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Perspikuität

Form & Grammatik

SubstantivFremdwort
Stichwort
Perspikuität
Worttrennung
Per·spi·kui·tät
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Perspikuität
Plural
kein Plural

In der Rhetorik begegnet der verwandte lateinische Fachausdruck perspicuitas.

Gebrauch: Veraltetes, heute seltenes Wort für Klarheit und Verständlichkeit, besonders des sprachlichen Ausdrucks; ohne Plural.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Perspikuität bedeutet Klarheit, Deutlichkeit oder Verständlichkeit, besonders des sprachlichen Ausdrucks. Das Wort gilt heute als veraltet und ist selten. In der rhetorischen Tradition bezeichnet der verwandte lateinische Ausdruck perspicuitas das Ideal einer klaren, verständlichen Darstellung.

Bedeutungen

Klarheit im Ausdruck

Ein Text oder Vortrag besitzt Perspikuität, wenn seine Aussage klar und nachvollziehbar hervortritt. Passende Wörter, erkennbare Bezüge und eine verständliche Anordnung können dazu beitragen. Das Wort beurteilt damit eine Eigenschaft der Darstellung und benennt keine einzelne festgelegte Stilfigur.

„Die Besprechung lobt die Perspikuität des Vortrags, weil die schwierigen Begriffe verständlich erläutert werden.“

Das eigene Beispiel erklärt die seltene Bezeichnung durch den Zusammenhang. Eine verständliche Darstellung ist dadurch noch nicht sachlich bewiesen; auch eine falsche Behauptung kann klar formuliert sein.

Perspikuität: Synonyme und andere Wörter

Klarheit und Verständlichkeit

Klarheit und Verständlichkeit sind heute die naheliegenden Alternativen. Verständlichkeit betont, dass die Adressaten den Inhalt erfassen können. Bei Klarheit muss der Bezug erkennbar sein, denn das Wort kann auch eine ungetrübte Flüssigkeit oder Gewissheit über einen Sachverhalt meinen.

„Die Überarbeitung verbessert die Perspikuität der Erklärung. – Die Überarbeitung macht die Erklärung verständlicher.“

Die zweite Fassung drückt den Gedanken mit einem geläufigeren Wort aus. Sie passt hier, weil eine sprachliche Erklärung beurteilt wird.

Deutlichkeit und Eindeutigkeit

Deutlichkeit kann Verständlichkeit meinen, aber auch die gute Wahrnehmbarkeit einer Stimme oder Schrift. Eindeutigkeit betont, dass keine unterschiedlichen Deutungen offenbleiben. Diese Ausdrücke setzen daher je nach Zusammenhang einen anderen Schwerpunkt.

„Die Kritik fordert mehr Perspikuität im Gedankengang. – Die Kritik fordert einen klareren Gedankengang.“

Eine bloß lautere Wiedergabe würde diese Forderung nicht erfüllen. Der Bezug auf den Gedankengang zeigt, dass es um das Verständnis des Inhalts geht.

Beispiele und Verwendung

Einen seltenen Ausdruck erklären

„Die Autorin verwendet Perspikuität und erläutert das Wort sofort als Klarheit des Ausdrucks.“

Die zusätzliche Erklärung hilft einem allgemeinen Publikum. Wer verständlich schreiben möchte, sollte das seltene Fremdwort nur verwenden, wenn es zum historischen oder fachlichen Zusammenhang passt.

Den rhetorischen Begriff einordnen

„Das Seminar behandelt perspicuitas als Anforderung an die sprachliche Darstellung.“

Der Satz verwendet den lateinischen Fachausdruck. In der rhetorischen Tradition wird Klarheit neben anderen Anforderungen wie sprachlicher Richtigkeit oder Angemessenheit behandelt; die Begriffe sind nicht einfach gleichbedeutend.

Verständlichkeit am Text zeigen

„Nach der Überarbeitung ist klar, auf welche Person sich jedes Pronomen bezieht.“

Das ist ein konkretes Beispiel für bessere Klarheit. Daraus folgt keine allgemeine Regel, dass jeder lange Satz oder jeder Fachausdruck unverständlich sein müsse. Der jeweilige Text und seine Adressaten entscheiden.

Grammatik und Beugung

Das Substantiv ist feminin: die Perspikuität, im Genitiv und Dativ der Perspikuität. Im Akkusativ steht die Perspikuität. Das Wort wird ohne Plural gebraucht.

Die empfohlene Worttrennung lautet Per·spi·kui·tät. Der lateinische Ausdruck perspicuitas ist keine deutsche Kasusform. Er sollte bei fachlicher Verwendung als solcher eingeordnet werden.

Perspikuität: Singular
FallSingular
Nominativdie Perspikuität
Genitivder Perspikuität
Dativder Perspikuität
Akkusativdie Perspikuität

Herkunft

Perspikuität wurde aus lateinisch perspicuitas übernommen. Das lateinische Wort hängt mit perspicuus für durchsichtig zusammen. Die Vorstellung des Durchsichtigen wird auf eine Darstellung bezogen, deren Sinn gut zu erkennen ist.