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laber

Form & Grammatik

InterjektionJugendwort
Stichwort
laber
Worttrennung
la·ber
Form
Inflektiv: unveränderliches Reaktionswort aus einem Verbstamm.

Aus älterer Jugendsprache bekannt; informeller Gebrauch auch außerhalb jugendlicher Gruppen.

Abwertender oder spöttischer Kommentar; auch wiederholt als laber, laber.

Gleich geschriebene Aufforderungsformen von labern sind grammatisch zu unterscheiden.

Gebrauch: Keine Personen-, Zeit-, Kasus- oder Steigerungsformen als Reaktion. Die Beugung des zugrunde liegenden Verbs ist davon zu unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Laber ist ein kurzer Kommentar zu einer Äußerung, die jemand als Geschwätz abwertet. Besonders deutlich wird diese Haltung in der Wiederholung laber, laber. Das Reaktionswort ist von den gleich geschriebenen Formen des Verbs labern zu unterscheiden.

Bedeutung

1 Eine Rede als Geschwätz abtun

Mit laber kommentiert eine Person das Reden selbst: Für sie sind die Worte wenig gehaltvoll, überflüssig oder nicht überzeugend. Die kurze Reaktion kann Ungeduld oder Spott ausdrücken. Sie liefert jedoch keine Begründung dafür, weshalb die Aussage falsch oder unnötig sein soll.

„Er verspricht zum fünften Mal, diesmal wirklich pünktlich zu sein. Laber, laber!“

Die kommentierende Person nimmt das erneute Versprechen nicht ernst. Ob es tatsächlich gebrochen wird, steht damit noch nicht fest. Die Wiederholung macht die abwertende Haltung deutlicher, ohne den Sachverhalt zu beweisen.

Laber: ähnliche Kommentare

Quatsch und leere Worte

Quatsch kann eine Aussage als unsinnig zurückweisen. Laber richtet sich stärker gegen das Reden und dessen vermeintlich fehlenden Gehalt. Leere Worte kann ebenfalls passen, wenn jemand ein Versprechen für unverbindlich hält.

„Laber, laber – du hast das schon oft versprochen.“ → „Das sind für mich nur leere Worte.“ Die zweite Fassung benennt das Urteil ausdrücklich. „Quatsch!“ könnte dagegen auch bedeuten, dass die Behauptung inhaltlich nicht stimmt.

Ein Gespräch beschreiben

Das Verb labern kann außer einer Abwertung auch ein lockeres Gespräch bezeichnen. „Wir haben nach der Probe noch gelabert“ muss keine Kritik sein. Der Kommentar „Laber, laber!“ setzt dagegen eine abwertende oder spöttische Haltung in Szene. Die beiden Verwendungen sind deshalb nicht beliebig austauschbar.

Beispiele und Verwendung

„Laber, laber! Sag lieber, wann du fertig wirst.“

Die erste Reaktion weist die bisherigen Erklärungen zurück. Erst der folgende Satz sagt, welche konkrete Information gewünscht wird. Ohne ihn bliebe vor allem die Ungeduld hörbar.

„Unter meinem langen Bericht steht nur: Laber, laber.“

Der knappe Kommentar kann verletzend wirken, weil er den ganzen Beitrag abtut. Aus ihm lässt sich nicht erkennen, welche Stelle kritisiert wird. In einer sachlichen Rückmeldung wäre eine genauere Erklärung hilfreicher.

Dieser Gebrauch ist aus älteren Beschreibungen von Jugendsprache bekannt. Er gehört zu einem informellen, oft spöttischen Ton und hat keine feste Altersgrenze. In einer vertrauten Runde kann der Kommentar scherzhaft gemeint sein; das Gegenüber muss den Scherz aber nicht genauso auffassen.

Grammatik und Beugung

Als Reaktionswort ist laber eine Interjektion, genauer ein Inflektiv: Der Verbstamm steht ohne Personen- oder Zeitendung als Kommentar. Er bekommt keine Kasusformen oder Steigerung. Eine Beugungstabelle gehört deshalb nicht zu dieser Verwendung.

Die Worttrennung lautet la·ber. Am Anfang einer selbstständigen Äußerung wird großgeschrieben: „Laber, laber!“ Die Wiederholung besteht aus zwei Wörtern; sie ist weder eine Mehrzahl noch eine Steigerungsform.

Kommentar oder Verbform?

In „Laber nicht dazwischen!“ ist laber eine Aufforderungsform des Verbs labern. „Ich labere noch mit meiner Schwester“ enthält dagegen eine gebeugte Verbform mit einem Subjekt. „Laber, laber!“ als abwertender Kommentar beschreibt die Haltung zum Gesagten. Eine ähnliche oder gleiche Schreibung macht diese grammatischen Aufgaben nicht identisch.