Aus der Quelle soll man schöpfen
Form & Grammatik
- Stichwort
- Aus der Quelle soll man schöpfen.
- Form
- Aussagesatz mit Modalverb und vorangestellter Herkunftsangabe.
Gebrauch: Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt.
Definition · kurz erklärt
Wer verlässliche Auskunft sucht, soll möglichst auf die ursprüngliche Informationsquelle zurückgehen.
Bedeutungen
Informationen am Ausgangspunkt prüfen
Das Bild zeigt jemanden, der Wasser unmittelbar an der Quelle schöpft. Übertragen empfiehlt es, sich nicht allein auf Weitererzählungen zu verlassen. Eine ursprüngliche Aufzeichnung, eine zuständige Auskunft oder die unmittelbar beteiligte Person kann zeigen, worauf eine Behauptung tatsächlich beruht.
In drei Nachrichten stand eine andere Beginnzeit. Ich las schließlich die Einladung des Veranstalters: Aus der Quelle soll man schöpfen.
Die Einladung ist hier der Ausgangspunkt der weitergegebenen Terminangabe. Ihr Wortlaut hilft, die widersprüchlichen Nachrichten zu überprüfen; außerdem muss klar sein, dass die Einladung noch aktuell ist.
Auch eine ursprüngliche Quelle kann irren, unvollständig sein oder eigene Interessen verfolgen. Nähe zum Ursprung ersetzt deshalb nicht die Prüfung von Inhalt und Zusammenhang.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Ein Augenzeuge gilt mehr denn zehn Ohrenzeugen
Beide Sprüche bevorzugen Nähe zum Ausgangspunkt einer Information. Das Quellenbild lässt auch Dokumente oder andere ursprüngliche Auskünfte zu; der Augenzeuge steht ausdrücklich für unmittelbare Beobachtung.
Ich lese den ursprünglichen Brief: aus der Quelle schöpfen. Ich befrage die Person, die den Vorfall gesehen hat: einen Augenzeugen hören.
Beispiele und Verwendung
Eine Überlieferung zurückverfolgen
Bevor wir den Satz zitieren, lesen wir den ganzen Absatz im ursprünglichen Text.
Der Spruch empfiehlt einen konkreten Prüfschritt, keine pauschale Geringschätzung guter Zusammenfassungen.
Grammatik
Aus der Quelle steht im Dativ Singular, den aus verlangt. Soll ist die dritte Person Singular von sollen und passt zum unbestimmten Subjekt man. Schöpfen steht als Infinitiv am Satzende. Die Voranstellung betont den Ort beziehungsweise übertragen den Ursprung, aus dem etwas gewonnen wird.
