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Wer da hadert um ein Schwein, nehm’ eine Wurst und lass es sein

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Wer da hadert um ein Schwein, nehm’ eine Wurst und lass es sein
Form
Historischer Reimspruch mit aufforderndem „nehm’“; heutiger Imperativ Singular: „nimm“.

Gebrauch: Historisch überliefert; im erklärten Zusammenhang bildlich gebraucht.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

In einem Streit kann es vernünftig sein, einen begrenzten Anteil anzunehmen und den Konflikt zu beenden. Der Spruch empfiehlt einen Kompromiss statt des unbedingten Bestehens auf dem ganzen Streitgegenstand.

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Bedeutungen

Einen Teil erhalten und den Streit beenden

Das Schwein steht für das Ganze, um das gestritten wird; die Wurst ist ein kleinerer Anteil daran. Hadern meint hier streiten, nicht bloß mit dem eigenen Schicksal unzufrieden sein. Wer einen brauchbaren Teil erhält, kann auf weiteren Aufwand verzichten. Der Reim verbindet diese Abwägung mit einem zugespitzten Rat: Nicht jeder vollständige Sieg ist die Kosten seiner Durchsetzung wert.

„Über die gemeinsame Ausstattung könnten wir noch Wochen streiten. Ich übernehme einige Geräte und lasse den Rest dort: Wer da hadert um ein Schwein, nehm’ eine Wurst und lass es sein.“

Die Person entscheidet sich bewusst für einen begrenzten, nutzbaren Anteil. Der Frieden hat für sie in dieser Situation einen höheren Wert als die vollständige Durchsetzung ihrer Forderung.

Ein Kompromiss ist nicht automatisch gerecht. Niemand muss grundlegende Rechte, Sicherheit oder berechtigte Grenzen aufgeben, nur damit ein Streit endet. Auch die angeblich kleinere Lösung kann unangemessen sein.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Der Klügere gibt nach

Der Klügere gibt nach empfiehlt allgemein, einen Konflikt nicht weiterzuführen. Das Wurstbild nennt zusätzlich einen erhaltenen Teil als möglichen Ausgleich für den Verzicht auf das Ganze.

Man kann einen unwichtigen Sitzplatz ganz überlassen. Bei einer Aufteilung kann man dagegen einen brauchbaren Anteil annehmen und über den Rest nicht weiter streiten.

Beispiele und Verwendung

Den Aufwand eines Streits abwägen

„Eine vollständige Aufteilung wäre möglich, doch die kleine Einigung reicht uns beiden.“

Die Einigung sollte auf tatsächlicher Zustimmung beruhen, nicht auf dem bloßen Druck, endlich Ruhe zu geben.

Grammatik

Der einleitende Wer-Satz bezeichnet die streitende Person; um ein Schwein nennt den Gegenstand im Akkusativ. Die überlieferte Aufforderung nehm’ entspricht nicht dem heutigen standardsprachlichen Imperativ nimm. Lass ist dagegen eine heutige Imperativform von lassen. Vor dem auffordernden zweiten Teil steht ein Komma.