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Geh lieber zum Schmied als zum Schmiedchen

Form & Grammatik

WendungSprichwortRedewendung
Stichwort
Geh lieber zum Schmied als zum Schmiedchen.
Form
Feste bildhafte Empfehlung im Imperativ mit einem Vergleich zweier Anlaufstellen.

Gebrauch: Historisch belegte bildhafte Empfehlung; Schmiedchen wirkt als Abwertung mangelnder Fachkunde.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Wende dich für eine Aufgabe lieber an eine wirklich fachkundige Person. Der bildhafte Rat stellt den Meister einer abwertend als Schmiedchen bezeichneten weniger geeigneten Person gegenüber.

Bedeutungen

Die fachkundige Anlaufstelle wählen

Im überlieferten Bild steht der Schmied für den Meister seines Fachs. Schmiedchen verkleinert die Bezeichnung und wertet die andere Person als unzureichend kundig ab. Der Rat lässt sich auf unterschiedliche Aufgaben übertragen: Gesucht wird jemand, der in dem betreffenden Bereich kompetent ist und sachgerecht helfen kann. Die Aussage verlangt keinen tatsächlichen Besuch einer Schmiede.

In einer erfundenen Vereinsgeschichte möchte die Gruppe einen alten Projektor wieder nutzen. Ein Helfer gibt Vermutungen als sichere Diagnose aus; die erfahrene Veranstaltungstechnikerin bietet dagegen eine fachkundige Prüfung an. „Geh lieber zum Schmied als zum Schmiedchen“, rät eine Kollegin der Organisatorin.

Die Kollegin empfiehlt die erkennbar fachkundige Anlaufstelle. Der Projektor ist kein Schmiedewerkstück; gerade dieser Abstand macht die übertragene Anwendung deutlich.

Schmiedchen ist in diesem Vergleich abwertend. Tatsächliches Können ist entscheidend; ein Titel oder hoher Rang allein beweist es nicht.

Ein Wort im Zusammenhang

kompetent

Kompetent kann fachliche Befähigung oder formale Zuständigkeit bezeichnen. Im Schmied-Vergleich ist vor allem wirkliche Fachkunde gemeint. Der Satz empfiehlt eine geeignete Person; das Adjektiv beschreibt deren Fähigkeit genauer. Eine nur zuständige Stelle ist nicht allein dadurch schon sachkundig.

„Die Technikerin ist für diese Prüfung kompetent“ kann ihr fachliches Können benennen. „Frag für diese Prüfung lieber die Fachkundige“ formuliert daraus einen Rat zur Auswahl der Anlaufstelle.

Beispiele und Verwendung

Die passende Fachkunde suchen

„Mit dieser konkreten Frage wenden wir uns an jemanden, der das Verfahren beherrscht.“

Die sachliche Umschreibung bewahrt die Empfehlung, ohne die abwertende Verkleinerung der anderen Person zu übernehmen.

Grammatik

Geh ist der Imperativ Singular von gehen; das angesprochene du ist nicht ausdrücklich genannt. Zum ist jeweils die Verbindung aus zu und dem. Die Präposition zu verlangt den Dativ. Lieber markiert die bevorzugte Anlaufstelle; als führt die zurückgesetzte Alternative ein. Zwischen den beiden verglichenen Wortgruppen steht kein Komma. Schmied und Schmiedchen bleiben als Nomen großgeschrieben.

Varianten

Als verbale Wendung ist auch überliefert: „Zum Schmied und nicht zum Schmiedchen gehen.“ Diese Fassung nennt denselben Rat als verbale Wendung.