jedenfalls
Form & Grammatik
- Stichwort
- jedenfalls
- Worttrennung
- je·den·falls
Gebrauch: Unveränderlich; bekräftigt eine Aussage oder grenzt sie auf einen sicheren Teil ein.
Definition · kurz erklärt
Jedenfalls knüpft an etwas Gesagtes an und hebt hervor, was unabhängig davon gilt oder sicher gesagt werden kann. Je nach Zusammenhang bedeutet es etwa „auf jeden Fall“ oder schränkt die Aussage auf einen verlässlichen Punkt ein.
Bedeutungen
Eine Entscheidung bekräftigen: „Ob es regnet, weiß ich nicht; ich komme jedenfalls.“ Der erste Teil lässt eine Frage offen, während der zweite die eigene Absicht festhält. Jedenfalls räumt hier nicht die Unsicherheit über das Wetter aus, sondern trennt sie von der Entscheidung zu kommen.
Einen sicheren Teil hervorheben: „Wie die anderen es fanden, weiß ich nicht; mir jedenfalls hat es gefallen.“ Die Bewertung wird auf die eigene Person begrenzt. Das Wort ist deshalb nicht immer gleichbedeutend mit einem uneingeschränkten „sicherlich“. Entscheidend ist, worauf sich die bekräftigte Aussage bezieht.
jedenfalls: Synonyme und andere Wörter
Unabhängig von Umständen
auf jeden Fall · in jedem Fall
Beide Wendungen passen häufig zu einer festen Absicht. „Auf jeden Fall“ kann die Entschlossenheit stärker hervorheben. Steht jedoch die Einschränkung auf eine Person oder einen Teilaspekt im Vordergrund, sollte sie bei der Umformulierung ausdrücklich erhalten bleiben.
„Ich nehme jedenfalls ein Heft mit.“ → „Ich nehme auf jeden Fall ein Heft mit.“ Die Absicht gilt unabhängig von der vorher besprochenen Unsicherheit.
Den gesicherten Punkt nennen
zumindest · was mich betrifft
Zumindest setzt eine Untergrenze des Gesagten; „was mich betrifft“ grenzt ausdrücklich die Person ein. Sie ersetzen jedenfalls nur im passenden Zusammenhang. „Ich komme zumindest“ ist beispielsweise keine natürliche Umformulierung von „Ich komme jedenfalls“.
„Mir jedenfalls ist der Fehler aufgefallen.“ → „Zumindest mir ist der Fehler aufgefallen.“ Andere können ihn ebenfalls bemerkt haben; darüber wird nichts behauptet.
Verwendung und Beispiele
„Vielleicht findet die Probe draußen statt. Jedenfalls müssen wir unsere Texte kennen.“
Der Ort bleibt offen, die notwendige Vorbereitung nicht. Das Adverb verbindet die Aussagen, ohne einen Grund oder einen zeitlichen Ablauf zu behaupten. „Deshalb“ oder „danach“ würde eine andere Beziehung herstellen.
„Ob alle Figuren ehrlich sind, bleibt unklar; diese Figur jedenfalls verschweigt die Nachricht.“
Der zweite Satzteil nennt einen konkret belegten Fall. Er bewertet nicht automatisch alle Figuren. In einer Analyse kann jedenfalls helfen, einen sicheren Einzelbefund von einer weitergehenden, noch offenen Deutung zu unterscheiden.
Grammatik
Jedenfalls wird weder dekliniert noch konjugiert und hat keine Steigerungsformen. Es kann am Satzanfang stehen: „Jedenfalls komme ich.“ Das finite Verb folgt dann an zweiter Stelle. Ebenso ist die Stellung im Satzinneren möglich: „Ich komme jedenfalls.“ Eine eigene Beugungstabelle wäre hier irreführend.
Jedenfalls oder jeden Falls?
Das Adverb wird klein- und zusammengeschrieben: jedenfalls. Die gleichbedeutende Wortgruppe auf jeden Fall hat dagegen drei Wörter und das großgeschriebene Substantiv Fall. Die Wahl zwischen beiden Formen betrifft Ausdruck und Satzbau; die Schreibweisen dürfen nicht miteinander vermischt werden.
