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mach kein Auge

Form & Grammatik

WendungJugendwort
Stichwort
mach kein Auge
Worttrennung
mach kein Au·ge
Form
Feste Aufforderung mit mach, dem Imperativ für du, und kein Auge als Akkusativgruppe. Die Worttrennung lautet mach kein Au·ge.

Informelle Jugend- und Gesprächssprache; kann scherzhaft sein, aber auch einen scharfen Neidvorwurf ausdrücken.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Mach kein Auge! bedeutet in informellen Gesprächen ungefähr: Sei nicht neidisch oder missgünstig. Die Wendung kann einen fremden Vorteil verteidigen oder einen Kommentar als ungerechtfertigtes Nichtgönnen zurückweisen.

Bedeutung

Neid oder Missgunst zurückweisen

Wer mach kein Auge sagt, fordert das Gegenüber auf, einer anderen Person etwas zu gönnen. Gemeint sein können zum Beispiel ein Erfolg, ein Geschenk oder eine besondere Gelegenheit. Dabei legt die sprechende Person einen Kommentar als Neid oder Missgunst aus.

Lea zeigt ihr gewonnenes Festivalband. „Das steht dir doch gar nicht zu!“, sagt Tim. Lea antwortet: „Mach kein Auge!“

Lea weist Tims Abwertung als Missgunst zurück. Die Wendung beschreibt ihre Bewertung der Situation; sie liefert keinen unabhängigen Beweis dafür, weshalb Tim so reagiert.

Mach kein Auge: ähnliche Aufforderungen

Sei nicht neidisch und gönn es mir

Sei nicht neidisch benennt das vermutete Gefühl direkt. Gönn es mir bittet stärker um eine wohlwollende Haltung zum eigenen Vorteil. „Mach kein Auge, ich freue mich über den Preis“ und „Gönn mir den Preis“ können im selben Gespräch passen; die zweite Formulierung ist weniger bildhaft.

Neid und Missgunst unterscheiden

Neidisch kann auch jemand sein, der sich denselben Vorteil wünscht und ihn der anderen Person trotzdem gönnt. Missgünstig betont stärker das Nichtgönnen. Die Aufforderung kann beides ansprechen, ohne diesen Unterschied genauer auszuführen.

Hör auf zu kritisieren ist weiter und deshalb kein genauer Ersatz: Kritik kann sachlich begründet sein und muss nicht auf Neid beruhen.

Beispiele und Verwendung

„Schon wieder Urlaub?“, kommentiert Jos Freundin das Strandfoto. „Mach kein Auge“, antwortet er grinsend.

Das Grinsen kann einen freundschaftlichen Scherz nahelegen. Die vertraute Beziehung und der weitere Ton entscheiden mit; die Wörter allein garantieren keine freundliche Wirkung.

„Die Auswahl war unfair.“ – „Mach kein Auge!“

Hier kann die Antwort einen sachlichen Einwand abwehren, ohne auf ihn einzugehen. Ob der Vorwurf unfairer Auswahl berechtigt ist, lässt sich aus dem Austausch nicht entscheiden.

Die Wendung ist deutlich informell. In einem sachlichen Gespräch erklärt „Ich habe den Eindruck, du gönnst mir das nicht“ die eigene Wahrnehmung genauer und macht sie als Eindruck erkennbar.

Grammatik und Beugung

Mach ist die Aufforderungsform von machen für eine mit du angesprochene Person. Kein Auge steht im Akkusativ Singular; Auge wird als Nomen großgeschrieben. Die feste Formulierung lautet mach kein Auge.

Der Artikel erklärt diese Aufforderung, nicht das gesamte Verb machen. Sie besitzt als Wendung keinen eigenen Plural oder eigene Kasusformen. Die Worttrennung des zweisilbigen Bestandteils lautet Au·ge; mach und kein sind einsilbig.