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Hunger leidet keinen Verzug

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Hunger leidet keinen Verzug
Form
Aussagesatz mit personifiziertem „Hunger“.

Gebrauch: Historisch überliefert; ältere Bedeutung „dulden“ von „leiden“.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein dringendes Bedürfnis nach Nahrung lässt sich nicht beliebig aufschieben. Das Sprichwort betont, dass Hunger zeitnahe Versorgung verlangt.

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Bedeutungen

Ein grundlegendes Bedürfnis rechtzeitig erfüllen

Leidet bedeutet hier duldet oder lässt zu; Verzug meint einen Aufschub. Hunger erscheint dadurch wie eine Forderung, die nicht lange vertröstet werden kann. Der Spruch setzt die unmittelbare Versorgung vor Gespräche oder Tätigkeiten, die noch warten können.

„Wir können den Ausflug nach dem Essen besprechen. Die Kinder warten schon lange; Hunger leidet keinen Verzug.“

Das Gespräch wird nicht für unwichtig erklärt. Die Reihenfolge ändert sich, weil zunächst ein spürbares Bedürfnis erfüllt werden soll.

Nicht jedes Hungergefühl ist ein Notfall. Die zugespitzte Formulierung erlaubt auch nicht jede beliebige Handlung, nur weil jemand Hunger hat. Bei tatsächlicher Not kommt es auf konkrete Hilfe an, nicht allein auf den Spruch.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Hunger ist der beste Koch

Der Koch-Spruch erklärt, weshalb einfaches Essen besonders gut schmecken kann. „Hunger leidet keinen Verzug“ betrifft dagegen den Zeitpunkt der Versorgung.

Nach einer langen Wanderung schmeckt die schlichte Suppe besonders gut; vor einer weiteren Besprechung brauchen die Wandernden zunächst etwas zu essen.

Beispiele und Verwendung

Eine praktische Priorität setzen

„Erst verteilen wir das Essen, danach räumen wir die restlichen Kisten aus. Hunger leidet keinen Verzug.“

Die Aussage begründet hier eine Reihenfolge anhand der Bedürfnisse wartender Menschen. Sie ist mehr als eine allgemeine Aufforderung zur Eile.

Grammatik

Hunger ist das Subjekt im Singular; leidet ist die dritte Person Singular von leiden. Das Verb wird im Spruch mit der Bedeutung dulden und einem Akkusativobjekt gebraucht: keinen Verzug. Das maskuline Nomen Verzug bezeichnet hier Verzögerung, keinen bestimmten rechtlichen Sachverhalt. Ein Komma ist nicht erforderlich.