Lass Gott einen guten Mann sein
Form & Grammatik
- Stichwort
- Lass Gott einen guten Mann sein.
- Form
- Aufforderung mit lassen und einer Akkusativ-mit-Infinitiv-Konstruktion.
Gebrauch: Umgangssprachliche feste Redewendung mit religiösem Wortlaut. Sie kann zum unbekümmerten Genießen auffordern oder ein sorgloses Gewährenlassen kommentieren.
Definition · kurz erklärt
Die Wendung fordert dazu auf, die Zeit unbekümmert zu verbringen und sich nicht ständig zu sorgen.
Bedeutungen
Für eine Weile unbesorgt sein
Gott einen guten Mann sein lassen ist eine feste umgangssprachliche Wendung. Sie kann bedeuten, eine Sache gelassen laufen zu lassen oder seine Zeit unbesorgt zu genießen. Der religiöse Wortlaut muss im jeweiligen Gespräch keine förmliche Glaubensaussage sein. Entscheidend ist die Haltung zur gerade erlebten Situation.
Nach dem letzten Auftritt sind die Requisiten verstaut und alle Absprachen erledigt. Marek beginnt trotzdem schon die Liste für das nächste Projekt. „Lass Gott einen guten Mann sein“, sagt Leila. „Heute können wir erst einmal zusammen essen.“
Leila schlägt eine Pause nach erledigten Aufgaben vor. Sie behauptet nicht, dass Marek sich um bestehende Pflichten grundsätzlich nicht kümmern müsse.
Die Formulierung kann auch kritisch klingen, wenn jemand nötige Aufgaben einfach liegen lässt. Der Zusammenhang muss zeigen, ob eine berechtigte Pause oder Gleichgültigkeit gemeint ist.
Unbekümmert und gelassen
unbekümmert
Unbekümmert kann eine sorgenfreie Haltung beschreiben, aber auch fehlende Rücksicht auf Folgen. Diese Spannweite kann die Wendung ebenfalls haben. Ihre Bewertung hängt davon ab, was gerade getan werden müsste und was bereits erledigt ist.
„Nach der fertigen Arbeit gönnen wir uns einen freien Abend“ beschreibt eine Pause. „Die nötigen Vorbereitungen bleiben einfach liegen“ kann einen ähnlichen Ton kritisch machen.
Beispiele und Verwendung
Eine Pause erlauben
„Für heute ist alles Wichtige erledigt. Die nächste Planung kann bis morgen warten.“
Die konkrete Begründung macht verständlich, warum Unbekümmertheit hier passt. Ein bloßes Beruhigen ersetzt keine ungeklärte Absprache.
Grammatik
Lass ist der Imperativ Singular von lassen. Gott steht hier als Akkusativ in der Konstruktion jemanden etwas sein lassen; die artikellose Form zeigt den Fall nicht durch eine eigene Endung. Einen guten Mann ist die prädikative Akkusativgruppe, sein der Infinitiv. Guten trägt nach einen in der gemischten Beugung die Endung -en. In freier Formulierung ist daneben auch ein guter Mann sein lassen mit prädikativem Nominativ möglich. Der überlieferte Akkusativ ist deshalb nicht zu korrigieren.
