Meine Wörter

Wo Glück aufgeht, da geht Demut unter

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Wo Glück aufgeht, da geht Demut unter.
Form
Satzgefüge mit wo und wiederaufnehmendem da; Gegensatz von aufgehen und untergehen.

Gebrauch: Historisch überliefert; moralisch mahnend und zugespitzt. Keine allgemeine Regel über erfolgreiche Menschen; heutige Häufigkeit nicht bestimmt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Glück und Erfolg können nach diesem Spruch dazu verleiten, die eigene Bescheidenheit zu verlieren. Die Aussage warnt vor einer überheblichen Reaktion auf eine günstige Lage.

Wörter vergleichen

Bedeutungen

Bei Erfolg die eigenen Grenzen weiter sehen

Aufgehen und Untergehen bilden einen Gegensatz wie bei einem Licht, das erscheint und wieder verschwindet. Während das Glück zunimmt, geht im Spruch die Demut verloren. Gemeint ist die Bereitschaft, die eigenen Grenzen und den Anteil anderer anzuerkennen. Wo daraus Geringschätzung entsteht, kann man von Hochmut sprechen. Der Satz macht eine mögliche Fehlentwicklung sichtbar, nicht jede Freude an einem Erfolg verdächtig.

Nach dem überraschenden Erfolg der Ausstellung tut Robin so, als habe er alles allein geschafft, und weist die Helfenden schroff ab. Wo Glück aufgeht, da geht Demut unter.

Die Kritik stützt sich auf Robins Umgang mit den Beteiligten. Der Erfolg allein wäre kein Beleg für Überheblichkeit. Erst sein Verschweigen fremder Beiträge und das abweisende Verhalten tragen die Deutung.

Selbstvertrauen und berechtigte Freude schließen Bescheidenheit nicht aus. Niemand muss eigene Leistungen kleinreden, um respektvoll zu bleiben. Auch lässt der Spruch nicht sicher erkennen, weshalb eine bestimmte Person ihr Verhalten verändert hat.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Hochmut kommt vor dem Fall

Beide Sprüche warnen vor Überheblichkeit. Glück und Demut beschreiben den möglichen Übergang von einer günstigen Lage zu einer unangemessenen Haltung. Hochmut vor dem Fall richtet den Blick auf das Scheitern, das diese Haltung begünstigen kann.

Robin würdigt nach dem Erfolg niemanden mehr: Die Demut geht im Bild unter. Er übersieht anschließend wichtige Hinweise und scheitert an der nächsten Planung: Hier kann die Fall-Warnung passen.

Beispiele und Verwendung

Den Anteil anderer anerkennen

Das gute Ergebnis freut mich. Ohne die Hinweise und die Hilfe der Gruppe hätten wir es aber nicht erreicht.

Die Aussage verbindet Freude mit einer konkreten Würdigung. Bescheidenheit muss nicht bedeuten, den eigenen Beitrag zu leugnen.

Grammatik

Wo leitet den Nebensatz ein und meint hier sinngemäß in den Fällen, in denen. Glück ist dort das Subjekt, aufgeht die zusammengeschriebene finite Verbform am Satzende. Im Hauptsatz ist Demut das Subjekt; das trennbare Verb erscheint als geht … unter. Beide Verben stehen in der dritten Person Singular. Vor da steht ein Komma.