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Angst haben

Angst haben bedeutet, sich bedroht zu fühlen oder etwas zu befürchten. Man schreibt die Verbindung getrennt und Angst groß: „Ich habe Angst vor dem Gewitter.“ Das Nomen bleibt auch ohne Artikel ein Nomen.

Angst haben: getrennt und groß

In dieser Verbindung stehen das Nomen Angst und das Verb haben nebeneinander. Die Wörter werden nicht zu „angsthaben“ verbunden. Weil Angst eine Empfindung benennt, beginnt es mit einem Großbuchstaben. Ein sichtbarer Artikel ist dafür nicht erforderlich.

Dass das Nomen erhalten bleibt, zeigen Erweiterungen: Man kann große Angst, keine Angst oder ein wenig Angst haben. Die Beugung übernimmt das Verb: ich habe Angst, du hast Angst, sie hatte Angst, wir haben Angst gehabt.

Nicht gleichsetzen: Es heißt Angst haben, aber mir ist angst und bange. In der zweiten Wendung wird angst nicht als Nomen gebraucht. Eine Schreibweise lässt sich deshalb nicht ungeprüft auf die andere übertragen.

Angst vor etwas oder Angst um jemanden?

Die Verbindung beschreibt zunächst ein Gefühl in einer bestimmten Situation. Sie sagt für sich genommen nicht, ob eine Gefahr tatsächlich besteht oder wie groß sie ist. Auch jemand, der sonst mutig handelt, kann Angst haben.

Ergänzungen und ihre Bedeutung
VerbindungEigener BeispielsatzGemeint ist
Angst vor + DativSie hat Angst vor dem Vortrag.Ein Ereignis oder Gegenstand löst die Angst aus.
Angst um + AkkusativEr hat Angst um seinen Bruder.Er sorgt sich um dessen Wohlergehen.
Angst, dass …Ich habe Angst, dass wir den Anschluss verpassen.Ein befürchteter Sachverhalt wird genannt.

Beispiele verständlich erklärt

Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.

Vor dem ersten Sprung hatte Nora Angst, obwohl sie lange geübt hatte.

Die Angst betrifft eine konkrete Herausforderung. Daraus folgt keine allgemeine Bewertung als feige oder unsicher.

Malik hat Angst um seine Katze, weil sie seit dem Morgen verschwunden ist.

Mit um wird die Sorge um ein anderes Lebewesen ausgedrückt. „Angst vor seiner Katze“ hätte eine andere Bedeutung.

Ich habe Angst, die Datei versehentlich zu löschen.

Die Infinitivgruppe benennt das befürchtete eigene Handeln. Das Komma trennt sie von der vorangehenden Verbindung.

Formen und Satzbau

In der Grundform lautet die Fügung Angst haben. In einem einfachen Aussagesatz kann das Verb vor dem Nomen stehen: „Wir haben Angst.“ Auch andere Satzteile dürfen dazwischen treten: „Wir haben vor der Prüfung ein wenig Angst.“ Das ist keine willkürliche Trennung eines zusammengeschriebenen Verbs, sondern der normale Satzbau einer Wortgruppe.

Die Einzahl Angst bezeichnet hier das Gefühl allgemein. Der Plural Ängste kann verschiedene Befürchtungen unterscheiden: „Sie spricht über ihre Ängste.“ Daraus entsteht die Formulierung „Ängste haben“, die ebenfalls korrekt ist, aber einen etwas anderen Blick auf die Empfindungen richtet.

In einer Charakterisierung

Erfundenes Beispiel: Eine Figur sagt vor einem Vortrag, dass sie Angst hat. Trotzdem stellt sie sich vor die Klasse und erklärt ihr Thema. Eine passende Deutung lautet: „Die Figur überwindet ihre Angst und übernimmt die Aufgabe trotz ihrer Anspannung.“

Der Satz verbindet Gefühl und Handlung. „Die Figur ist feige“ wäre daraus gerade nicht schlüssig abzuleiten. Für eine Charakterisierung zählt der Zusammenhang: Wovor fürchtet sich die Figur, wie reagiert sie und verändert sich ihr Verhalten? Die einzelne Empfindung ist noch keine dauerhafte Eigenschaft.

Kurz üben

Verbessere: „Sie hat angst um ihren Hund. Vor dem Gespräch ist ihr Angst und Bange.“

Lösung und Erklärung

Richtig: „Sie hat Angst um ihren Hund. Vor dem Gespräch ist ihr angst und bange.“ Entscheidend ist der Gebrauch im jeweiligen Satz.

Weitere Erklärungen findest du bei den Stichwörtern zu Bedeutung, Schreibweise und Verwendung.

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