All Ding ist nur eine Weile schön
Form & Grammatik
- Stichwort
- All Ding ist nur eine Weile schön.
- Form
- Historische Verbindung All Ding mit dem Singular ist; eine Weile als Zeitangabe.
Gebrauch: Historisch überliefert; die Form All Ding klingt altertümlich. Je nach Anlass nachdenklich, wehmütig oder abwertend; heutige Häufigkeit nicht bestimmt.
Definition · kurz erklärt
Auch eine schöne oder reizvolle Sache bleibt nicht notwendig dauerhaft so. Der Spruch lenkt den Blick auf ihre zeitliche Begrenzung.
Bedeutungen
Die Dauer eines schönen Zustands nicht überschätzen
Nur eine Weile begrenzt das Schönsein. Der Spruch kann an Veränderung und Vergänglichkeit erinnern: Ein frischer Eindruck, ein gelungener Schmuck oder eine angenehme Phase kann seinen Reiz verlieren oder zu Ende gehen. Die allgemeine Wendung All Ding spitzt das zu. Sie benennt aber weder eine bestimmte Frist noch den Grund, aus dem sich etwas verändert.
„Das Festzelt war am ersten Abend prachtvoll geschmückt; nach den Regentagen sah manches schon anders aus. All Ding ist nur eine Weile schön.“
Das Beispiel zeigt einen konkret beschriebenen Wandel. Die frühere Schönheit wird dadurch nicht bestritten, und aus dem veränderten Festschmuck folgt kein Urteil über andere Dinge oder Menschen.
Der Satz ist keine feste Regel dafür, wann etwas seinen Wert verliert. Schönheit kann unterschiedlich erlebt werden; aus einer Veränderung folgt nicht zwangsläufig Wertlosigkeit. Gegenüber einem Menschen kann die Bemerkung abwertend wirken.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Alles hat ein Ende
Beide Sprüche betonen eine zeitliche Grenze. Alles hat ein Ende kann sich allgemein auf den Abschluss eines Vorgangs beziehen. All Ding ist nur eine Weile schön spricht gezielt von der begrenzten Dauer eines als schön empfundenen Zustands.
Die Feier ist vorbei: Alles hat ein Ende. Der vergängliche Festschmuck verliert seinen ersten Glanz: All Ding ist nur eine Weile schön.
Beispiele und Verwendung
Einen Wandel beschreiben
„Die Erzählung stellt den früheren Glanz des Saals seinem späteren Zustand gegenüber.“
Der Spruch kann einen solchen Gegensatz kommentieren. Die Deutung sollte sich auf den tatsächlich beschriebenen Wandel stützen.
Grammatik
All Ding wird in der überlieferten Fassung mit ist im Singular verbunden. Sinngemäß lässt sich die ältere Wendung mit alles oder alle Dinge wiedergeben; mit alle Dinge hieße es im Plural sind. Eine Weile ist eine Zeitangabe im Akkusativ. Schön steht nach ist prädikativ und ungebeugt; nur begrenzt die Dauer.
