immerhin
Form & Grammatik
- Stichwort
- immerhin
- Worttrennung
- im·mer·hin
- Gebrauch
- unveränderlich; keine Deklination in der hier erklärten adverbialen Verwendung
Unveränderliches Adverb; es hebt einen beachtlichen Punkt hervor oder räumt ihn trotz einer Einschränkung ein.
immerhin: Immerhin hebt einen trotz Einschränkungen beachtlichen Punkt hervor, räumt etwas ein oder erinnert an einen zu berücksichtigenden Umstand.
Bedeutung und Zusammenhang
Mit immerhin erkennt man häufig etwas Positives an, obwohl das Ergebnis begrenzt ist. „Immerhin hat sie angefangen“ kann bedeuten: Es ist noch nicht viel geschafft, aber der Anfang zählt. Das Wort trägt damit die Beziehung zwischen einem Einwand und einer anerkennenden Einschränkung.
Daneben kann immerhin ein Einräumen oder eine Erinnerung an einen wichtigen Umstand ausdrücken. „Er ist immerhin der Verantwortliche“ weist auf eine Rolle hin, die im Gespräch berücksichtigt werden soll. Die genaue Bedeutung ergibt sich nicht allein aus dem Wort, sondern aus der vorausgehenden Erwartung oder dem denkbaren Gegenargument.
Synonyme im Gebrauch
Wenigstens und zumindest passen zu einer eingeschränkten Anerkennung. Trotzdem oder ungeachtet dessen können das Einräumen hervorheben. Der Satzbau und der Ton müssen beim Austausch mitgeprüft werden.
Schließlich kann an einen zu beachtenden Umstand erinnern, hat aber auch eine zeitliche Bedeutung. Mindestens nennt häufig eine Untergrenze. Es passt deshalb nicht automatisch, wenn immerhin lediglich einen kleinen Erfolg anerkennt.
Wörter im Satz vergleichen
Vergleiche: „Wir haben immerhin die Einleitung fertig.“
„Wir haben mindestens die Einleitung fertig.“
Der erste Satz kann einen begrenzten Fortschritt würdigen. Der zweite setzt eine Untergrenze und lässt offen, ob noch mehr fertig ist. Die sachliche Menge kann ähnlich sein, die Gesprächsfunktion unterscheidet sich.
Vergleiche: „Sie hatte Bedenken, stimmte aber immerhin zu.“
„Sie hatte Bedenken und stimmte deshalb zu.“
Im ersten Satz steht die Zustimmung trotz der Bedenken im Vordergrund. Der zweite macht die Bedenken zum Grund der Zustimmung. Das Verbindungswort darf diesen Zusammenhang nicht unbeabsichtigt umkehren.
Verwendung und Satzbau
Immerhin bleibt unverändert. Es kann am Satzanfang stehen: „Immerhin kam eine Antwort.“ Ebenso ist eine Stellung innerhalb des Satzes möglich: „Eine Antwort kam immerhin.“ Die unterschiedliche Betonung kann verändern, welcher Teil besonders hervorgehoben wird.
In einer Rückmeldung kann immerhin anerkennend oder herablassend klingen. „Du hast immerhin etwas versucht“ würdigt möglicherweise den Einsatz, kann aber auch andere Leistungen kleinreden. Für die Wirkung sind Beziehung, Ton und vorausgehende Aussagen wichtig.
In gehobener Sprache kommt auch eine einräumende Verbindung mit mögen vor. Für einen heutigen klaren Text ist eine ausdrückliche Form mit auch wenn oft verständlicher. Die Einschränkung sollte in jedem Fall erhalten bleiben, statt aus einer begrenzten Anerkennung ein uneingeschränktes Lob zu machen.
