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Kunst steckt nicht in dem Kleide

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Kunst steckt nicht in dem Kleide
Form
Aussagesatz mit einer bildlichen Ortsangabe.

Gebrauch: Historisch überliefert; „Kunst“ meint Können, „Kleide“ enthält ein älteres Dativ-e.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Können lässt sich nicht zuverlässig an der Kleidung einer Person erkennen. Das Sprichwort fordert dazu auf, tatsächliche Fähigkeiten von ihrem äußeren Eindruck zu unterscheiden.

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Bedeutungen

Fähigkeiten am Können statt am Auftreten beurteilen

Kunst meint hier eine erlernte Fertigkeit oder Sachkunde. Das Kleid steht für das sichtbare Auftreten. Eine eindrucksvolle Ausstattung kann Kompetenz vermuten lassen, erzeugt sie aber nicht; ebenso kann jemand in schlichter Kleidung sehr viel von seiner Sache verstehen.

„Sein Anzug wirkt beeindruckend. Ob er die Reparatur beherrscht, sehen wir aber erst an seiner Arbeit: Kunst steckt nicht in dem Kleide.“

Die Sprecherin lehnt den guten Eindruck nicht ab, verlangt jedoch einen anderen Maßstab für die fachliche Beurteilung. Entscheidend ist, wie die konkrete Aufgabe gelöst wird.

Geeignete Kleidung kann für eine Tätigkeit wichtig sein, etwa als Schutz oder erkennbare Arbeitsausstattung. Der Spruch bestreitet diesen praktischen Nutzen nicht. Er liefert auch keinen Grund, Menschen wegen besonders sorgfältiger Kleidung mangelndes Können zu unterstellen.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Kleider machen Leute

„Kleider machen Leute“ beschreibt die Wirkung des Äußeren auf die Wahrnehmung. „Kunst steckt nicht in dem Kleide“ trennt diesen Eindruck von der tatsächlich vorhandenen Fähigkeit.

Ein festlicher Anzug lässt einen Bewerber souverän erscheinen; ob er ein Problem lösen kann, zeigt erst das Gespräch über seine Arbeit.

Beispiele und Verwendung

Eine unterschätzte Person würdigen

„Sie trägt schlichte Arbeitskleidung, hat aber die beste Lösung gefunden. Kunst steckt nicht in dem Kleide.“

Die Anerkennung sollte sich auf die konkrete Leistung beziehen. Auch schlichte Kleidung ist für sich genommen kein Beweis besonderer Kompetenz.

Grammatik

Kunst ist das Subjekt im Singular; das Verb lautet steckt. In dem Kleide bezeichnet im Bild einen Ort und steht im Dativ. Das -e in Kleide ist ein älteres Dativ-e. Es ist kein Pluralzeichen. Der überlieferte Wortlaut enthält kein Komma.