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Freigebig mit dem Maul, karg mit dem Beutel

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Freigebig mit dem Maul, karg mit dem Beutel.
Form
Verblose Gegenüberstellung zweier Adjektivgruppen mit jeweils mit dem und einem Nomen.

Gebrauch: Historisch überlieferte, spöttische Kurzform. Maul macht die Kritik derb; der Zusammenhang muss den Vorwurf tragen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Jemand kündigt großzügige Hilfe an, gibt tatsächlich aber nur wenig. Der Spruch verspottet den Abstand zwischen großen Worten und einem kleinen materiellen Beitrag.

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Bedeutungen

Angekündigte Großzügigkeit am tatsächlichen Geben messen

Das Maul steht für das Reden, der Beutel für das verfügbare Geld. Freigebig bedeutet bereitwillig gebend. Hier beschränkt sich diese Großzügigkeit jedoch auf Worte. Karg mit dem Beutel bezeichnet den geringen tatsächlichen Beitrag. Die beiden gleich gebauten Gruppen machen den Widerspruch besonders knapp sichtbar.

In einer erfundenen Erzählung verspricht ein gut ausgestatteter Förderer, sämtliche Farben für die Kulissen zu bezahlen. Am Ende bringt er nur einen kleinen Resttopf und erklärt die Zusage für erfüllt. Die Gruppe urteilt: „Freigebig mit dem Maul, karg mit dem Beutel.“

Der Vorwurf entsteht aus dem Abstand zwischen der konkreten Zusage und dem gelieferten Beitrag. Der kleine Topf allein würde noch keine mangelnde Großzügigkeit beweisen. Erst der vorherige Anspruch macht ihn in dieser Szene zum Anlass der Kritik.

Ein geringer Beitrag kann den Möglichkeiten eines Menschen entsprechen. Auch unerwartete Schwierigkeiten können eine Zusage verändern. Der Spruch sollte deshalb nicht aus einer kleinen Gabe auf Geiz schließen oder Menschen zu Ausgaben drängen, die sie nicht tragen können.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Schöne Worte machen den Kohl nicht fett

Die Aussagen liegen eng beieinander: Worte ersetzen keinen benötigten praktischen Beitrag. Das Kohlbild zeigt den ungedeckten Bedarf. Die Gegenüberstellung von Maul und Beutel richtet sich besonders gegen eine Person, die beim Reden großzügiger erscheint als beim tatsächlichen Geben.

Den Kulissen fehlen trotz freundlicher Zusagen noch Farben: Schöne Worte decken den Bedarf nicht. Der Förderer hatte den ganzen Einkauf zugesagt und gibt nur einen Rest: Sein Reden und sein Beitrag passen nicht zusammen.

Beispiele und Verwendung

Zusage und Umfang klären

Welche Materialien kannst du verbindlich bereitstellen? Dann planen wir mit dem tatsächlichen Beitrag.

Die konkrete Nachfrage ist hilfreicher als ein allgemeiner Vorwurf und lässt Raum, eine frühere Zusage ehrlich zu berichtigen.

Grammatik

Freigebig und karg sind ungebeugte Adjektive in der knappen Beschreibung. Ein freier vollständiger Satz könnte lauten: Er ist freigebig mit Worten, aber karg beim Geben. Mit verlangt in beiden Gruppen den Dativ: dem Maul und dem Beutel. Das Komma trennt die parallelen Teile. Freigebig steht als erstes Wort des Spruchs groß, karg im zweiten Teil klein.