auf alle Fälle
Auf alle Fälle bedeutet „unbedingt“, „ganz sicher“ oder „unter allen Umständen“. Man schreibt die Wendung in drei Wörtern und Fälle groß. Anders als für alle Fälle beschreibt sie keine bloße Vorsorge.
So schreibt man die Wendung
Die richtige Form ist auf alle Fälle. Fälle ist der Plural des Nomens Fall; deshalb beginnt es mit einem Großbuchstaben und enthält einen Umlaut. Die Wörter auf und alle werden innerhalb eines Satzes kleingeschrieben. „Aufallefälle“ ist keine korrekte Zusammenschreibung.
Die Wendung ist eine feste Wortgruppe. Dass ihre Teile gemeinsam eine Bedeutung ausdrücken, macht sie noch nicht zu einem einzigen Wort. Zum Vergleich: Auch auf jeden Fall besteht trotz seiner festen Bedeutung aus mehreren Wörtern.
Eine entschiedene Zusage
Mit auf alle Fälle bekräftigt man eine Aussage oder Handlung. „Ich komme auf alle Fälle zur Besprechung“ ist eine deutlichere Zusage als „Vielleicht komme ich“. Der Ausdruck kann außerdem besagen, dass etwas trotz unterschiedlicher möglicher Entwicklungen gilt.
In der wörtlichen Verbindung kann Fälle auch tatsächlich mehrere untersuchte Situationen meinen: „Die Regel lässt sich auf alle Fälle in der Tabelle anwenden.“ Dann wird eine Gruppe von Beispielen genannt. Die Schreibung bleibt gleich, doch die feste Bedeutung „unbedingt“ passt hier nicht als Ersatz.
| Wendung | Beispiel | Aussage |
|---|---|---|
| auf alle Fälle | Ich komme auf alle Fälle. | Ich sage verbindlich zu. |
| für alle Fälle | Ich packe für alle Fälle einen Pullover ein. | Ich bereite mich vorsorglich vor. |
| in allen Fällen | In allen Fällen fehlt die Unterschrift. | Bei jedem untersuchten Fall wurde etwas festgestellt. |
Eigene Beispiele mit Erklärung
Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.
Auch wenn wir die Ausstellung verpassen, sehen wir uns auf alle Fälle am Bahnhof.
Ein Teil des Plans ist unsicher, der Treffpunkt bleibt zugesagt. Die Wendung betont diese Unabhängigkeit.
Kontrolliere auf alle Fälle noch die Empfängeradresse, bevor du die Nachricht sendest.
Die Aufforderung erhält Nachdruck. Unbedingt wäre eine passende kürzere Alternative.
Für alle Fälle speichere ich eine zweite Kopie; auf alle Fälle reicht eine einzige Arbeitsfassung.
Die erste Wendung nennt eine Vorsichtsmaßnahme. Die zweite drückt eine feste Einschätzung zum Arbeitsablauf aus.
Form und Stellung im Satz
Innerhalb der Wortgruppe steht alle Fälle im Akkusativ Plural. Die feste Wendung wird nicht je nach Person verändert: ich komme auf alle Fälle, wir kommen auf alle Fälle. Nur das Verb richtet sich nach dem Subjekt.
Am Satzanfang kann die Gruppe das Vorfeld besetzen: „Auf alle Fälle nehmen wir die Unterlagen mit.“ Danach folgt das gebeugte Verb nehmen. Ein Komma ist allein wegen der vorangestellten Wendung nicht erforderlich. Auch als kurze Antwort funktioniert sie: „Helft ihr uns?“ – „Auf alle Fälle!“
Wann ist eine genauere Formulierung besser?
Im Gespräch kann die Wendung freundlich und entschieden wirken. In einer E-Mail sollte aber klar sein, worauf sich die Zusage bezieht. „Wir melden uns auf alle Fälle“ nennt keinen Zeitpunkt. „Wir melden uns spätestens am Mittwoch“ ist für die empfangende Person meist hilfreicher.
Auch beim Argumentieren ist die Verstärkung kein Beleg. Wer schreibt „Diese Deutung ist auf alle Fälle richtig“, sollte anschließend zeigen, welche Textstellen dafür sprechen. Bestehen noch Zweifel, sind Formulierungen wie „Die folgenden Beobachtungen sprechen dafür“ genauer und ehrlicher.
Kurz üben
Wähle auf oder für: „Ich nehme ___ alle Fälle einen Stift mit. Die Prüfung findet ___ alle Fälle statt.“
Lösung und Erklärung
Vorsorge: „für alle Fälle“. Feste Zusage beziehungsweise sichere Aussage: „auf alle Fälle“.
Weitere Erklärungen findest du bei den Stichwörtern zu Bedeutung, Schreibweise und Verwendung.
