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Wer gute Beine hat, hat oft schlechte Stiefeln

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Wer gute Beine hat, hat oft schlechte Stiefeln.
Form
Historisches Satzgefüge mit der Pluralform Stiefeln im Akkusativ.

Gebrauch: Historisch belegt; die Form Stiefeln entspricht hier nicht der heutigen standardsprachlichen Akkusativform.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Persönliche Fähigkeiten und eine gute äußere Ausstattung fallen nicht immer zusammen.

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Bedeutungen

Können und verfügbare Mittel auseinanderhalten

Gute Beine würden im Bild weite Wege ermöglichen. Schlechte Stiefel erschweren genau diese Nutzung. Der Gegensatz lässt sich auf Menschen übertragen, die etwas gut können, aber nicht über das passende Werkzeug oder andere günstige Voraussetzungen verfügen. Das oft beschreibt eine sprichwörtlich zugespitzte Beobachtung, keine gemessene Häufigkeit.

Lena spielt sicher Geige, doch an ihrem geliehenen Instrument löst sich ständig ein Wirbel. Wer gute Beine hat, hat oft schlechte Stiefeln.

Die Schwierigkeiten entstehen nicht allein aus Lenas Können. Das Instrument setzt ihrer Ausführung Grenzen. Gute Ausstattung und persönliche Fähigkeit werden deshalb getrennt betrachtet.

Der Spruch behauptet weder, begabte Menschen seien grundsätzlich arm, noch, gute Ausrüstung mache ihren Besitzer unfähig. Äußere Mittel sind nicht die einzige Erfolgsbedingung. Auch wer wenig besitzt, darf selbst entscheiden, welche Unterstützung tatsächlich hilfreich wäre.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Kleider machen Leute

„Kleider machen Leute“ beschreibt, wie die äußere Erscheinung das Urteil anderer beeinflusst. Die schlechten Stiefel stellen dagegen die praktische Ausstattung neben das vorhandene Können.

Eine elegante Konzertkleidung kann Lena professionell wirken lassen. Ein verlässliches Instrument hilft ihr dagegen unmittelbar beim Spielen.

Beispiele und Verwendung

Eine fehlende Voraussetzung erkennen

Der Zeichner hat genaue Entwürfe, aber keinen geeigneten Arbeitsplatz. Wer gute Beine hat, hat oft schlechte Stiefeln. Vielleicht können wir ihm einen Tisch anbieten.

Die mögliche Hilfe knüpft an einen konkreten Bedarf an. Der Spruch ersetzt nicht die Nachfrage, ob sie erwünscht ist.

Grammatik

Der mit wer eingeleitete freie Relativsatz bezeichnet die Person, von der der Hauptsatz handelt. Beide Formen hat stehen in der dritten Person Singular. Gute Beine und schlechte Stiefeln sind jeweils Akkusativobjekte. Die überlieferte Form Stiefeln bleibt im zitierten Spruch erhalten; im heutigen standardsprachlichen Akkusativ Plural heißt es „schlechte Stiefel“.