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Ungerechter Fluch trifft nicht

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Ungerechter Fluch trifft nicht.
Form
Kurzer verneinter Aussagesatz mit dem Subjekt ungerechter Fluch.

Gebrauch: Historisch überlieferter, beruhigender Zuspruch im Zusammenhang mit einer Verwünschung; die Vorstellung vom Fluch wird beschrieben, nicht als Naturgesetz bestätigt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Der Spruch spricht einer unverdienten Verwünschung die behauptete Macht ab. Er kann jemanden beruhigen, gegen den böse Wünsche gerichtet werden.

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Bedeutungen

Sich von einer Verwünschung nicht bestimmen lassen

Ein Fluch meint hier einen ausgesprochenen Wunsch nach fremdem Unheil, nicht bloß einen ärgerlichen Ausruf. Ungerecht nennt der Spruch eine solche Verwünschung, wenn sie die betroffene Person unverdient trifft. Trifft nicht weist die angedrohte Wirkung zurück. Die knappe Aussage lässt sich als Zuspruch verstehen: Aus den bösen Worten eines anderen muss kein Urteil über die eigene Person werden.

In einer erfundenen Geschichte wünscht ein verärgerter Mitspieler Lea nach ihrer fair gewonnenen Partie, dass ihr künftig alles misslingen möge. Ihre Freundin sagt: „Ungerechter Fluch trifft nicht. Du hast die Regeln eingehalten.“

Die Freundin widerspricht dem Versuch, aus einer Niederlage einen bösen Wunsch gegen Lea abzuleiten. Der Hinweis auf die eingehaltenen Regeln begründet den Zuspruch. Er sagt nicht voraus, wie jede weitere Partie ausgehen wird.

Verletzende Worte können belasten, auch wenn man nicht an eine übernatürliche Wirkung glaubt. Der Spruch macht die Kränkung nicht ungeschehen.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Hunde, die bellen, beißen nicht

Beide Sprüche können heftige Worte entschärfen. Das Hundebild bezweifelt, dass einer Drohung eine Tat folgt. Der Fluchspruch richtet sich gegen die behauptete Wirkung einer unverdienten Verwünschung. Das ist nicht dieselbe Aussage über das anschließende Verhalten eines Menschen.

„Er kündigt jeden Samstag seinen Abschied an und kommt doch wieder“ beschreibt leere Ankündigungen. „Sein böser Wunsch entscheidet nicht über dich“ weist die Verwünschung zurück.

Beispiele und Verwendung

Die Wertung eines alten Textes verstehen

„Die Figur hält die Verwünschung für ungerecht und widerspricht ihr mit dem Spruch.“

Die Formulierung beschreibt die Haltung der Figur. Sie übernimmt deren Vorstellung von einem wirksamen oder unwirksamen Fluch nicht als nachgewiesene Tatsache.

Grammatik

Ungerechter Fluch steht im Nominativ Singular. Ohne Artikel trägt das Adjektiv die starke Endung -er. Das Verb lautet trifft, dritte Person Singular von treffen. Nicht verneint das Prädikat. Die Grundform benötigt kein Komma.