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Kunst ist des Alters Zehrpfennig

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Kunst ist des Alters Zehrpfennig.
Form
Aussagesatz mit ist und einem vorangestellten Genitivattribut in des Alters Zehrpfennig.

Gebrauch: Historisch überliefert; Kunst bedeutet Können, Zehrpfennig ist veraltet. Heutige Häufigkeit nicht bestimmt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Erlerntes Können kann einen Menschen auch im Alter unterstützen und zum Lebensunterhalt beitragen. Der Spruch würdigt Fähigkeiten als bleibenden Vorrat.

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Bedeutungen

Können als Hilfe für spätere Lebensphasen ansehen

Kunst meint hier eine beherrschte Fertigkeit, nicht nur die schönen Künste. Zehrpfennig ist eine ältere Bezeichnung für Geld zum Kauf von Reiseproviant. Im Spruch wird das Können entsprechend als Mittel vorgestellt, das im Alter weiterhilft. Es kann etwa ermöglichen, eine vertraute Tätigkeit weiter auszuüben oder etwas selbst herzustellen und instand zu halten.

Die pensionierte Buchbinderin übernahm gelegentlich eine kleine Reparatur, wenn sie Zeit und Freude daran hatte. Ihre Schwester sagte: „Kunst ist des Alters Zehrpfennig.“

Die früher erlernte Fertigkeit bleibt in dieser Situation nutzbar. Der Spruch würdigt diesen Wert über die reguläre Berufstätigkeit hinaus. Er behauptet nicht, jede ältere Person könne oder müsse weiter Geld verdienen.

Gesundheit, Nachfrage und persönliche Lebensumstände beeinflussen, ob eine Fertigkeit weiter genutzt werden kann. Können garantiert keine ausreichende Versorgung. Wer eine Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, hat damit weder seine frühere Leistung noch seinen Wert als Mensch verloren.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Handwerk hat goldenen Boden

Beide Sprüche verbinden erlernte Fähigkeiten mit einer tragfähigen Lebensgrundlage. Der goldene Boden betrifft den wirtschaftlichen Wert des Handwerks allgemein. Der Zehrpfennig lenkt den Blick ausdrücklich auf die mögliche Hilfe im Alter; Kunst ist dabei weiter als eine einzelne handwerkliche Berufsgruppe.

Mit zuverlässigen Reparaturen baut sie einen Betrieb auf: Handwerk hat goldenen Boden. Das erlernte Können hilft ihr später weiter: des Alters Zehrpfennig.

Beispiele und Verwendung

Eine bleibende Fähigkeit würdigen

Du kannst noch immer vieles selbst ausbessern, weil du es gründlich gelernt hast.

Das Lob gilt einer konkreten Fähigkeit. Es sollte nicht zur Forderung werden, im Alter ständig leistungsfähig bleiben zu müssen.

Grammatik

Kunst ist das Subjekt im Singular. Zehrpfennig ist der nominale Teil des Prädikats und steht im Nominativ. Des Alters gehört als Genitivattribut zu Zehrpfennig; die ungewohnte Stellung vor dem Bezugswort lässt sich mit der Zehrpfennig des Alters erläutern. Das Nomen Alter erhält im Genitiv die Endung -s.