alles in allem
Alles in allem bedeutet insgesamt betrachtet oder zusammengenommen. Du schreibst die Wendung in drei Wörtern und im Satzinneren klein. Sie bündelt mehrere Einzelheiten zu einer Gesamtbewertung: „Alles in allem war der Ausflug gelungen.“
Von den Einzelheiten zum Gesamtbild
Die Wendung kündigt an, dass du unterschiedliche Eindrücke gemeinsam betrachtest. Ein Ausflug kann schön gewesen sein, obwohl ein Zug ausfiel. Ein Text kann verständlich sein, obwohl zwei Übergänge noch fehlen. Mit alles in allem wird deutlich: Das Urteil berücksichtigt diese Einzelheiten und geht über einen einzigen Aspekt hinaus.
Das Ergebnis muss nicht positiv sein. „Alles in allem überwiegen die Schwierigkeiten“ ist ebenso möglich. Die Wendung nimmt das Urteil nicht vorweg; sie beschreibt, wie es zustande kommt. Wer sie in einer Erörterung verwendet, sollte zuvor tatsächlich Argumente oder Beobachtungen genannt haben.
Warum bleibt allem klein?
Alles und allem sind Formen des Pronomens all. Solche Pronomen bleiben normalerweise klein, auch wenn sie ohne begleitendes Nomen stehen. Die Präposition in begründet hier keine Großschreibung. Am Satzanfang erhält nur das erste Wort den üblichen großen Anfangsbuchstaben: „Alles in allem überzeugt die Lösung.“
Die drei Wörter werden nicht zusammengeschoben und in der gewöhnlichen Wendung nicht durch Bindestriche verbunden. Anders sieht ein selbstständiges Nomen wie das All aus; es gehört nicht zu dieser Formulierung. Die ähnliche Lautgestalt liefert also keine brauchbare Schreibregel.
Satzstellung und Komma
Die ganze Fügung ist eine zusammenfassende Angabe zum Satz. Sie kann vorn stehen: „Alles in allem gelang der Versuch.“ Oder sie steht im Satzinneren: „Der Versuch gelang alles in allem.“ Wenn die Wendung ins Satzgefüge eingebunden ist, setzt du allein ihretwegen kein Komma. Ein gedankenloses Komma nach jeder einleitenden Formulierung wäre falsch.
| Formulierung | Besonderheit |
|---|---|
| alles in allem | fasst eine Gesamtbewertung zusammen |
| insgesamt drei Versuche | nennt eine Gesamtzahl |
| alles in einem Gerät | vereinigt verschiedene Dinge oder Funktionen |
| im Großen und Ganzen | beurteilt etwas in seinen wesentlichen Zügen |
Drei eigene Beispiele mit Erklärung
„Der Weg war länger als erwartet, doch alles in allem hat sich der Ausflug gelohnt.“
Der Nachteil wird in die positive Gesamtbewertung einbezogen und nicht verschwiegen.
„Alles in allem erklärt die Grafik die Entwicklung gut; die Beschriftung bleibt allerdings zu klein.“
Gesamturteil und konkrete Einschränkung werden miteinander verbunden.
„Die Beispiele wiederholen sich und wichtige Begriffe fehlen. Alles in allem beantwortet der Text die Frage noch nicht.“
Das negative Fazit ist durch vorher genannte Beobachtungen nachvollziehbar.
Nicht mit alles in einem verwechseln
Alles in einem bezeichnet gewöhnlich die Verbindung mehrerer Dinge in einer Einheit: Ein Gerät druckt, scannt und kopiert. Alles in allem zieht dagegen Bilanz. Für einen sachlichen Schluss passen häufig auch zusammenfassend, insgesamt betrachtet oder bei Abwägung der genannten Punkte. Wähle die Formulierung, die zu deinem tatsächlichen Gedankengang passt.
