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Man isst so lange weißes Brot, bis man nach schwarzem verlangt

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Man isst so lange weißes Brot, bis man nach schwarzem verlangt.
Form
Hauptsatz mit so lange und anschließendem bis-Nebensatz.

Gebrauch: Historisch überliefert; bildhafter Kommentar zum Wunsch nach Abwechslung.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Auch etwas Begehrtes kann bei ständiger Wiederholung seinen Reiz verlieren. Dann entsteht der Wunsch nach einer anderen, vielleicht schlichteren Möglichkeit.

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Bedeutungen

Nach langem Gleichbleiben Abwechslung wünschen

Das weiße Brot steht im Bild für das zunächst bevorzugte Essen. Wer es immer wieder bekommt, verlangt schließlich nach schwarzem Brot. Der Wechsel beschreibt keine feste Rangfolge zwischen Brotsorten, sondern eine Veränderung des Geschmacks durch Gewöhnung. Übertragen kann das vertraute Vergnügen oder eine dauernd wiederholte Auswahl weniger anziehend werden.

„Im Urlaub wollten alle täglich ein aufwendiges Menü. Nach einer Woche freuten sie sich auf eine einfache Suppe zu Hause. Man isst so lange weißes Brot, bis man nach schwarzem verlangt.“

Die Suppe wird nicht plötzlich zu einer aufwendigeren Speise. Sie ist als Abwechslung willkommen. Das zuvor gewünschte Menü bleibt für andere Gelegenheiten reizvoll.

Menschen reagieren verschieden auf Wiederholung; manche schätzen gleichbleibende Gewohnheiten. Der Spruch behauptet auch nicht, dass Entbehrung wünschenswert sei oder man Notlagen als willkommene Abwechslung ansehen solle.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Hunger ist der beste Koch

Beide Sprüche zeigen, dass die Bewertung von Essen von der Situation abhängt. Beim Hunger ist ein körperliches Bedürfnis entscheidend. Beim weißen und schwarzen Brot verändert die lange Wiederholung den Wunsch.

Nach der Wanderung schmeckt ein schlichtes Brot besonders gut: Hunger. Nach vielen ähnlichen Festessen reizt die einfache Mahlzeit als Veränderung: Abwechslung.

Beispiele und Verwendung

Einen Wechsel im Programm erklären

„Nach all den lauten Abenden wünschen wir uns heute einen ruhigen Spaziergang. Man isst so lange weißes Brot, bis man nach schwarzem verlangt.“

Das Bild wird hier auf Freizeitgestaltung übertragen. Es muss nicht um Essen oder um eine Abwertung der bisherigen Unternehmungen gehen.

Grammatik

Isst gehört zu essen, verlangt zu verlangen; beide Verben stehen wegen man im Singular. Weißes bestimmt Brot im Akkusativ. Nach verlangt den Dativ: nach schwarzem Brot. Weil Brot dort nur ausgespart ist, bleibt schwarzem klein. Vor bis steht das Komma.