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Wer die Liebe verbietet, gürtet ihr Sporen an

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Wer die Liebe verbietet, gürtet ihr Sporen an.
Form
Wer-Satz mit anschließendem Hauptsatz und personifizierter Liebe.

Gebrauch: Historisch überliefert; angürten ist in dieser Verbindung erklärungsbedürftig.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Verbot kann eine bestehende Zuneigung noch verstärken, statt sie zu beenden. Der Spruch warnt vor der möglichen Gegenwirkung des Verbietens.

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Bedeutungen

Ein Verbot kann zusätzlichen Antrieb geben

Die Liebe wird wie eine Person vorgestellt, der man Sporen anlegt. Sporen gehören im Bild zum Antreiben eines Reittiers; hier stehen sie für zusätzlichen Antrieb. Wer die Zuneigung unterbinden will, fördert sie dem Spruch zufolge womöglich gerade durch seinen Widerstand. Beschrieben wird eine mögliche Wirkung des Verbots, keine sichere Regel über Gefühle.

In einer erfundenen Familiengeschichte verbieten die Eltern ihrer erwachsenen Tochter jeden Kontakt zu ihrem Partner. Die beiden suchen nun erst recht gemeinsame Wege. Eine Freundin kommentiert: „Wer die Liebe verbietet, gürtet ihr Sporen an.“

Das Verbot hat in dieser Szene nicht die gewünschte Trennung herbeigeführt. Der Widerstand ist vielmehr ein zusätzlicher Anlass für das Paar, zusammenzuhalten. Die Bemerkung sagt noch nichts darüber aus, wie gut die Beziehung sonst ist.

Ein Verbot stärkt Gefühle nicht zwangsläufig. Der Spruch beweist auch nicht, dass jede Beziehung unbedenklich wäre. Die klare Ablehnung einer betroffenen Person muss respektiert werden; sie ist keine Einladung, hartnäckiger zu werben.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Liebe kann man nicht erzwingen

Beide Sprüche begrenzen die Vorstellung, Gefühle durch Druck steuern zu können. „Liebe kann man nicht erzwingen“ betrifft das Herbeiführen gewünschter Zuneigung. Der Sporen-Spruch betrifft den Versuch, eine vorhandene Zuneigung zu unterdrücken, und dessen mögliche Gegenwirkung.

Geschenke verpflichten niemanden zu Zuneigung: Liebe kann man nicht erzwingen. Ein Verbot lässt ein Paar enger zusammenrücken: Der Liebe werden bildlich Sporen angelegt.

Beispiele und Verwendung

Über die Wirkung eines Verbots sprechen

Hat der Druck die beiden tatsächlich getrennt oder eher zusammengeschweißt?

Die Frage prüft die konkrete Wirkung, statt jedes Verbot pauschal als wirkungslos zu erklären.

Grammatik

Wer bezeichnet die verbietende Person und ist Subjekt zu verbietet. Der gesamte wer-Satz übernimmt die Subjektstelle des Hauptsatzes. Die Liebe steht im ersten Satz im Akkusativ. Ihr ist im Hauptsatz ein Dativpronomen und verweist auf Liebe. Sporen steht im Akkusativ Plural. Gürtet und an bilden die getrennte finite Form von angürten: bildlich jemandem etwas anlegen.