ernst nehmen

Jemanden oder etwas ernst nehmen bedeutet, einer Person, Aussage oder Sache Bedeutung beizumessen und sie nicht vorschnell abzutun. Man schreibt ernst nehmen getrennt.

Bedeutung und Gebrauch

Ernst nehmen bedeutet nicht automatisch zustimmen. Wer einen Einwand ernst nimmt, prüft ihn sorgfältig; danach kann er ihn trotzdem begründet zurückweisen. Diese Unterscheidung ist für Gespräche und sachliche Diskussionen wichtig.

Ernst ist hier ein Adjektiv und bleibt klein. Nehmen wird als Verb gebeugt: ich nehme ernst, sie nahm ernst, wir haben ernst genommen. Die Wörter werden in dieser verbalen Verbindung nicht zusammengeschrieben.

Schreibweise und Grammatik

Formen und Unterschiede
FormErklärung
ernst nehmenGrundform, getrennt
ernst zu nehmenInfinitivgruppe mit zu
ernst genommenPartizipgruppe
ernst zu nehmend / ernstzunehmendbeide Varianten als attributiv gebrauchte Form möglich

Eigene Beispiele mit Erklärung

Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.

Die Lehrerin nimmt die Rückfrage ernst und erklärt den Schritt noch einmal.

Das Verhalten zeigt Aufmerksamkeit für das Anliegen.

Ich nehme deinen Vorschlag ernst, halte aber einen anderen Weg für besser.

Respektvolle Prüfung und inhaltlicher Widerspruch schließen sich nicht aus.

Das ist ein ernstzunehmender Einwand.

Die zusammengeschriebene attributive Form ist zulässig. Auch ein ernst zu nehmender Einwand ist möglich.

Passend formulieren

Beachten, sorgfältig prüfen oder Gewicht beimessen können je nach Zusammenhang passen. Glauben geht weiter: Eine Aussage für wahr zu halten ist etwas anderes, als sie zunächst ernsthaft zu prüfen.

Davon unterscheidet sich Ernst machen: Hier steht das Nomen groß und die Wendung bedeutet, eine Absicht tatsächlich umzusetzen. „Sie nimmt das Vorhaben ernst“ und „Sie macht mit dem Vorhaben Ernst“ setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

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