Barmherzigkeit macht viel Freunde
Form & Grammatik
- Stichwort
- Barmherzigkeit macht viel Freunde.
- Form
- Aussagesatz mit Barmherzigkeit als Subjekt und der überlieferten Verbindung viel Freunde.
Gebrauch: Historisch überliefert. Barmherzigkeit kann religiös oder allgemein zwischenmenschlich verstanden werden.
Definition · kurz erklärt
Wer mitfühlend hilft oder nachsichtig handelt, kann dadurch die Zuneigung anderer gewinnen. Das Sprichwort hebt eine verbindende Wirkung von Barmherzigkeit hervor.
Bedeutungen
Durch Mitgefühl Verbundenheit gewinnen
Barmherzig handelt, wer die Not eines anderen wahrnimmt und ihm mit Hilfe oder Milde begegnet. Freunde machen bedeutet hier, Menschen für sich zu gewinnen. Der Spruch beschreibt eine mögliche menschliche Antwort auf erfahrene Güte, keinen vereinbarten Tausch von Hilfe gegen Freundschaft.
„Als ihr ein Missgeschick passierte, halfen wir beim Aufräumen, statt sie bloßzustellen. Danach kam sie wieder gern zu uns. Barmherzigkeit macht viel Freunde.“
Die nachsichtige Reaktion erleichtert es der Person, sich weiterhin der Gruppe zugehörig zu fühlen. Nicht das Missgeschick selbst schafft die Nähe, sondern der verständnisvolle Umgang damit.
Hilfe garantiert weder Dankbarkeit noch eine dauerhafte Freundschaft. Sie sollte auch nicht davon abhängen, ob sie sich später auszahlt. Barmherzigkeit bedeutet außerdem nicht, jede Grenze aufzugeben oder wiederholtes schädigendes Verhalten hinzunehmen.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
In der Not erkennt man seine Freunde
Beide Sprüche verbinden Hilfe und menschliche Nähe. Der Not-Spruch lässt vorhandene Freundschaft an einer Belastung sichtbar werden; der Barmherzigkeits-Spruch betrachtet, wie freundliche Verbundenheit entstehen kann.
„Sie stand mir bei und bewies damit ihre Freundschaft“ bestätigt eine Beziehung; „ihre verständnisvolle Hilfe brachte uns näher“ beschreibt eine Entwicklung.
Beispiele und Verwendung
Nachsicht würdigen
„Er gab dem neuen Mitglied nach dem Fehler eine zweite Chance. Barmherzigkeit macht viel Freunde.“
Die Anerkennung gilt einer konkreten fairen Gelegenheit. Ob daraus eine enge Beziehung entsteht, bleibt offen.
Grammatik
Macht steht in der dritten Person Singular und richtet sich nach Barmherzigkeit. Viel Freunde ist das Akkusativobjekt im Plural. Viel bleibt hier vor dem Nomen ungebeugt; das ist nicht mit einem Singular von Freunde zu verwechseln. In einer freien heutigen Erklärung kann auch viele Freunde stehen.
