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alle Hände voll zu tun haben

Form & Grammatik

WendungRedewendung
Stichwort
alle Hände voll zu tun haben
Form
Verbale Wendung mit haben und dem zu-Infinitiv zu tun.

Gebrauch: Umgangssprachliche bildliche Wendung für viel Arbeit oder große Mühe mit einer Aufgabe.

Formen und Verwendung im Detail

Das Verb haben wird der Person und Zeit angepasst: ich habe alle Hände voll zu tun, sie hat alle Hände voll zu tun, sie hatte alle Hände voll zu tun. Im Perfekt heißt es sie hat alle Hände voll zu tun gehabt.

Definition · kurz erklärt

Alle Hände voll zu tun haben bedeutet, sehr viel zu erledigen oder mit einer Aufgabe große Mühe zu haben.

Bedeutungen

Durch Arbeit oder eine schwierige Aufgabe beansprucht sein

Die Wendung beschreibt eine starke Beanspruchung. Es können viele Aufgaben zusammenkommen, etwa beim Vorbereiten einer Veranstaltung. Auch eine einzelne schwierige Aufgabe kann viel Arbeit machen. Entscheidend ist der Aufwand; eine wörtliche Beschreibung dessen, was jemand mit den Händen hält, ist nicht gemeint.

Vor der ersten Aufnahme eines Hörspiels stimmt Eva Termine ab, sichtet die eingesprochenen Szenen und beantwortet Rückfragen aus dem Ensemble. „Mit der Vorbereitung habe ich alle Hände voll zu tun“, fasst sie ihren Arbeitstag zusammen.

Die verschiedenen Aufgaben zeigen Evas Beanspruchung. Die Wendung sagt, dass sie viel zu erledigen hat. Ob ihre Vorbereitung erfolgreich ist oder wie sie die Arbeit bewertet, wird damit noch nicht erklärt.

Starke Beanspruchung sagt noch nicht, dass die Arbeit bereits erfolgreich erledigt ist.

Beschäftigung und starke Beanspruchung

beschäftigt

Beschäftigt kann schon heißen, gerade mit einer Tätigkeit befasst zu sein. Alle Hände voll zu tun haben hebt den großen Arbeitsumfang oder die Mühe hervor. Die andere Bedeutung von beschäftigt, bei einem Unternehmen angestellt, passt nicht als bloßer Ersatz für die Wendung.

„Eva ist mit den Aufnahmen beschäftigt“ nennt ihre Tätigkeit. „Eva hat damit alle Hände voll zu tun“ hebt hervor, wie sehr sie dadurch beansprucht wird.

Beispiele und Verwendung

Eine einzelne schwierige Aufgabe beschreiben

„Mit diesem schwierigen Text habe ich alle Hände voll zu tun“, sagt die Übersetzerin.

Es muss keine lange Aufgabenliste vorliegen. Hier macht ein einzelner Text viel Mühe. Diese Verwendung gehört zur selben Wendung.

Ironie im Zusammenhang erkennen

Leonce behauptet: „Ich habe alle Hände voll zu thun, ich weiß mir vor Arbeit nicht zu helfen.“ Zu seinen angeblichen Aufgaben zählt er das Spucken auf einen Stein und das Spielen mit Sand.

In Büchners Leonce und Lena stellt der Prinz damit seinen Müßiggang als große Arbeit dar. Seine aufgezählten Beschäftigungen und die Szene lassen die Ironie erkennen.

Grammatik

Das Verb haben wird der Person und Zeit angepasst: ich habe alle Hände voll zu tun, sie hat alle Hände voll zu tun, sie hatte alle Hände voll zu tun. Im Perfekt heißt es sie hat alle Hände voll zu tun gehabt. Hände ist der Plural von Hand. Zu tun wird in zwei Wörtern geschrieben. Die feste Verbindung bleibt auch mit beide Hände erhalten. Die Wendung selbst benötigt kein Komma.

Varianten

Auch „beide Hände voll zu tun haben“ ist belegt. Alle und beide stehen hier in Fassungen derselben Wendung.