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Kein Fisch ohne Gräte, kein Mensch ohne Mängel

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Kein Fisch ohne Gräte, kein Mensch ohne Mängel
Form
Zwei parallel gebaute verkürzte Aussagen ohne finites Verb.

Gebrauch: Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Kein Mensch ist in jeder Hinsicht vollkommen. Das Sprichwort wirbt dafür, Schwächen wahrzunehmen, ohne von anderen vollständige Fehlerlosigkeit zu erwarten.

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Bedeutungen

Menschliche Unvollkommenheit anerkennen

Die Gräte steht im Fischbild für etwas Störendes, das zu einer ansonsten geschätzten Sache gehört. Der zweite Teil überträgt dieses Verhältnis auf Menschen und ihre Mängel. Gemeint ist eine gelassene Beurteilung des Ganzen, nicht die Behauptung, jede Schwäche sei gleich schwerwiegend.

„Er ist manchmal ungeduldig, hilft uns aber zuverlässig. Kein Fisch ohne Gräte, kein Mensch ohne Mängel.“

Die Ungeduld wird nicht bestritten. Der Sprecher setzt sie jedoch in Beziehung zu anderen Eigenschaften und vermeidet es, die Person auf diesen einen Nachteil zu reduzieren.

Das Fischbild ist keine genaue zoologische Regel. Auch auf Menschen übertragen rechtfertigt der Satz weder verletzendes Verhalten noch das Ignorieren wiederkehrender Probleme. Verständnis und die Bitte um Veränderung können zusammengehören.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Irren ist menschlich

„Irren ist menschlich“ bezieht sich besonders auf Fehlentscheidungen und Täuschungen. Der Spruch von Fisch und Mensch umfasst auch länger bestehende Schwächen oder unangenehme Eigenheiten.

Eine falsche Auskunft kann ein einzelner Irrtum sein; häufige Ungeduld ist eher ein wiederkehrendes Verhaltensmuster. Beides lässt sich ansprechen, ohne Vollkommenheit zu verlangen.

Beispiele und Verwendung

Mit den eigenen Schwächen umgehen

„Ich muss an meiner Unpünktlichkeit arbeiten, aber deswegen ist nicht alles an mir schlecht. Kein Fisch ohne Gräte, kein Mensch ohne Mängel.“

Hier verbindet sich Selbstannahme mit einer konkreten Veränderungsabsicht. Der Spruch wird nicht als Ausrede für unverändertes Verhalten gebraucht.

Grammatik

Beide Teile beginnen mit kein und einem maskulinen Nomen im Singular: Fisch und Mensch. Nach ohne steht der Akkusativ. Gräte ist Singular, Mängel der Umlautplural von Mangel. Zwischen den parallel aneinandergereihten Aussagen steht ein Komma.