freakig
Form & Grammatik
- Stichwort
- freakig
- Worttrennung
- frea·kig
- Komparativ
- freakiger
- Superlativ
- am freakigsten
- Form
- Vor einem Nomen deklinierbar; nach sein unveränderte Grundform.
Lockerer, wertender Gebrauch; je nach Zusammenhang bewundernd oder abwertend.
Keine Diagnose und keine automatische Übernahme aller Bedeutungen des Substantivs Freak.
Definition · kurz erklärt
Freakig beschreibt eine ungewöhnliche, unkonventionelle oder ausgeflippte Art. Das Adjektiv kann sich etwa auf einen Auftritt, Kleidung oder eine Idee beziehen. Der Ton kann bewundernd, belustigt oder abwertend sein.
Bedeutung
1 Auffällig von gewohnten Vorstellungen abweichend
Freakig hebt hervor, dass etwas eigenwillig oder ungewohnt wirkt. Welcher Maßstab dahintersteht, ergibt sich aus dem Umfeld. Dieselbe Gestaltung kann einer Person freakig erscheinen und für eine andere längst vertraut sein.
„Für den Auftritt entwarf die Gruppe freakige Kostüme mit beweglichen Papierarmen.“
Die Ergänzung mit beweglichen Papierarmen macht die auffällige Gestaltung nachvollziehbar. Das Wort bewertet hier die Kostüme. Es sagt nichts über die psychische Verfassung der Personen aus, die sie tragen.
Mit „Deine Idee ist freakig, aber sie funktioniert!“ kann jemand eine ungewöhnliche Lösung anerkennen. In einem spöttischen Urteil über eine Person kann das Wort dagegen ausgrenzen. Eine freundliche Absicht lässt sich daher nicht allein an der Wortform ablesen.
Freakig und ähnliche Wörter
Ausgeflippt
Ausgeflippt passt bei einem sehr ungewöhnlichen Stil oder einer auffälligen Idee. In dieser Verwendung kann es freakig nahekommen. Die Verbform in „Er ist gestern vor Ärger ausgeflippt“ berichtet dagegen eine heftige Reaktion; das ist eine andere Aussage.
„Sie trägt einen freakigen Hut“ → „Sie trägt einen ausgeflippten Hut.“ Beide Sätze können eine auffällige Gestaltung meinen. Keiner berichtet dadurch schon von einem Kontrollverlust.
Exzentrisch
Exzentrisch kann eine ungewöhnliche, eigenwillige Art des Auftretens oder der Lebensführung beschreiben. Das Wort wirkt weniger salopp. Ein einzelnes freakiges Kleidungsstück erlaubt trotzdem kein Urteil über den gesamten Lebensstil.
„Der Auftritt war freakig“ → „Der Auftritt war exzentrisch.“ Die zweite Fassung rückt die auffallende Eigenwilligkeit stärker in den Vordergrund. Beide Wertungen brauchen konkrete Einzelheiten, wenn sie mehr als einen Eindruck vermitteln sollen.
Freak als Personenbezeichnung
Das Substantiv Freak kann einen unkonventionell lebenden Menschen bezeichnen. Es hat daneben weitere Bedeutungen, etwa bei besonders intensiven Interessen. Diese werden nicht automatisch alle zu Bedeutungen des Adjektivs.
„Sie bezeichnet sich als Filmfreak“ betont zunächst ihre Begeisterung für Filme. „Sie trägt eine freakige Jacke“ beschreibt dagegen die Wirkung der Jacke. Die beiden Sätze liefern unterschiedliche Informationen.
Beispiele und Verwendung
„Die Band verbindet in ihrer freakigen Bühnenshow selbst gebaute Instrumente mit Schattenspiel.“
Die konkreten Gestaltungsmittel erklären, weshalb die Show ungewöhnlich wirkt. Ob das Publikum sie gut findet, bleibt eine weitere Frage.
„Das war der freakigste Einfall des Abends, und gerade deshalb wollten wir ihn ausprobieren.“
Hier ist die ungewöhnliche Wirkung ausdrücklich positiv gemeint. Die Vergleichsform wird durch die genannten Einfälle des Abends begrenzt; sie ist kein allgemeines Urteil über alle denkbaren Ideen.
Freakig ist aus älteren Beschreibungen jugendlicher Ausdrucksweisen bekannt und gehört zu einem lockeren Ton. Es ist nicht auf eine Altersgruppe beschränkt. Bei Personen sollte deutlich bleiben, wessen Eindruck wiedergegeben wird. Für eine sachliche Darstellung ist eine Beschreibung des tatsächlichen Verhaltens oder Aussehens oft genauer.
Grammatik und Beugung
Freakig ist ein Adjektiv. Die Worttrennung lautet frea·kig. Geschrieben wird das Wort mit ea und einem k; die Beugungsendung kommt hinter die vollständige Grundform: ein freakiger Einfall, eine freakige Show.
Die Steigerung lautet freakig – freakiger – am freakigsten. Sie vergleicht den als ungewöhnlich oder ausgeflippt empfundenen Eindruck. Die Grundform steht nach sein ohne Endung: Die Show war freakig.
„Die zweite Idee wirkt noch freakiger als die erste.“ enthält einen Vergleich. „Ein freakiger Einfall“ ist dagegen eine gebeugte Form der Grundstufe.
Starke Deklination: ohne Artikel
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | freakiger | freakige | freakiges | freakige |
| Genitiv | freakigen | freakiger | freakigen | freakiger |
| Dativ | freakigem | freakiger | freakigem | freakigen |
| Akkusativ | freakigen | freakige | freakiges | freakige |
Schwache Deklination: nach bestimmtem Artikel
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | freakige | freakige | freakige | freakigen |
| Genitiv | freakigen | freakigen | freakigen | freakigen |
| Dativ | freakigen | freakigen | freakigen | freakigen |
| Akkusativ | freakigen | freakige | freakige | freakigen |
Gemischte Deklination: nach ein, kein oder mein
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | freakiger | freakige | freakiges | freakigen |
| Genitiv | freakigen | freakigen | freakigen | freakigen |
| Dativ | freakigen | freakigen | freakigen | freakigen |
| Akkusativ | freakigen | freakige | freakiges | freakigen |
Ein hat keinen Plural. Die gemischten Pluralformen stehen hier etwa nach keine oder meine. Ohne Artikel steht dagegen die starke Form.
Freakig und Freak
Die Bildung freakig lehnt sich an englisch freakish an. Im Deutschen erhält das Adjektiv seine Beugungsendungen am Wortende. Das Substantiv Freak steht dagegen mit einem Artikel, etwa der Freak. Welche Bedeutung beim Substantiv gemeint ist, bleibt gesondert zu prüfen.
