Kunst ist leicht zu tragen, aber schwer aufzuladen
Form & Grammatik
- Stichwort
- Kunst ist leicht zu tragen, aber schwer aufzuladen
- Form
- Aussagesatz mit zwei gegensätzlichen Infinitivgruppen.
Gebrauch: Historisch überliefert; „Kunst“ bedeutet hier erlerntes Können.
Definition · kurz erklärt
Eine erworbene Fähigkeit lässt sich überallhin mitnehmen, doch ihr Erwerb kann viel Mühe kosten. Das Sprichwort verbindet den Wert des Könnens mit dem Aufwand des Lernens.
Bedeutungen
Lernen kostet Mühe, Können bleibt verfügbar
Kunst bezeichnet hier Können oder eine erlernte Fertigkeit. Sie wird wie ein Gepäckstück vorgestellt: Das Aufladen ist schwer, das spätere Tragen leicht. Die Anstrengung liegt im Einüben und Verstehen; die erworbene Fähigkeit muss anschließend nicht wie ein schwerer Gegenstand transportiert werden.
„Die Ausbildung war anstrengend, aber die Kenntnisse helfen mir bei jedem neuen Auftrag. Kunst ist leicht zu tragen, aber schwer aufzuladen.“
Die Sprecherin betrachtet ihre Lernzeit rückblickend. Die damalige Mühe hat ihr etwas verschafft, das sie auch an einem anderen Arbeitsort einsetzen kann.
Gelerntes bleibt nicht ohne jede Pflege erhalten. Wissen kann veralten, und manche Fertigkeiten brauchen regelmäßige Übung. Der Satz behauptet deshalb keine mühelose dauerhafte Verfügbarkeit und wertet Schwierigkeiten beim Lernen nicht als persönliches Versagen.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Übung macht den Meister
Der Meister-Spruch betont die wiederholte Übung als Weg zu sicherem Können. Das Gepäckbild hebt zusätzlich hervor, wie nützlich und leicht mitzunehmen eine erworbene Fähigkeit ist.
Durch viele Übungsstücke lernt jemand sauber zu nähen; bei einem späteren Umzug nimmt er dieses Können ohne zusätzliche Umzugskiste mit.
Beispiele und Verwendung
Zu einer längeren Lernphase ermutigen
„Die ersten Wochen sind mühsam, doch du wirst das Lesen der Noten immer wieder brauchen. Kunst ist leicht zu tragen, aber schwer aufzuladen.“
Hilfreich ist der Spruch zusammen mit erreichbaren Lernschritten. Er soll die Mühe anerkennen und nicht bloß mehr Anstrengung verlangen.
Grammatik
Kunst ist das Subjekt zu ist. Leicht und schwer bleiben in dieser Verwendung ohne Adjektivendung. Aufzuladen ist der zu-Infinitiv des trennbaren Verbs aufladen; zu steht zwischen auf und laden. Vor dem entgegensetzenden aber steht ein Komma.
