Synonyme und andere Wörter
Beteiligung, Teilhabe und Teilnahme
Beteiligung ist eine gut verständliche allgemeine Entsprechung. Teilhabe betont das Dabeisein beziehungsweise den Zugang zu einer gemeinsamen Angelegenheit. Teilnahme kann schon das Mitmachen bei einer Veranstaltung meinen.
„Die Sitzung ermöglicht Partizipation.“ – „Die Anwesenden dürfen Fragen stellen und Vorschläge einbringen.“
Die zweite Formulierung benennt die konkrete Möglichkeit. Sie behauptet keine abschließende Entscheidungsbefugnis.
Mitwirkung und Mitentscheidung
Mitwirkung beschreibt einen Beitrag zum Ablauf oder Ergebnis. Mitentscheidung ist enger: Die Beteiligten entscheiden mit. Wer Partizipation mit Mitentscheidung umschreibt, sollte diese Befugnis tatsächlich belegen können.
„Die Gruppe wirkt an der Planung mit.“ – „Die Gruppe entscheidet über den Plan mit.“
Der zweite Satz sagt mehr über den Einfluss auf die Entscheidung. Die beiden Aussagen sind nicht automatisch gleichbedeutend.
Beispiele und Verwendung
Die Beteiligung sichtbar machen
„Zur Partizipation gehören hier drei offene Gespräche und die gemeinsame Auswahl des Entwurfs.“
Die konkreten Schritte erklären den abstrakten Begriff. Der Leser kann unterscheiden, wann gesprochen und wann entschieden wird.
Das Adjektiv passend verwenden
„Das Projekt wird partizipativ geplant.“
Partizipativ beschreibt einen auf Beteiligung angelegten Ablauf. Auch hier bleibt die Frage sinnvoll, wer woran und mit welchem Einfluss beteiligt ist. Partizipatorisch ist eine verwandte Bezeichnung.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Partizipation, im Genitiv der Partizipation. Der Plural die Partizipationen ist selten. Häufig lässt sich genauer von Formen der Partizipation oder Beteiligungsmöglichkeiten sprechen, wenn unterschiedliche Ausgestaltungen gemeint sind.
Das feminine Nomen bezeichnet Beteiligung und keine weibliche Person. Die verwandten Adjektive partizipativ und partizipatorisch sind eigene Wörter, keine Beugungsformen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Partizipation | die Partizipationen |
| Genitiv | der Partizipation | der Partizipationen |
| Dativ | der Partizipation | den Partizipationen |
| Akkusativ | die Partizipation | die Partizipationen |
Herkunft
Partizipation geht auf spätlateinisch participatio zurück. In der heutigen deutschen Verwendung steht die Beteiligung an etwas Gemeinsamem im Mittelpunkt. Die Wortgeschichte legt nicht fest, welche konkrete Beteiligungsform ein Projekt anbieten muss.
