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Neid kriecht nicht in leere Scheunen

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Neid kriecht nicht in leere Scheunen
Form
Personifizierender Aussagesatz mit verneinter Richtungsgruppe.

Gebrauch: Historisch belegtes Sprichwort; heutige Geläufigkeit nicht behauptet.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Neid richtet sich besonders auf das, was anderen begehrenswert erscheint.

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Bedeutungen

Besitz und Erfolg als möglichen Anlass für Neid verstehen

Die volle Scheune enthält Vorräte, eine leere bietet nichts zum Begehren. Der Neid wird wie ein Wesen dargestellt, das nur dorthin kriecht, wo es einen Vorteil vermutet. Der Spruch kann erklären, warum gerade sichtbarer Erfolg missgünstige Aufmerksamkeit hervorruft. Die Scheune steht dabei für Besitz, Ertrag oder andere als wertvoll betrachtete Möglichkeiten.

Erst nachdem das kleine Theater viele Besucher anzog, machten andere seine Arbeit ständig schlecht. Neid kriecht nicht in leere Scheunen.

Der zeitliche Zusammenhang lässt im Beispiel Neid als mögliche Deutung zu. Er allein beweist jedoch noch nicht, welche Absicht jede kritische Person hat.

Sachliche Kritik wird durch Erfolg nicht ungültig. Wer jeden Einwand als Neid abtut, entzieht die eigene Arbeit einer notwendigen Prüfung.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

In der Not erkennt man seine Freunde

In der Not erkennt man seine Freunde betrachtet Beziehungen unter schwierigen Bedingungen. Die vollen Scheunen betrachten eine andere Lage: Welche Reaktionen entstehen, wenn jemand sichtbar etwas besitzt oder erreicht?

In einer Krise zeigt sich hilfreiche Unterstützung. Nach einem Erfolg kann sich zeigen, wer ihn gönnt und wer ihn abwertet.

Beispiele und Verwendung

Missgünstige Aufmerksamkeit einordnen

Seit der gelungene Auftritt bekannt ist, sucht er nur noch nach Fehlern: Neid kriecht nicht in leere Scheunen.

Der Vorwurf sollte an tatsächlichem Verhalten begründet werden.

Grammatik

Neid ist das Singularsubjekt zu kriecht. In leere Scheunen bezeichnet eine Richtung und steht im Akkusativ Plural. Leere trägt als attributives Adjektiv die Endung -e. Nicht verneint den Weg in die leeren Scheunen.