im Großen und Ganzen
Im Großen und Ganzen bedeutet insgesamt betrachtet oder in den wichtigen Punkten, wobei kleinere Abweichungen möglich bleiben. Großen und Ganzen werden beide großgeschrieben.
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- im Großen und Ganzen
- Wortart / Thema
- Wendung / Schreibweise
Was bedeutet im Großen und Ganzen?
Die Wendung fasst ein Urteil zusammen, ohne absolute Übereinstimmung oder Vollkommenheit zu behaupten. „Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden“ lässt erkennen, dass es kleinere Einschränkungen geben kann. Was genau offenbleibt, muss gegebenenfalls ergänzt werden.
Die Aussage ist deshalb nicht automatisch ein schwaches Lob. Sie kann eine faire Abwägung ausdrücken, wenn ein Ergebnis überwiegend überzeugt. Ohne Begründung bleibt sie allerdings unbestimmt. In einer Bewertung sollte erkennbar werden, welche Punkte tragen und welche Ausnahmen die Gesamtbilanz nicht verändern.
Schreibweise und typische Stolperstellen
Richtig ist im Großen und Ganzen. Beide Adjektive sind substantiviert und beginnen groß; und bleibt klein. Großen schreibt man mit ß. In der Schweiz und in Liechtenstein wird entsprechend der dortigen Standardschreibung Grossen mit ss verwendet.
Die Wendung wird nicht mit Bindestrichen verbunden. Das verwandte „im großen Ganzen“ hat eine andere Struktur: Dort beschreibt großen das substantivierte Ganzen und wird klein geschrieben. Das und in im Großen und Ganzen macht hingegen sichtbar, dass zwei substantivierte Bestandteile verbunden sind.
Grammatik und Formen
Im enthält in dem. Die beiden substantivierten Adjektive tragen deshalb die Endung -en. Sie verändern ihre Form nicht mit dem Subjekt: „Die Ergebnisse stimmen im Großen und Ganzen“ enthält dieselbe Wendung wie „Der Bericht stimmt im Großen und Ganzen“. Allein durch die Wortgruppe entsteht keine Kommapflicht.
Drei eigene Beispiele mit Erklärung
Eine Rückmeldung geben
„Im Großen und Ganzen ist die Anleitung verständlich; beim letzten Schritt fehlt jedoch ein Bild.“
Das Lob und die konkrete Einschränkung stehen nebeneinander. Die Rückmeldung lässt erkennen, was als Nächstes zu verbessern ist.
Eine Übereinstimmung beschreiben
„Unsere Notizen stimmen im Großen und Ganzen überein.“
Die wichtigsten Inhalte passen zusammen. Einzelne Formulierungen oder Details können verschieden sein.
Ein Urteil begrenzen
„Mit dem Ablauf waren wir im Großen und Ganzen zufrieden.“
Die Wendung signalisiert ein überwiegend positives Gesamturteil. Sie verrät noch nicht, welche Teile weniger gut verliefen.
Passend und verständlich verwenden
Als kürzere Alternativen eignen sich je nach Zusammenhang insgesamt, weitgehend oder in den wichtigsten Punkten. Weitgehend betont den Grad der Übereinstimmung; insgesamt betont die zusammenfassende Sicht. „Alles ist perfekt“ ist kein gleichbedeutender Ersatz, weil diese Formulierung die zugelassenen Einschränkungen entfernt.
Praktische Überarbeitung: Ergänze zu „Im Großen und Ganzen gelungen“ einen konkreten Grund und eine begrenzte Verbesserung. Zum Beispiel: „Die Schritte sind nachvollziehbar; nur das Fachwort im letzten Absatz braucht noch eine Erklärung.“ Die Wendung gewinnt so an Aussagekraft. Prüfe abschließend beide Großbuchstaben getrennt: Nicht nur Großen, sondern auch Ganzen ist in der festen Verbindung substantiviert.
