Das kleinste Ding ist auch zu ehren: Eine Nadel mag einen Schneider ernähren
Form & Grammatik
- Stichwort
- Das kleinste Ding ist auch zu ehren: Eine Nadel mag einen Schneider ernähren
- Form
- Allgemeine Aussage mit anschließender begründender Veranschaulichung.
Gebrauch: Historisch belegtes Sprichwort; heutige Geläufigkeit nicht behauptet.
Definition · kurz erklärt
Auch ein unscheinbares Werkzeug kann für die Arbeit und den Lebensunterhalt entscheidend sein.
Bedeutungen
Den Nutzen kleiner Dinge anerkennen
Die Nadel ist klein, ermöglicht aber die Arbeit des Schneiders. Das Sprichwort begründet die Achtung vor Unscheinbarem deshalb durch seinen möglichen Nutzen. Klein und bedeutungslos werden ausdrücklich getrennt. Übertragen kann es um einfache Hilfsmittel, geringe Beiträge oder ein einzelnes notwendiges Detail gehen.
Der alte Bleistift wirkte wertlos, doch mit ihm zeichnete die Schneiderin die entscheidenden Schnittlinien. Das kleinste Ding ist auch zu ehren: Eine Nadel mag einen Schneider ernähren.
Das kleine Hilfsmittel gehört zu einer Arbeit, aus der Nutzen und Einkommen entstehen können. Es wird nicht allein wegen seiner Größe bewertet.
Ein Werkzeug arbeitet nicht von selbst. Können, Material, Arbeitsbedingungen und weitere Mittel bleiben ebenfalls nötig.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Kleinvieh macht auch Mist
Kleinvieh macht auch Mist betont, dass kleine Mengen sich zu einem Ertrag summieren. Die Nadel zeigt dagegen, dass schon ein einzelnes kleines Werkzeug eine wichtige Funktion haben kann.
Viele kleine Spenden ergeben zusammen eine größere Summe. Eine einzige Nadel ermöglicht einen notwendigen Nähschritt.
Beispiele und Verwendung
Unscheinbare Beiträge würdigen
Ohne diese kleine Klammer ließe sich das Teil nicht befestigen: Das kleinste Ding ist auch zu ehren.
Das eigene Beispiel benennt die konkrete Funktion, die den Wert begründet.
Grammatik
Das kleinste Ding ist das Subjekt der ersten Hälfte. Ist zu ehren drückt hier eine Aufforderung beziehungsweise Notwendigkeit aus. Eine Nadel ist Subjekt zu mag; einen Schneider steht im Akkusativ. Mag bezeichnet die Möglichkeit, jemanden durch die ermöglichte Arbeit zu ernähren.
