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Wer Armut ertragen kann, ist reich genug

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Wer Armut ertragen kann, ist reich genug.
Form
Wer-Satz mit können und ein Hauptsatz mit reich genug.

Gebrauch: Historisch überliefert; auf die eigene Haltung bezogen, gegenüber Menschen in Not leicht verletzend.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Wer mit wenigen Mitteln leben kann, besitzt nach diesem Spruch eine innere Unabhängigkeit, die einem Reichtum gleichkommt.

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Bedeutungen

Mit dem Vorhandenen zurechtkommen

Der Satz nennt eine Person reich, obwohl sie wenig besitzt. Dieser scheinbare Widerspruch verschiebt den Maßstab: Entscheidend ist hier, ob jemand den Mangel ertragen kann, ohne das ganze Leben nur am fehlenden Besitz auszurichten. Ertragen bedeutet dabei nicht, Armut zu wünschen oder gutzuheißen. Der Spruch würdigt eine Haltung gegenüber einer schwierigen Lage.

„Die Romanfigur besitzt nur wenig, findet aber Freude an ihren Freundschaften und verliert darüber nicht den Mut. Über sich selbst sagt sie: Wer Armut ertragen kann, ist reich genug.“

Die Figur beschreibt ihre eigene Widerstandskraft und ihre anderen Lebenswerte. Das Wort reich bezeichnet hier keinen tatsächlich hohen Geldbetrag.

Diese Haltung ersetzt weder Nahrung noch Wohnung oder Unterstützung. Als Belehrung von außen kann der Spruch wirkliche Not verharmlosen und Betroffenen ungerecht die Verantwortung für ihr Leiden zuschieben.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Geld allein macht nicht glücklich

„Geld allein macht nicht glücklich“ begrenzt den Nutzen vorhandenen Geldes. Der Armut-Spruch hebt dagegen die Fähigkeit hervor, mit fehlenden Mitteln umzugehen.

Ein wohlhabender Mensch kann unzufrieden bleiben; ein Mensch mit wenig Besitz kann trotzdem andere Quellen von Zufriedenheit haben.

Beispiele und Verwendung

Eine Haltung im Text beschreiben

„Die Erzählung nennt ihn trotz seiner bescheidenen Mittel reich genug.“

Die Deutung sollte sich auf sein geschildertes Erleben stützen, nicht allein auf seinen Kontostand.

Grammatik

Wer bezeichnet die allgemeine Person; Armut ist Akkusativobjekt zu ertragen. Kann steht am Ende des Nebensatzes. Reich ist nach ist prädikativ und ungebeugt; genug bezeichnet das als ausreichend bewertete Maß.