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Wer Pfeffer genug hat, der pfeffert auch seinen Brei

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Wer Pfeffer genug hat, der pfeffert auch seinen Brei.
Form
Wer-Satz mit hat und wiederaufnehmendem der im Hauptsatz.

Gebrauch: Historisch überliefertes Gewürzbild. Für einen großzügigen oder übermäßigen Einsatz reichlich vorhandener Mittel.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Wer von etwas reichlich besitzt, verwendet es auch dort großzügig, wo es nicht unbedingt nötig wäre. Der Spruch macht diesen Umgang mit Überfluss am Pfeffern eines Breis sichtbar.

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Bedeutungen

Reichlicher Vorrat verändert den Einsatz der Mittel

Der Brei wird im Bild gepfeffert, also mit Pfeffer gewürzt. Der Pfeffer steht für ein Mittel, mit dem bei knappem Vorrat sparsamer umgegangen würde. Wer genug davon hat, gibt ihn im Spruch selbst an den Brei. Übertragen lässt sich damit zusätzlicher Aufwand erklären, den erst ein großer Vorrat oder ein weiter finanzieller Spielraum ermöglicht. Je nach Zusammenhang kann die Bemerkung staunen oder Übermaß kritisieren.

In einer erfundenen Werkgruppe sind nach einem großen Auftrag viele Bänder übrig. Nun bindet Joris sogar um jeden gewöhnlichen Materialkarton eine Schleife. „Wer Pfeffer genug hat, der pfeffert auch seinen Brei“, bemerkt seine Kollegin.

Die reichlich vorhandenen Bänder machen die zusätzliche Verzierung möglich. Die Kartons wären auch ohne Schleifen brauchbar. Das Beispiel zeigt den Zusammenhang zwischen Vorrat und großzügiger Verwendung, ohne eine genaue Aussage über Kosten zu verlangen.

Reichlicher Besitz führt nicht zwangsläufig zu Verschwendung. Eine zusätzliche Verwendung kann sinnvoll sein. Auch ist Brei nicht grundsätzlich eine Speise, die keinen Pfeffer verträgt; entscheidend ist das zugespitzte Überflussbild, keine allgemeine Kochregel.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Wo der Löffel ausreicht, da bedarf es der Kelle nicht

Beide Bilder passen zur Frage, wie viel Aufwand angemessen ist. Der Löffel-Spruch empfiehlt, sich an der tatsächlichen Aufgabe zu orientieren. Der Pfeffer-Spruch beschreibt dagegen, wie reichliche Verfügbarkeit zu zusätzlichem Einsatz verleiten kann.

Für eine kurze Nachricht genügt ein einfacher Zettel: Der Löffel reicht aus. Wegen eines großen Vorrats bekommt selbst dieser Zettel eine aufwendige Verzierung: Der Brei wird ebenfalls gepfeffert.

Beispiele und Verwendung

Zusätzlichen Aufwand hinterfragen

„Wir können das Material verwenden. Brauchen wir es an dieser Stelle aber wirklich?“

Die Frage trennt Verfügbarkeit und Bedarf, ohne jede großzügige Gestaltung abzulehnen.

Grammatik

Wer ist das Subjekt zu hat; der nimmt diese Person im Hauptsatz wieder auf. Pfeffer ist das Akkusativobjekt zu hat. Genug bestimmt die ausreichende Menge; es steht hier nach dem Nomen. Pfeffert ist die dritte Person Singular von pfeffern, seinen Brei dessen Akkusativobjekt. Auch erweitert die Verwendung auf den Brei. Das Komma trennt die beiden Satzteile.