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Plagiat

Form & Grammatik

SubstantivFremdwort
Stichwort
Plagiat
Worttrennung
Pla·gi·at
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Plagiats / des Plagiates
Plural
die Plagiate

Gemeinte Bedeutung und fachlichen Zusammenhang beachten.

Gebrauch: Singular und Plural; keine Personenbezeichnung.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Plagiat liegt vor, wenn fremde Gedanken, Formulierungen oder Gestaltungen unrechtmäßig als eigene Leistung ausgegeben werden. Das Wort bezeichnet sowohl eine solche Übernahme als auch ein dadurch entstandenes Werk. Eine bloße Ähnlichkeit reicht nicht aus, um einen konkreten Fall zu beurteilen.

Bedeutungen

Eine fremde Leistung als eigene ausgeben

Beim Plagiat wird ein fremder Beitrag so übernommen, dass der Eindruck eigener Urheberschaft entsteht. Das kann wörtliche Texte betreffen, aber auch übernommene Gedanken, die mit anderen Worten wiedergegeben werden. In wissenschaftlichen Arbeiten ist deshalb die erkennbare Zuordnung der übernommenen Inhalte zu ihren Quellen wichtig.

„Die Studentin übernimmt mehrere Absätze aus einem Aufsatz und gibt sie ohne Kennzeichnung als eigenen Text aus.“

Das eigene Beispiel zeigt eine verdeckte Übernahme. Welche institutionellen oder rechtlichen Folgen ein tatsächlicher Fall hat, lässt sich aus der Wortbedeutung allein nicht bestimmen.

Das entstandene Werk

Auch das Ergebnis einer solchen Aneignung kann ein Plagiat heißen. Gemeint ist dann etwa ein Text oder ein anderes Werk, das in dieser Weise auf fremder Leistung beruht.

„Die Gegenüberstellung zeigt, weshalb die Veröffentlichung als Plagiat eingeordnet wurde.“

Der Satz benennt ein Ergebnis einer Prüfung. Eine zuverlässige Beurteilung braucht die konkreten übernommenen Stellen und ihren Zusammenhang; der Vorwurf ist keine Begründung für sich selbst.

Plagiat: Synonyme und andere Wörter

Kopie und Nachahmung

Eine Kopie ist zunächst eine Wiedergabe eines Originals. Sie kann ausdrücklich als solche kenntlich sein. Nachahmung beschreibt die Orientierung an einem Vorbild. Beim Plagiat kommt die unrechtmäßige Beanspruchung fremder Leistung als eigene hinzu.

„Das Blatt ist als Kopie des Originals beschriftet. – Der Text wird ohne Hinweis als eigene Arbeit ausgegeben.“

Der erste Satz beschreibt eine offen benannte Wiedergabe. Die beiden Situationen dürfen nicht allein wegen einer möglichen Ähnlichkeit gleichgesetzt werden.

Geistiger Diebstahl und Übernahme

Geistiger Diebstahl ist eine bildhafte, wertende Umschreibung. Übernahme ist weiter und sagt allein noch nichts darüber, ob der fremde Ursprung erkennbar gemacht wurde. Auch sich etwas zu eigen machen beweist kein Plagiat.

„Er übernimmt den Gedanken und nennt seine Quelle. – Er stellt den Gedanken als seine eigene Entdeckung dar.“

Die Herkunftszuordnung verändert die Aussage. Der sprachliche Vergleich ersetzt keine Prüfung der konkreten Anforderungen an eine Arbeit.

Beispiele und Verwendung

Wörtlich und sinngemäß unterscheiden

„Die Erklärung wurde umformuliert, die übernommene Idee aber weiterhin nicht als fremder Beitrag kenntlich gemacht.“

Andere Wörter allein garantieren keine eigenständige Leistung. Der Zusammenhang muss zeigen, welche Gedanken übernommen und wie sie zugeordnet werden.

Verdacht und Ergebnis trennen

„Der Bericht nennt zunächst einen Plagiatsverdacht und anschließend die untersuchten Übereinstimmungen.“

Ein Verdacht ist noch kein festgestelltes Ergebnis. Die genaue Darstellung vermeidet, dass eine pauschale Anschuldigung die Prüfung ersetzt.

Grammatik und Beugung

Es heißt das Plagiat, im Genitiv des Plagiats oder des Plagiates. Die Mehrzahl lautet die Plagiate, im Dativ den Plagiaten. Die Formen können mehrere Fälle oder mehrere entsprechende Werke bezeichnen.

Die Worttrennung lautet Pla·gi·at. Die Tabelle zeigt den gewöhnlichen Dativ Singular dem Plagiat. Das Nomen bezeichnet eine Handlung oder ein Werk, nicht die Person, die es verfasst hat.

Plagiat: Singular und Plural
FallSingularPlural
Nominativdas Plagiatdie Plagiate
Genitivdes Plagiates / des Plagiatsder Plagiate
Dativdem Plagiatden Plagiaten
Akkusativdas Plagiatdie Plagiate

Herkunft

Plagiat wurde aus dem Französischen übernommen. Die Wortgeschichte führt über französisch plagiaire zu lateinisch plagiarius, einer Bezeichnung für einen Menschendieb. Die heutige Verwendung betrifft dagegen die Aneignung geistiger Leistungen.